Heft 251 August 2011
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Ruder-Weltmeisterschaft

Mainzer starten bei Ruder-Weltmeisterschaften im August

In die Riemen, fertig, los


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Junge Rudertalente herausfiltern und betreuen - das scheint im Mainzer Ruderverein von 1878 gut zu funktionieren. Immerhin zeugt eine beachtliche Bildergalerie im Eingangsbereich des Vereins von den bisherigen Erfolgen der hiesigen Ruderer: Vom deutschen Meister bis zum Weltmeister ist alles dabei.

In wie weit die bestehende Galerie in diesem Jahr noch vergrößert werden kann, ist natürlich Spekulationssache. Theoretisch könnte sie aber durch weitere Weltmeisterschaftsbilder aufgestockt werden, denn allein im August wird der Mainzer Ruderverein auf zwei WMs vertreten sein. Los geht's am 4. August, wenn in Eton / Großbritannien der Startschuss für die Junioren Weltmeisterschaft fällt. Mit von der Partie der Mainzer Ruderer Moritz Moos. Deutscher Meister im Leichtgewichtseiner ist er bereits: mit sage und schreibe zwölf Sekunden Vorsprung fuhr er der Konkurrenz davon. Kein Wunder also, dass ein bisschen Stolz mitschwingt, wenn Landestrainer Robert Sens über das 17-jährige Rudertalent spricht: »Eigentlich fährt Moritz in der Leichtgewichtsklasse. Bei der Junioren WM gibt es aber nur die Schwergewichtsklasse. Es ist daher eine enorme Leistung, dass er bei dieser WM im Nationalkader dabei sein kann, auch wenn er erst mal als Ersatzmann gehandelt wird.«

Doch nicht nur bei der Junioren WM wird ein Mainzer vertreten sein, auch bei der WM der Erwachsenen vom 28. August bis 4. September in Bled / Slowenien sind mit Sebastian Schmidt und Jonathan Koch zwei Mainzer am Start. Sebastian Schmidt ist gewissermaßen ein alter Hase in Sachen Weltmeisterschaft und konnte in den vergangenen Jahren schon ein paar Titel für den Mainzer Ruderverein einheimsen. Auch für Sportstudent Jonathan Koch sind Weltmeisterschaften kein Neuland: Im letzten Jahr startete er bei der WM in Neuseeland. Auf die diesjährige WM in Slowenien freut er sich sehr, weiß aber, dass da ein schweres Stück Arbeit vor ihm liegt: »Ich habe viel trainiert und versuche mich ständig weiter zu verbessern. Allerdings liegen in der Klasse, in der ich starte, alle Sportler ziemlich nah beieinander. Der kleinste Fehler kann dich also schon nach hinten werfen.« Auch Trainer Robert Sens will die Erwartungen zunächst nicht zu hoch schrauben: »Jonathan startet im Leichtgewichtseiner und da ist das Feld ungefähr gleich stark. Das ist also eine sehr harte Klasse, wenn es aber gut läuft, könnte für Jonathan schon eine Medaille rausspringen.«


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Koordinationsarbeit

Zu gönnen wäre es dem gebürtigen Gießener: Seit November 2010 trainiert er für die WM in Slowenien. Sieben Wochen vor dem Startschuss ging es dann ins Trainingslager in Weißensee in Österreich: »In den Hochphasen vor internationalen Wettkämpfen sind 35 Stunden Trainingszeit in der Woche keine Seltenheit«, weiß Sens und fügt hinzu: »Da wird Rudern zum Vollzeitjob.«

Erfolg fällt also auch beim Rudern nicht vom Himmel und so wird der Alltag der Mainzer Spitzenruderer auch in wettkampfärmeren Zeiten vor allem durch wechselnde Trainingseinheiten bestimmt. »Im Normalfall trainieren Ruderer wie Jonathan Koch um die 25 Stunden in der Woche«, erklärt Sens. Um dieses Leistungspensum mit Studium oder Schule in Einklang zu bringen leistet der Mainzer Ruderverein neben der sportlichen Betreuung auch vieles an Koordinationsarbeit. »Jeder Ruderer, der im Bundeskader ist, bekommt hier im Verein sein eigenes Zimmer. So spart man sich die Zeit während zwei Trainingseinheiten nach Hause zu fahren, um sich auszuruhen«, erläutert Sens. Ausgestattet sind die Zimmer mit Bett, Schrank und Schreibtisch. Des Weiteren verfügt der Verein über eine große Küche, in der sich die Sportler stärken können. »Ziel ist es, dass sich Topleute hier ohne große Organisationsverluste aufhalten können. Diese würden entstehen, wenn sie zum Lernen, Ausruhen, oder Kochen jedes Mal wegfahren und dann zur nächsten Trainingseinheit wieder herkommen müssten«, fasst Sens das Konzept des Vereins zusammen.

Und wer weiß, vielleicht spiegelt sich der Erfolg dieses Konzepts schon bald in Form neuer Fotos in der WM Bildergalerie des Rudervereins wieder.

Katrin Henrich

Infos: www.mainzerruderverein.de