Heft 252 September 2011
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Dies und Das

Für immer und ewig

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»Ich geh nimmer nuff!« Eine beliebte Aussage aus alten Zeiten. Wenn die Nullfünfer schlecht gespielt hatten. Der Satz passt nicht mehr. Weil sie besser spielen. Jedenfalls in einer anderen Liga. Außerdem müsste es heißen: »Ich geh nimmer naus!« Das neue Stadion liegt nicht »obbe«, sondern draußen, inmitten von Feldern.

Bis das verinnerlicht ist, ist vielleicht auch der Ärger verraucht. Vielleicht. Manche, auch eingefleischte, altgediente und Ungemach erprobte Fans sind stinkesauer. Immer noch. Obwohl die neue Arena so schön ist. Aber dieser Kuddelmuddel wegen der Dauerkarten, der zerrte gewaltig an den Nerven. Manche traf es auch echt hart. Zuerst eine Platzzuweisung, die ganz weit weg vom Wunschplatz ist. Dann bangen und bibbern bis zum ersten Spieltag: kommt die Dauerkarte? Wenn nicht: wie komme ich rein? Geplagt vom ärgerlichen: »Beim Geld einziehen, waren sie blitzschnell. Setzen einen unter Druck, von wegen Zahlung am besten vorgestern und dann lassen sie sich viel Zeit.«

Riesenerleichterung als das Kärtchen endlich im Briefkasten lag. Noch mal gut gegangen. Am Stadioneingang dann der Schock: Das Ding funktioniert nicht. Schon wieder bibbern. Kurz vor dem Anpfiff war endlich die Ersatzkarte ausgestellt. Zum Glück gabs beim ersten Spiel Getränke noch gegen bares. Und lange Schlangen. Auch egal. Nach dem zweiten Tor sowieso. Kaum war die Freude über den Sieg erschöpft die nächste bange Frage: Wie komme ich beim Heimspiel in zwei Wochen rein? Erneutes stundenlanges Hängen in der Hotline-Warteschlange und E-Mails schreiben, die niemand beantwortet, war angesagt. Nervig! Einen Tag vor dem zweiten Heimspiel kommt - eine Ersatzkarte.

Aufladen geht die nicht. Von wegen Getränke und so. Aber sie ermöglicht den Eintritt. Immerhin. Jetzt, eine Woche vor dem dritten Heimspiel ist das funktionierende Plastikkärtchen immer noch nicht da! Leut', Ihr stellt die Geduld von Euch, im Grunde, wohl gesonnenen Fans ganz schön auf die Probe. Am allerärgerlichsten ist aber die Tatsache, dass die Chefs des Vereins noch kein öffentliches Wort des Bedauerns über die Lippen brachten. Was ist so schwer daran, zu sagen: »Liebe Fans, es tut uns leid, dass nicht alles so klappt, wie es soll und ihr darunter leiden müsst?«

»Diesseits von Eden«

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Deutschlands wichtigstes integratives Theaterfestival »Grenzenlos Kultur« startet am 8. September im Mainzer KUZ. 22 Veranstaltungen von Projekten aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Österreich, Portugal und Ungarn stehen auf dem Programm. 1997 war »Grenzenlos Kultur« das erste Festival für Kunst von Menschen mit geistiger Behinderung im deutschsprachigen Raum. Seitdem entwickelte sich das Lebenshilfe-Festival zur Plattform für ungewöhnliche, oft experimentelle, immer auch gesellschaftspolitisch motivierte Kunst- und Theaterformen.

Theater, Tanz, Performance und Konzerte hinterfragen zwei Wochen lang die vermeintliche Natürlichkeit westlich geprägter Leitkultur. Künstler mit und ohne Behinderungen verweigern sich gemeinsam dem Glauben, dass die beste aller möglichen Welten bereits entdeckt sei. Schon Kleist wusste »das Paradies ist verriegelt und der Cherub hinter uns; wir müssen die Reise um die Welt machen, und sehen, ob es vielleicht von hinten irgendwo wieder offen ist.« Infos zum Programm und zu Reservierung von Eintrittskarten: www.grenzenlos-kultur.de

Mainzer Kunstbiennale »...3x klingeln!«

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Am 10. und 11. September ist es wieder soweit. Es ist nicht weltberühmt, aber längst auch nicht mehr nur stadtbekannt und wird von vielen sehnlichst erwartet: Die Mainzer Kunstbiennale »...3xklingeln!«. Die achte Ausgabe führt erneut Kunstschaffende und Neugierige zusammen. Auf ungewöhnliche Weise. Trotz knapper werdenden Zuschüssen schaffen es die Erfinder und Organisatoren der Aktion, Christiane Schauder und Günter Minas, ein opulentes Programm zusammenzustellen. Mit bildenden Künstlern aller Sparten aus Deutschland, aus Frankreich, Lettland, China, Kroatien und den USA, mit vielen neuen »Locations« und mit viel Literatur und Musik.

Dem Prinzip folgend, 25 Künstler für ein Wochenende mit ihren Arbeiten in Wohnungen, Büros, Höfen, Kellern und anderen privaten Räumen eines Stadtviertels einzuladen. Und Sie, die Besucher müssen einfach dreimal klingeln. Schon öffnen sich ungeahnte und ungewöhnliche Ein- und Ausblicke. Bei dieser »kleinsten Biennale der Welt« ist neben der Neustadt auch das Bleichenviertel dabei, ein Quartier, das sich mehr und mehr zur spannenden Kulturmeile entwickelt. Infos: www.dreimalklingeln.de Tel: 0173 - 3271039