Heft 257 Februar 2012
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Nullfünfer

Notizen zum alljährlichen Personalkarussell im Profifußball

»Spieler wechsle noch!«


Adam Szalai
Adam Szalai - nicht nur fleißig am Ball

Wenn sich die meisten Menschen nach dem weihnachtlichen Kaufrausch ein paar entspannte Tage gönnen, klingeln die Kassen bei vielen Fußballvereinen noch einmal aufs heftigste: Es ist Transferzeit - und wieder einmal können Spieler gekauft, geliehen oder ausgetauscht werden.

Wohl dem, der einen großen Konzern hinter sich stehen hat. Trainer Magath (Wolfsburg) durfte noch einmal 30 Millionen Euro ausgeben (so hat transfermarkt.de ausgerechnet), um eindrucksvoll beweisen zu können, dass Geld alleine noch keine gute Mannschaft ausmacht. Immerhin haben die Wolfsburger damit mehr als doppelt so viel in den Markt fließen lassen, als der Rest der Liga zusammen!

Auch beim 1. FSV Mainz 05 sah das eher bescheidener aus: Man verabschiedete sich von Florian Heller, der vorzeitig und ablösefrei gehen konnte. Der Spieler passte, um es einmal nett auszudrücken, nicht mehr in das Schema der Mannschaft und darf jetzt beim FC Ingolstadt (2. Bundesliga) wieder öfter gegen den Ball treten. Auch Radoslav Zabavnik hätte man keine Steine in den Weg gelegt, wenn er vorzeitige Wechselwünsche geäußert hätte - aber er wollte (oder konnte) es nicht.

»Wen holt der Heidel noch???«


Wesentlich spektakulärer sind natürlich immer die Diskussionen und Spekulationen über Team-Verstärkungen. Hier verfügt Mainz über einen ausgezeichneten Manager, der immer wieder für Überraschungen gut ist und erst dann ein öffentliches Wort sagt, wenn die Tinte unter den Verträgen eingetrocknet ist.

Zunächst wurde die Torwartfrage geklärt - zumindest soweit es den »3. Keeper« anging: Es ist (bzw. bleibt) Loris Karius. Mainz hatte den 18-jährige Junioren-Nationalspieler bereits im August 2011 von Manchester City ausgeliehen und ihn jetzt mit einem Vertrag bis 2014 (und einer Option bis 2015) übernommen.

In Sachen »Feldspieler« machen jetzt, wenige Tage vor Ende der Transferzeit, noch die wildesten Gerüchte ihre Runde. Mitte Januar geisterte der Name Sandro Wagner durch Mainz. Hatte man doch ein großes Auto mit Bremer Nummer mehrfach an prägnanten Punkten in der Domstadt gesichtet und dem Ex-Bayern zugeordnet. Wenn er es wirklich war, dann allerdings nur auf der Durchfahrt: Sein Verein Werder Bremen hat ihn zwar ausgeliehen - aber in die Pfalz, an die Roten Teufel.

Zurück ist dagegen Stefan Bell. Der Nullfünfer und U-21 Nationalspieler war für ein Jahr an die Frankfurter Eintracht ausgeliehen, bei der er aber in der Hinrunde nur zweimal zum Einsatz kam. Er wird wohl zunächst Bo Svensson ersetzen, der durch seine Kreuzbandverletzung für längere Zeit ausfällt.

War's das schon?


Im Augenblick (24. Januar 2012, 11.50 Uhr) werden in den einschlägigen Gerüchteküchen nur noch zwei Personen gehandelt: Der große Unbekannte (der eigentlich immer - und oft nicht zu unrecht - dabei ist) und ein »bekannter Ägypter«. Da fällt doch sofort der Ex-Mainzer Mohamed Abdullah Zidan ein (seit 2008 bei Borussia Dortmund), der nach seinem Kreuzbandriss für etliche Monate ausfiel und - wenn überhaupt - nur außerhalb des Platzes für Schlagzeilen sorgte. Den könnte uns der Kloppo doch ruhig ... . Naja: Achtmal werden wir noch wach - dann haben sich auch die letzten Transfertürchen geöffnet (bzw. geschlossen) und die Besserwisser können wieder tönen: »Ich hab's doch gleich gesagt!«

(-mdl-)



Mitteilung auf der Homepage des 1. FSV Mainz 05

Mohamed Zidan wieder ein Nullfünfer


Mohamed Zidan (31.1.12) Mohamed Zidan wird wieder ein Nullfünfer. Der Angreifer wechselt mit sofortiger Wirkung vom Deutschen Meister Borussia Dortmund zum 1. FSV Mainz 05. In Mainz erhält der Angreifer einen Vertrag bis zum 30. Juni 2012 mit einer Option bis Juni 2014. Über die Ablösemodalitäten vereinbarten die beiden Klubs Stillschweigen, Zidan hatte in Dortmund noch einen Vertrag bis Saisonende.

Der 30-Jährige ist in Mainz bestens bekannt. Er spielte bereits in der Saison 2005/2006 sowie in der Rückrunde 2006/2007 beim 1. FSV Mainz 05 und erzielte dabei in insgesamt 41 Partien 22 Tore. Nach einem einjährigen Gastspiel beim Hamburger SV spielte Zidan seit Sommer 2008 für Borussia Dortmund und kam dort in 66 Partien auf 13 Tore. Darüber hinaus absolvierte Zidan 37 Länderspiele für die ägyptische Nationalmannschaft (neun Tore).

"Mohamed Zidan entspricht genau dem von uns gesuchten Spielertypen. Er wollte unbedingt zu uns, er kennt Mainz 05 und die Bundesliga bestens. Zidan ist topfit, er hat in Dortmund eine starke Vorbereitung absolviert und benötigt daher keine lange Anlaufzeit. Und er hat in seiner Karriere nicht zuletzt in Mainz seine fußballerischen Qualitäten bewiesen", sagt Christian Heidel, Manager des 1. FSV Mainz 05. "Wir haben ihn in Mainz immer in sehr guter Erinnerung behalten, der Kontakt zu ihm ist nie abgerissen. Mit seiner Präsenz und Torgefahr erhöht er die Qualität in unserem Kader und als Typ passt er sehr gut zu uns und in die Mannschaft."

Mohamed Zidan freut sich auf die Rückkehr nach Mainz. "Ich bin glücklich, dass der Wechsel im letzten Moment noch geklappt hat. Ich wollte unbedingt wieder nach Mainz, ich habe die tolle Zeit dort mit dem Verein und den Fans nie vergessen. Unglaublich, sie jetzt alles wieder zu treffen", sagt Zidan. "Ich habe in Dortmund fantastische Jahre erlebt, habe jetzt aber für mich eine neue sportliche Herausforderung gesucht. Ich freue mich auf meine neue Mannschaft und will ihr helfen, sich sportlich weiter positiv zu entwickeln."

Quelle: www.mainz05.de



Mainz 05 HILFT e.V.

Wir kümmern uns!


Adam Szalai
Dag Heydecker (links), Karl Kardinal Lehmann und Harald Strutz zeigen das T-Shirt von Mainz 05 HILFT bei der Pressekonferenz anlässlich der Vereinsgründung am 25. August 2010.

Der 1. FSV Mainz 05 ist längst nicht nur für seine sportlichen Leistungen und Erfolge, sondern auch für sein soziales Engagement in unterschiedlichen Bereichen bekannt. Um dieses weiter auszubauen und strukturierter zu organisieren, hat der Verein am 25.8.10 die Initiative »Mainz 05 HILFT e.V. . wir kümmern uns!« ins Leben gerufen. Da der Fußballclub »sporadisch schon immer geholfen hat, wenn es Bedarf und Bedürfnisse gab«, so Heinz Uepping, Sprecher des Initiativteams, sei die Gründung dieser Einrichtung naheliegend gewesen, zumal mit der sportlichen Entwicklung zugleich die sozialen Aktivitäten stiegen. In den letzten Jahren entwickelte sich daher der Gedanke stärker, mehr gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, denn »wir möchten als Verein den Menschen damit ein Stück zurückgeben.« Im Mittelpunkt stehen vor allem in Not geratene und benachteiligte Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen, aber auch karitative Organisationen und Projekte, die medizinische Versorgung für betroffene Personen sicher stellen, in der ganzen Region.

Diese erstreckt sich dem Verein zufolge, von Mainz über Rheinhessen, Alzey, den Rheingau und Taunus-Kreis bis nach Wiesbaden. Zweck des Vereins ist es, mit Spen­den unbürokratisch zu helfen. In diesem Sinne werden alle Einzelanfragen anonymisiert behandelt. Das Initiativteam, bestehend aus Ehrenamtlichen, Mitgliedern, Fans und Freiwilligen, betreut jeden Einzelfall, überprüft ihn zunächst auf die Vorgaben der Satzung und nimmt dann Kontakt mit der Person oder Einrichtung auf, um mit ihr Fragen über Kosten, Zweckmäßigkeit und Nachhaltigkeit zu klären. Der Abschlussreport wird einem Kuratorium vorgelegt, das die Unterstützung und Mittelzuweisung beschließt. »Je nach Vereinbarung können die Zahlungen sowohl in Form einer Gesamtsumme oder in mehreren Etappen fließen. Für größere Projekte versucht unser Team ebenfalls weitere Partner zur Finanzierung ins Boot zu holen«, erläutert Uepping den Prozess der Hilfeleistung. »Jedes Projekt wird außerdem von uns drei bis sechs Monate lang begleitet und evaluiert.« Dass im akuten Notfall der Entscheidungsbeschluss schneller erfolgt als üblich und auch mal unkonventionelle Wege beschritten werden, betont der Sprecher ausdrücklich: »Insbesondere bei lebensrettenden Aktionen wie zum Beispiel einer Rückenmarksspende. Dann wird, wie es in diesem Fall vorgekommen ist, sogar bei einem Fußballspiel zur Beteiligung aller im Stadion aufgerufen.« Seit der Vereinsgründung sind bereits 60 Projekte, Familien und Einzelfälle gefördert worden, ein Drittel davon waren Privatpersonen. Dafür standen bis Ende 2011 insgesamt 250.00 Euro aus Spenden, Förder-, Partner- und Mitgliedsbeiträgen sowie Erlösen aus Veranstaltungen zur Verfügung. »Ein großer Dank geht an die Partnerunternehmen, die eine wichtige finanzielle Stütze bilden.

Der 1. FSV ist ebenso Förderer der Initiative, die seine Ressourcen wie Marketing, Vertrieb sowie Mitarbeiter mitnutzt«, sagt Uepping. Generell habe er einen Anstieg der Anfragen von Bedürftigen in den knapp anderthalb Jahren registriert, und schätzt daher, dass mehr Geld in Zukunft notwendig sein wird. Ein Mindestspendenmaß habe der Verein sich zwar nicht gesetzt, aber für 2012 deutlich das Ziel formuliert, mehr Mitglieder anzuwerben, um dadurch noch mehr Unterstützung leisten zu können.

Sport und Soziales


Heinz Uepping
Heinz Uepping

Auch weitere unterschiedliche Aktionen und Veranstaltungen wie der in Kooperation mit Schott organisierte »Run for children«, dessen Erlös regionalen Kinderhilfsorganisationen zugute kommt, die kranke, behinderte und sozial benachteiligte Kinder unterstützen, sollen zum Zweck des Spendenaufrufs initiiert werden.

Persönlich hält Heinz Uepping, die Symbiose von Sport und Soziales für äußerst interessant. Hatte sich der ehemalige selbständige Unternehmer für seine Lebensplanung im Ruhestand doch vorgenommen, sich entweder für Kultur oder Sport einzusetzen. Durch Zufall ergab sich die Verbindung zu Mainz 05.

Dass mit Karl Kardinal Lehmann ein Geistlicher Schirmherr der Initiative ist, sieht Uepping als Vorteil an: »Wir sind stolz darauf, dass wir ihn für dieses Amt gewinnen konnten, denn er hat eine große Symbolkraft. Ich glaube, er passt gut zu uns. Er ist dem FSV verbunden und signalisiert das karitative und mildtätige Tun des Vereins.«

Mainz 05 HILFT e.V. ist ein untergegliederter Verein des 1. FSV Mainz 05. Zum Vorstand gehören Harald Strutz als Vorsitzender, Geschäftsführer Dag Heydecker, Friedhelm Andres, Michael Kammerer und Tobias Sparwasser. Der Verein hat 70 Mitglieder, die einen Jahresbeitrag 105 Euro bezahlen, alle derzeit 17 Partnerunternehmen haben sich zu einer Jahrspende von 10.000 Euro verpflichtet.

KH

Infos: www.mainz05hilft.de