Heft 251 August 2011
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Denkmal

Denkmal Petermann-Skultpur

Elisabeth schenkt Elisabeth


Petermann-Skultpur Elisabeth

Eingebettet zwischen Seerosen und Schilf steht sie an einem Seerosenteich, malerisch unter den hängenden Zweigen einer Birke, die Arme anmutig empor gestreckt: ein Bild puren Idylls. Der Na­me der zarten Bronzefigur lautet »Elisabeth«. Seit Oktober 2010 ziert sie den kleinen Teich im Botanischen Garten auf dem Gelände der Mainzer Uni. Elisabeth ist eine weitere Skulptur des Mainzer Bildhauers Reinhold Petermann, der sie bereits in den 1950-er Jahren schuf.

An ihren traumhaften Standort im Botanischen Garten gelangte sie dank einer Namensvetterin: der Mainzer Professorin Elisabeth Gateff. Die Forscherin leitete von 1983 bis 1997 das Institut für Genetik an der Mainzer Uni. Aufgewachsen war sie in Sofia, wo ihr Vater den königlichen Botanischen Garten leitete. Vermutlich deshalb fühlte sich Elisabeth Gateff dem Mainzer Botanischen Garten immer sehr eng verbunden. Sie gehörte zu den ersten Mitgliedern seines Freundeskreises und begann später, den Garten auch finanziell zu unterstützen.

Unter anderem half sie mit einer Spende die Grüne Schule ins Leben zu rufen. In den vergangenen Jahren erwarb Elisabeth Gateff außerdem mehrere Kunstwerke, Gemälde und Skulpturen, und stiftete sie dem Garten - unter anderem eben auch die »Elisabeth« aus Bronze. Im Gegensatz zu dem »Mann mit Pferd« vor dem Eingang zum Philosophicum ist die zierliche Figur ein sehr typisches Kunstwerk für Petermann: Frauen und der weibliche Körper stehen im Zentrum seiner Arbeit.

Petermann sagte einmal, er kenne den weiblichen Körper so gut, dass er kein Modell mehr brauche. Sollte es für Elisabeth dennoch ein reales Vorbild geben, so dürfte wohl manch ein männlicher Betrachter es gerne kennen lernen wollen. »Nymphaea odorata« steht zu Elisabeths Füßen auf einem Schild im Wasser. Und auch wenn klar ist, dass sich diese Bezeichnung auf die Seerosen in dem Teich bezieht, könnte sie doch genauso gut der zarten Frauenfigur dahinter gelten. »Nymphaea odorato«: die Duftseerose. Wie eine Nymphe sieht auch Elisabeth aus und dass sie duften würde, wäre sie mit Leben erfüllt, das will man sofort glauben.

Ilona Hartmann