Heft 260 Mai 2012
Werbung




Kneipe

Mainzer Baron

Vollversorger mit Barbetrieb


Pierre Scherner
Pierre Scherner leitet seit Oktober 2010 den Baron in der Alten Mensa

Vielleicht hat der Baron das Zeug zum festen Standort für das Mainzer Literaturfestival. Zum vierten Mal findet das vom Gonzo-Verlag ausgerichtete Festival in diesem Jahr statt, und zum vierten Mal an einem anderen Ort. Jedes Mal stand bisher entweder die Örtlichkeit nicht mehr - oder nicht mehr sicher - zur Verfügung (DGB-Keller, Pengland, Atelier Zukunft), oder man hatte andere Vorstellungen als der Kooperationspartner (Literaturbüro). »Es wäre schon nett, wenn wir einen festen Standort finden würden«, sagt Miriam Spies, die Leiterin des Gonzo-Verlags.

Nun also der Baron. Vom 11. bis 13. Mai kommen die Autoren in die Alte Mensa auf dem Campus. Den Start am Freitag macht die - wie sie sich selbst nennt - bluesrockende Weltuntergangssekte »Menschenhund« mit der Performance »Seht ins Licht, ihr Hunde!«, gefolgt von einer Lesung des Lyrikers Marcus Roloff, der Verleihung des Festivalpreises »Goldener Gonzo« und einem Whiskey-Piano-Abend zum Ausklang.

Am Samstag liest Jens Friebe aus seinem Musikblog »Pop songs for old folks«, Jörg Sundermeier aus der »Jungle-World«-Kolumne »Der letzte linke Student« und Jan Off aus seinem Roman »Happy Endstadium«. Danach ist Party mit dem Livemusik- und Performance-Duo Pension Schizzo.

Am Sonntag lesen Klaus Bittermann (»Möbel zu Hause, aber kein Geld für Alkohol«, Kersten Flenter (Lyrik und Erzählungen), Jan Egge Sedelies (»Die Revolution im Veranstaltungsmagazin«) und zuletzt Ralf König (»Kondom des Grauens«, »Der bewegte Mann«) aus seinem Comic-Band »Der dicke König«.

Baron in der Alten Mensa
Spielekonsolen-Abende stehen im Baron regelmäßig auf dem Programm

Ansonsten ist der Baron ein Vollversorger: Morgens und mittags Restaurant, stehen abends, wenn auf Barbetrieb umgestellt wird, Live-Musik, DJs, Konsolenspiel-Abende oder Lesungen auf dem Programm. In den Räumen der ehemaligen Taverna Academica angesiedelt, hat er mit seinem Vorgänger fast nichts mehr gemeinsam. Dort erwartete die zuletzt immer spärlicher werdenden Gäste wenig kreative Schnitzelküche, serviert im holzvertäfelten Gastraum.

»Als Studenten haben wir die Taverna eher ignoriert«, erinnert sich Pierre Scherner, der mit Sebastian Dany den Baron im Oktober 2010 eröffnete. Scherner kennen feierfreudige Mainzer als »Bierbaron«, der mit seinem Getränke-Nachtlieferservice seit 2004 Partys mit akuter Getränke-Unterversorgung rettet. Jetzt ist auch die »Bierbaron«-Zen­trale in die Alte Mensa gezogen.

Keine Sperrstunde


Eine Sperrstunde gibt es im Baron nicht: »Wir haben so lange geöffnet, wie Gäste da sind«, sagt Scherner. Und das nicht nur drinnen: Im Sommer kann man - dank anwohnerfreier Lage - auch draußen im Biergarten bis in die Puppen sitzen.

Der Baron ist außerdem ein Ausbildungsbetrieb. Derzeit machen hier vier Azubis eine Ausbildung zum Koch oder zur Gastgewerbe-Fachkraft. Auch Praktikanten sind regelmäßig im Betrieb.

Alice Gundlach

Infos:
Programm des 4. Mainzer Literaturfestivals unter mainzerliteraturfestival.de
Kartenreservierung unter mainzerliteraturfestival@googlemail.com
Veranstaltungen im Baron unter www.baron-mainz.de