Heft 256 Januar 2012
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Denkmal

Atelier in Wiesbaden -

Herz (und Kopf) in Mainz


Kopf Kosmatschof
Der Kopf auf dem Campus der Mainzer Uni ist - wenn man so will - ein typischer Kosmatschof.

Der Kopf auf dem Campus der Mainzer Uni ist - wenn man so will - ein ,typischer Kosmatschof'. Der russische Bildhauer liebt das Futuristische, Technische. Häufig wirken seine Skulpturen eher wie Maschinen als wie Kunstwerke. So auch der Eisenkopf auf der Wiese vor dem Kulturcafé (KuKaff). Das Gebilde sieht aus, als könnte es trotz seines rostigen Zustandes jederzeit in Bewegung geraten, mit dem großen Auge rollen oder die Zunge wieder einfahren, die sozusagen den Mund aus dem Gesicht streckt.

Für Kosmatschofs Verhältnisse ist der Campus-Kopf allerdings relativ klein geraten. Gern gestaltet der Künstler auch weit größere Installationen wie die 14 Meter hohe Skulptur auf der Rückseite des Mainzer Polizeipräsidiums oder den ebenso hohen ,Kugelstoßer' vor der Landeszentralbank in Mainz. Dessen Räderwerk hatte sich übrigens tatsächlich zu Anfang bewegt. Allerdings riefen die beweglichen Teile blitzende Lichteffekte hervor, die bis in die Schlafzimmer der umliegenden Anwohner strahlten und diese um den Schlaf brachten.

So entschied man sich, die Räder stillstehen zu lassen. Noch mehr Kosmatschof findet man in Mainz in Richtung Rheinufer. Da hat der heute 71Jährige fast einen eigenen kleinen Skulpturenpark, mit Werken vor der Spielbank, der Rheingoldhalle und Holzarbeiten im Foyer des Hyatt-Hotels. Wie aber verschlug es den Russen ausgerechnet ins Rhein-Main-Gebiet? Kosmatschof lebte und arbeitete bis 1983 in seinem Heimatland. Mit der Monumentalkunst des Sowjetreiches mit ihren gigantischen Büsten zur Heldenverehrung konnte er aber nie viel anfangen. 1983 durfte er dann endlich ausreisen.

Kosmatschofs Weg führte ihn über Graz und Worms im Jahr 1994 nach Wiesbaden. Dort lebt und arbeitet der Skulpteur und Maler bis heute. Allerdings: künstlerisch fühlt sich Kosmatschof in Mainz deutlich mehr zuhause als in der Nachbarstadt. Die Möglichkeit hier zu arbeiten, habe ihm den Start in Deutschland sehr erleichtert, sagte er einmal. Wiesbaden dagegen sei nicht unbedingt die Heimatstadt für moderne Kunst...

SoS