Heft 252 September 2011
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»Die längste Reise ist...

die Reise nach innen«


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Auf seine Initiative hin wurde die Friedenstruppe der Vereinten Nationen (UN), die so genannten Blauhelme, gegründet, die erste und zweite internationale Konferenz zum friedlichen Gebrauch von Atomenergie in Genf organisiert und ein »Raum der Stille« für alle Weltreligionen im Hauptquartier in New York eingerichtet. Der UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld war nicht nur eine Persönlichkeit der Taten mit diplomatischer Weitsicht und Friedensnobelpreisträger, sondern, wie sich herausstellte, auch ein tief religiöser Denker und christlicher Mystiker. Nach seinem Tod am 18. September 1961, verursacht durch einen bis heute ungeklärten Flugzeugabsturz über dem Kongo, überraschte die Veröffentlichung des spirituellen Tagebuchs Vägmärken (übersetzt: Zeichen am Weg) des als verschlossenen geltenden Staatsmannes aus Schweden.

Anstelle von politischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Themen finden sich in diesen Aufzeichnungen, die Hammarskjöld selbst als »eine Art Weißbuch meiner Verhandlungen mit mir - und mit Gott« nannte, philosophische Überlegungen eines Mannes der Meditation und des Gebets.

Anlässlich des 50. Todestags des prominenten Politikers richtet Pfarrer Rainer Beier der Evangelischen Stadtkirchenarbeit am 18. September zwei Veranstaltungen in der St. Johannis-Kirche Mainz aus: Morgens hält Pfarrerin Dr. Opitz-Chen einen Gedenkgottesdienst, abends findet eine Autorenlesung mit dem Schriftsteller und Publizisten Dr. Oliver Kohler statt, die mit einem schriftlichen Gruß des schwedischen Botschafters in Deutschland eingeleitet wird. »Dr. Kohler hat mir den äußeren Impuls für diese Veranstaltung gegeben, da er im letzten Monat sein Buch mit dem Titel ,Die läng­ste Reise ist die Reise nach innen' zu Dag Hammarskjöld Tagebuch herausbrachte«, erläutert Beier seine Idee. »Der innere Impuls ist mein Projekt der evangelischen Erinnerungskultur in ökumenischer Weite, bei der besondere Orte oder Personen eine Rolle spielen.

In diesem Kontext passt der charismatische Pazifist Hammarskjöld mit seiner tiefen Religiosität und seinen mystischen Erfahrungen wunderbar.« Kohler, der Auszüge aus seinem Buch vortragen und die Gedanken des Politikers interpretieren und kommentieren wird, erklärt seine Begeisterung für dessen Texte: »Es ist an der Zeit, sich an Dag Hammarskjöld zu erinnern. Die Faszination dieser originellen, nicht opportunistischen, sondern wertorientierten Persönlichkeit voller Komplexe und Visionen ist groß. Er war einer der seltenen Politiker, der Kompetenz und Augenmaß, Mut und Demut, Bildung und Spiritualität vereint.«

KH



Theresa Hay

Fasziniert von Alaska & Bären


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Es ist eine intensive Liebe, die Theresa Hay mit Alaska verbindet. Seit mehr als 20 Jahren fährt die Mainzerin mit ihrem Mann in den Sommermonaten nach Alaska. Manchmal ist sie auch im Herbst oder Winter dort. Aus dieser Begeisterung entstanden diverse Bücher, Filme und Vortragsreihen. Was Theresa Hay fasziniert, will sie anderen nahe bringen: Die Weite, die grandiosen Landschaften, die Natur, die unversehrten Wälder, die wilden Flüsse und Gletscher und riesigen Berge, die Tiere - vor allem die Bären haben es ihr angetan. Nach »Bärensommer« und »Bärenwinter« veröffentlichte sie kürzlich »Bären, Wölfe und große Fische«. Illustriert mit vielen Farb- und Schwarzweißfotos berichtet Theresa Hay von Aufenthalten an der Südwestküste Alaskas. Einem Landstrich, so schreibt sie, geprägt von schroffen Küsten, unversehrten Wäldern, Flüssen, Gletschern, Vulkanen und weiten, grünen Tälern. Dort konnte sie unter teils abenteuerlichen Bedingungen beobachten, wie riesige Braun­bären und Wölfe gemeinsam nach dicken Lachsen fischen.

Infos:
Theresa Hay: Bären, Wölfe und große Fische ISBN: 978-3941139978 - Telescope Verlag, im Buchhandel oder über www.baeren.bodautor.de zu bestellen, das Buch kostet € 13,90

SoS