Heft 256 Januar 2012
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Alltagsfragen

Wie Wirkt Zahnpasta?

Ein Schutzfilm für die Zähne


zahnpasta

Sie ist weiß oder gestreift, schmeckt nach Menthol oder Kräutern und soll uns vor Karies und Parodonthose schützen. Nur, wie funktioniert sie, die Zahnpasta? DER MAINZER hat in der Zahnklinik der Unimedizin Mainz nachgefragt.

Um zu verstehen, wie Zahnpasta wirkt, muss man sich zunächst ansehen, wie Karies die Zähne angreift. »Karies wird hervorgerufen durch die Stoffwechselprodukte der Bakterien, die sich in unserer Mundhöhle befinden«, erklärt Brita Willershausen, Direktorin der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde. Erster Angriffspunkt dieser säurehaltigen Ausscheidungsprodukte der Bakterien ist der Zahnschmelz: Hat hier ein zersetzender Kariesdefekt begonnen, kann er nicht mehr rückgängig gemacht werden: »Der Karies wandert dann immer weiter nach innen. Es kann höchstens zu einem Stillstand des Prozesses kommen, eine Heilung von Karies ist indes nicht möglich«, weiß Willershausen.

Ein Schutzschild müsste also her, und genau das bietet die Zahnpasta: »In den meisten Zahnpasten ist eine recht hohe Menge an Natrium- oder Zinnfluoriden enthalten. Da der Zahnschmelz zu großen Teilen aus Calcium besteht, kann er diese Fluoride an sich binden. So entsteht eine Art Schutzschild um den Zahn« und die Säure verliert ihre Angriffsfläche.« Allerdings: »Dieser Schutzfilm ist natürlich recht dünn und kann schnell wieder abgerieben werden. Daher muss er oft erneuert werden, am besten nach jeder Mahlzeit«, rät Willershausen.

Auch Zahnfleisch braucht Schutz

Mit der richtigen Pflege kann der Kariesprozess also durchaus verhindert oder aufgehalten werden. Darüber hinaus wird von den meisten Zahnpasten noch ein weiterer Schmerzherd im Mund angesteuert. Da die Stoffwechselprodukte der Bakterien nicht nur die Zähne sondern auch das Zahnfleisch angreifen, kann es hier ebenfalls zu Entzündungen kommen: »In vielen Zahnpasten ist daher Chlorhexidin Digluconat enthalten, das sich direkt gegen Kei­me und Bakterien richtet.« Und weniger Bakterien bedeutet weniger Säure und somit weniger Schmerzen.

Dieses Phänomen lässt sich jedoch auch ohne Hilfe von Zahnpasta herbeiführen: »Natürlich hat unsere Ernährung einen erheblichen Einfluss auf unsere Mundflora. Wenn man die Bakterien nicht füttert, können sie sich auch nicht vermehren«, weiß Willershausen und fügt hinzu: »Am schnellsten vermehren sich die Bakterien durch Saccharose, also den ganz normalen Haushaltszucker. Es ist also schon viel geholfen bei der Ernährung darauf zu achten nicht übermäßig viel Zucker zu essen.«

Katrin Henrich