Heft 253 Oktober 2011
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Kneipe

In der Tradition der Kulturlounge

»schon schön« nutzt Nischen


schonschön-Raucherlounge
In der schon schön-Raucherlounge wird auch Videokunst vom »Tanzcafé Kommando« gezeigt.

Das »schon schön« ist sozusagen ein Nachkomme berühmter Vorfahren. Die Mutter der heutigen Erfolgslocation war das bei vielen Mainzern und Nicht-Mainzern beliebte Schick und Schön am Südbahnhof. Elternpaar der ersten grundentspannten Kulturlounge in Mainz waren damals Gerrit Schick und Norbert Schön. Als der alte und vergammelte Südbahnhof letztendlich einem modernen Gebäude weichen musste, wich auch das Schick und Schön. Und zwar aus in die Kaiserstraße, wo es heute noch beheimatet ist. Norbert Schön wollte aber mehr, hat das Schick hinter sich gelassen und sich im schonschön auf der Großen Bleiche niedergelassen.

Platz für Nischen

Das schon schön sieht sich in der Tradition seiner Vorfahren als Kulturlounge. Zwar kann man hier ziemlich gut abtanzen, aber man kann auch mehr. »Wir haben Platz für Nischen geschaffen«, erklärt Norbert Schön. Und so kommt es, dass am Montag auf der Bühne Jazz gespielt wird, dass ein Dienstag der Literatur gehört und an einem Freitag Kunst gemacht wird. Das LiteraturBüro Mainz macht übrigens gelegentlich auch Veranstaltungen im schonschön. Zum Beispiel am 27. Oktober mit dem »Riot-Grrrl-Abend" mit DJ Patex, Katja Peglow und Jonas Engelmann.

Nur Kreativität zählt

Bei der monatlichen »Literaturshow« - moderiert von der preisgekrönten Schriftstellerin und schonschön-Barkeeperin Henriette Clara Herborn - stellt ein regionaler Autor sein Werk vor. Weil man aber auch sehen will, wie viel Potenzial in den eigenen Gästen steckt, wird nach der Lesung das Mikrophon für eröffnet erklärt. Ob Gedicht, Rap oder Kurzgeschichte - hier zählt nur die Kreativität. Die ist auch beim »Tanzcafé Kommando« gefragt, allerdings weniger vom Publikum. Sabine Idstein von MoguntiArs stellt jeden Monat ein einmaliges Programm auf die Beine - mit Videokunst in der Raucherlounge, Performance oder Theater auf der Bühne. Und das Ganze bei laufendem Klubbetrieb. »Räumlichkeit, Freitagnachtatmosphäre und Tanzpublikum erlauben keine Ausstellung im klassischen Sinn mit Exponaten«, erklärt die Kunsthistorikerin. »Das Besondere an dieser Veranstaltung ist, dass wir all unsere Kraft nur für diesen einen Abend investieren. So bleibt es exklusiv und das wissen die Künstler zu schätzen.« Im schonschön hat man also jede Menge Möglichkeiten - das gilt für die Veranstalter genauso wie für die Gäste. Die können entweder exklusive Konzerte besuchen, zu schweißtreibendem House abtanzen, einer Lesung lauschen, Kunst genießen oder einfach in der Raucherlounge chillen

Daniela Tratschitt

Infos: Kulturclub schon schön,
Mo-Sa ab 21 Uhr,
Große Bleiche 60-62, Mainz,
Telefon: 06131 4944411,
www.schon-schoen.de