Heft 255 Dezember 2011
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Weihnachtsumfrage

In den Weihnachtstagen:

Karibik oder daheim?


Winterurlaub
Schnee und Berge wollen viele Skifahrer erst nach einem heimatlichen Heiligabend genießen.

Nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Viele Menschen sind der Hektik des Geschenkeinkaufens verfallen, wie man an den schnellen Schritten und nervösen Blicken beobachten kann. Manche dagegen lassen es bei ein paar Glühweinen eher gemütlich angehen. Egal, mit was man sich die Zeit bis zum Fest vertreibt, mich interessiert vielmehr: Mit wem und vor allem wo verbringen die Mainzer die Festtage? Mit der Familie, allein oder mit Freunden? Auf der Skipiste, in der Karibik oder doch lieber im heimischen Wohnzimmer? Längst beschränken sich die Wünsche für Heiligabend nicht mehr nur auf das Materielle, sondern auch die Umgebung muss der Stimmung entsprechend passen. Wer keine Lust auf Kälte und Schnee hat, fährt in die Sonne, samt Strand und Meer.

Andere schnallen sich die Skier unter und genießen Hüttenzauber in den Bergen. Bei meiner, natürlich nicht repräsentativen, Umfrage von 30 Personen habe ich herausgefunden, dass die Bewohner unserer Stadt es scheinbar bevorzugen, Weihnachten im familiären Kreis zu feiern. Die Befragten antworten, dass sie während der Festtage mit der »ganzen Familie«, das kann heißen, mit Großeltern, Enkelkindern und der restlichen Verwandtschaft, »mit den Eltern« oder »dem Partner« zusammen sein werden. Ob Auszubildende, Seniorenpaar oder Berufstätige mittleren Alters, alle geben dabei denselben Ort an, nämlich die eigenen vier Wände. Und die befinden sich bei der Mehrheit in Mainz und Umgebung. Ausgenommen sind lediglich die Pendler und Zugezogenen, die es in ihre heimischen Gefilde wie Hunsrück, Rheingau oder die Pfalz zieht, so auch Claudia. Die 21-jährige Studentin kann sich nichts anderes vorstellen, als bei der Familie in Landau über die Festtage zu sein.

Karibik Strand
Weihnachtsflüchter buchen frühzeitig und bevorzugen Sonne, Strand und Meer.

»Ich fahr kein Ski, außerdem freue ich mich, alle wieder zu sehen.« Erstaunt über die einheitlichen Aussagen rufe ich in zwei Reisebüros an. Kann es sein, dass der Trend, Weihnachten außerhalb Deutschlands zu verbringen, vorbei ist? In einem Reisbüro in der Altstadt beruhigt man mich. Bereits ein Jahr im Voraus buchten Stammkunden ihre Fernreisen etwa auf die Kanaren, Malediven oder nach Thailand. »Dorthin, wo die Sonne scheint und es warm ist, flüchten sie jede Weihnacht«, erzählt die Kundenberaterin. Auch ein Reisecenter bestätigt diese Auskunft. »Diese Urlauber fliegen grundsätzlich schon vor dem 24. Dezember, sonst lohnt es sich auch nicht«, sagt der Geschäftführer. »Skifahrer hingegen beginnen ihre Reise in die Berge meist erst am zweiten Feiertag. Heiligabend und den ersten Weihnachtstag verbringen sie traditionell mit der Familie.« Also, die Reisewelle ins Ausland scheint ungebrochen.

Ich werde mich übrigens vor den Festtagen mit meinen Eltern in den Schwarzwald absetzen. Somit befinde ich mich zwar nicht in Mainz, aber noch innerhalb der Republik. Die Kombination ist schließlich ebenfalls möglich. In diesem Sinne: Schöne Weihnacht, wo und mit wem auch immer Sie diese verbringen.

KH