Heft 253 Oktober 2011
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Stadt der Wissenschaft

Im Gutenbergmuseum

Buchstaben mit Starqualität


Alex Gophers »The child«
Alex Gophers »The child« ist ein herausragendes Beispiele von »Schrift in Bewegung«, zu sehen im Gutenbergmuseum

Mainz als Geburtsort des Buchdrucks hat auch im Jahr als Stadt der Wissenschaft die Verpflichtung sich seiner größten Erfindung zu widmen. Nicht, dass das nicht geschehen wäre, aber mit der neuen Ausstellung »Moving Types« im Gutenberg-Museum legt man noch mal eine Schippe drauf. Wobei es diesmal nicht unbedingt tatsächlich um die beweglichen Lettern des Millennium-Mannes geht, sondern eher um bewegte Bilder.

Die ab 20. Oktober laufende Ausstellung schlägt einen großen Bogen von den Anfängen des Films bis in das cineastische Heute. Gezeigt werden Kurzfilme, Filmausschnitte, Werbeclips und Musikvideos aus über 100 Jahren Filmgeschichte, in denen Buchstaben die Hauptrolle übernehmen. Und da sind wir doch wieder bei Gutenberg. Herzstück ist die offene Medienlounge, in der herausragende Beispiele von »Schrift in Bewegung« von internationalen Filmemachern und Designern gezeigt werden.

Zu sehen sind Werke internationaler Künstler wie Marcel Duchamp, László Moholy-Nagy, Oskar Fischinger, George Lucas, Peter Greenaway, Kyle Cooper oder Alex Gopher, aber auch eine Oscar prämierte Logo-Animation oder Vorspänne von Kinofilmen wie Matrix und James Bond. Dazu gibt es Interviews mit bekannten und stilprägenden Gestalter-Persönlichkeiten. Absolut sehenswert ist übrigens auch die ab Oktober zur Medienfassade veränderte Fassade des Museums. Die Besucher beteiligen sich interaktiv an der Gestaltung und bringen mittels SMS-Botschaften die Fassade zum Tanzen.

Weil man sich im Gutenberg-Museum bewusst ist, dass heutzutage ein gut bestücktes Rahmenprogramm dazu gehört, hat man sich einiges ausgedacht. Los geht's mit der Kurzfilmnacht am 27. Oktober. Da kann man die besten Filme der Ausstellung mal auf großer Leinwand sehen und bekommt zusätzlich von Dr. Andreas Janser, Kurator des Museums für Gestaltung in Zürich, interessante Infos zu den einzelnen Filmchen. Für die jüngeren Besucher dürfte vor allem die »Werkstatt« am 29. Oktober spannend sein, in der sie unter Anleitung selbst mit Film und Buchstaben experimentieren können. Diese »Werkstatt« wird am 26. November und 17. Dezember wiederholt. Außerdem finden bis zum Ende der Ausstellung unzählige Workshops, etwa zum Daumenkino, Führungen, Vorträge und Themenabende statt.

Daniela Tratschitt

Infos: »Moving Types - Lettern in Bewegung«, von 20. Oktober bis 22. April, Gutenberg-Museum, Liebfrauenplatz, Anmeldung für die Kinderwerkstatt: 06131 122686, www.gutenberg-museum.de