Heft 259 April 2012
Werbung




Stadtteile

Kommunikation über den Tellerrand

Frühstück verbindet Kulturen


Schmitt
Das Stadtteilbüro wird einmal im Monat zum interkulturellen Frühstückstreffpunkt.

»Wo werden ältere Menschen mit Migrationshintergrund ihr zukünftiges Leben verbringen?« Mit diesen Worten leitet Hüsseyin Kaya den Vortrag mit dem gleichnamigen Titel beim Nachbarschaftsfrühstück in der Mainzer Neustadt ein. Der türkische Jurist spricht über Unterbringung, Vorsorgevollmacht und Pflegeformen. In Deutsch und Türkisch erhalten die Gäste die Informationen, denn das interkulturelle Treffen im Büro der Sozialen Stadt richtet sich vorrangig an die beiden Nationalitäten. »Die Mehrzahl der Teilnehmer sind Türken und in deren Sprache wird auch referiert, aber wir übersetzen natürlich. Heute sind 25 Personen gekommen, davon sind sieben Deutsche«, erzählt Haydar Demirbas.

Mehr Teilnehmer Brauchen mehr Platz


Gerne würde er über mehrsprachige Plakate Menschen aus anderen Kulturkreisen einladen. »Momentan ist unser Platz leider begrenzt. Unser Wunsch wäre irgendwann ein größerer Raum.« Demirbas ist erster Vorsitzender des 2004 gegründeten türkischen Migranten-Vereins für Freiheit und Solidarität Mainz. Dieser organisiert in Kooperation mit den Alltagslotsen der Caritas und dem Quartiersmanagement der Neustadt das Frühstück seit 2011 einmal im Monat - immer verbunden mit einem speziellen Thema, zu dem Referenten eingeladen werden.

Quartiersmanager Bernd Quick: »Wir stellen dem Verein unser Stadtteilbüro gerne zur Verfügung. Im Rahmen der Sozialen Stadt versuchen wir mit verschiedenen Projekten Menschen und Kulturkreise zusammen zu bringen, die sich sonst so nicht treffen würden. Wie Sie sehen, ist das Buffet mit Schafskäse, Fladenbrot und Samowar nicht typisch deutsch. Über das Essen lernt man andere Kulturen kennen. Es hat viel mit Kommunikation zu tun.« Wichtig seien aber auch Fortbildungen und der Austausch von Informationen bei den Projekten. Dafür suche er verschiedene Institutionen, die mit »Geld, Räumen und Wissen« unterstützen, wie im Fall des Frühstücks die Caritas und den Verein. »Die beiden Einrichtungen haben wir zusammengebracht«, sagt er, und seit es die Vorträge gäbe, kämen mehr Menschen zum Treffen. Dass die Alltagslotsen dabei sind, begrüßt deren Projektleiterin Mirjam Fey. »Unser Caritas-Zentrum Delbrêl, in dem sich die Lotsen befinden, sitzt hier in der Neustadt. Wir sind also nah an den Menschen dran und helfen bei Anliegen und Problemen in den Bereichen Familie, Wohnung und Behörden«, erklärt die Sozialarbeiterin. »Hauptsächlich Ehrenamtliche engagieren sich bei uns.

Herr Kaya ist einer von ihnen. Er organisiert das Frühstück mit, für das die Caritas außerdem die Werbung und Öffentlichkeitsarbeit übernimmt.« Dass die Veranstaltung über die Neustadt hinaus Interessierte anlockt, zeigt sich mit Gülistan Sahan und ihrer Schwester Sultan Karabulut, die zusammen in Gonsenheim wohnen. »Ich finde es gut, dass hier immer wieder über neue Themen gesprochen wird. Wir kommen extra wegen dieser Vorträge hierher, denn dadurch erfahren wir viel Neues. Es ist auch schön, neue Leute kennen zu lernen.«

Aufgeschlossen für Unterschiede


Dem kann Siegrid Schneider nur beipflichten. »Ich nehme schon lange am Frühstück teil, denn ich wohne in der Neustadt, und es ist sehr interessant. Ich bin offen, verschiedene Kulturen kennen zu lernen, schließlich leben wir hier im Viertel alle zusammen. Schade nur, dass meist so wenig Deutsche dabei sind.«



Informationen und Termine zum Frühstück gibt es im Stadtteilbüro der Neustadt:
Sömmerringstr. 12
Di. 16-18 Uhr und Do. 10-12 Uhr
www.mainz-neustadt.de
Die Alltagslotsen bieten jeden
Dienstag von 15 bis 17 Uhr eine
offene Beratung an, im Café im
Caritas-Zentrum Delbrêl
Aspeltstr. 10
Telefon: 06131 9083252
Mail: m.fey@caritas-mz.de



KH