Heft 251 August 2011
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Feiern

Seniorensommerfest

Treffpunkt für Jung und Alt


Senioren
Durchschnittlich 1.500 Menschen besuchen das Seniorensommerfest, das seit 1996 jährlich stattfindet.

Nein, hier treffen sich nicht nur Damen und Herren ab 60 Jahre zu einem netten Plausch bei Kaffee und Kuchen. Das alljährliche Seniorensommerfest auf dem Domplatz ist ein kommunikativer und vor allem informativer Treffpunkt für Alt und Jung. Warum auch für die jüngere Generation? Weil sie unverhofft mit dem Problem konfrontiert werden könnten, dass Eltern oder Großeltern etwas Unvorhergesehenes passiert oder diese schwer erkranken und sich nicht mehr selber versorgen können.

Woher bekommt man schnellst möglich Hilfe, findet die geeignete häusliche Pflege oder gar einen Platz im Heim? »Mit diesen Gedanken beschäftigen sich Jugendliche natürlich nicht, was verständlich ist. Aber Personen, die 20 Jahre und älter sind, sollten solche Situationen für ihre Angehören in Betracht ziehen«, erklärt Fest-Veranstalterin Christiane Gerhardt. »Viele wissen dann meist nicht, wie sie handeln oder an wen sie sich wenden sollen.« Rat und Auskunft über Hilfsmaßnahmen und Unterstützung in solchen Fällen geben auf dem Fest die zahlreichen Einrichtungen und Organisationen aus den unterschiedlichen sozialen und medizinischen Bereichen.

Darüber hinaus können junge Menschen die Gelegenheit nutzen, um sich über Praktika und Jobs zu informieren, und auch das generationenübergreifende Wohnen wird thematisiert. »Natürlich richtet sich die Veranstaltung vor allem an die ältere Generation, denn hier findet sie für einen Tag, an einem Ort alles für ihre Interessen und Bedürfnisse etwa aus den Bereichen Gesundheit, Sport, Reisen, Ernährung, Freizeitgestaltung, Seniorensicherheit oder seniorengerechtes Wohnen«, sagt Gerhardt, die Leiterin der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes - Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland e.V. (KISS) ist. Viel Zeit nehmen sich die Aussteller bei ihren individuellen Beratungen und Fachgesprächen und nebenbei dient ein großes Bühnenprogramm mit Tanz, Gesang, Modenschauen und Akrobatik der Unterhaltung. Jedes Jahr im Sommer findet das große Event statt, das 1995 ins Leben gerufen wurde.

Gemeinsam statt Einsam

Organisation
Die Organisatoren: (v.l.) Christiane Gerhardt, Wolfgang-Michael Duschl und Waltraud Platte.

Christiane Gerhardt initiierte Anfang 1994 ein Treffen für Seniorinnen und Senioren unter dem Titel »Gemeinsam statt einsam«. »Dabei diskutierten sie eifrig darüber, warum jede größere Gruppe in der Stadt ihr Fest hat, nur sie nicht. Es gibt ja sehr viele Kerben, Kinderaktionen und einiges mehr«, erzählt sie. »Dann haben wir den Beschluss gefasst, ebenfalls eins für sie auf die Beine zu stellen. Wir wollten zeigen, dass es diese Altersgruppe gibt.« Der demografische Wandel hätte dies bereits bestätigt.

Ein Jahr danach, am 30. August, fand das erste Seniorensommerfest statt als Teil der Veranstaltungsreihe »Mainz lebt auf seinen Plätzen«. Finanziert wurde es aus dem Erlös des Verkaufs eines Kochbuches »Geheimrezepte aus Großmutters Küche«, das die KISS-Leiterin mit anderen Seniorinnen erstellte. »Große Unterstützung von Seiten der Stadt für unsere Vorhaben erhielt ich vom Sozialdezernenten Willi Abts, wie auch von allen weiteren Dezernenten bis heute.«

Ab 1996 kamen als Veranstaltungspartner der städtische Seniorenbeirat und das Seniorenmagazin conSens hinzu, das bereits Werbung für das Kochbuch machte. Dessen Verleger Wolfgang-Michael Duschl erinnert sich: »Über diesen Weg habe ich Frau Gerhardt kennen gelernt. Der Schritt war daher naheliegend und wichtig, dass das Magazin der Stadt Mainz an dieser großen Veranstaltung für Seniorinnen und Senioren partizipiert.«

Er sorgt seitdem für die Bewerbung und Bekanntmachung jedes Festes, für das er auch Jung-Senioren, die sich in der Übergangsphase von der Arbeit in den Ruhestand oder kurz vor dem Eintritt in das Rentenalter befinden, als eine weitere Zielgruppe sieht. Der 65-Jährige betont zudem die jährliche Ausrichtung des Festes, das zwar schon Stammbesucher hat, aber von manchen Menschen aus dem Umland erst »entdeckt« wird, wenn sie die Landehauptstadt im Sommer besichtigen. »Einige sind von unserem Angebot und Unterhaltungsprogramm so begeistert, dass sie sich etwas Ähnliches auch für ihren Ort wünschen.«

Am 21. August wird in diesem Jahr das Seniorensommerfest unter dem Motto »Lebensfroh in Mainz, in unserer Wissenschaftsstadt« ausgerichtet. Längst vorbei ist die Anfangszeit, in der es nur vier Stunden dauerte und mit nur wenigen Ständen bestückt war. Kontinuierlich wuchs die Vielfalt. Inzwischen präsentieren sich 48 Einrichtungen und durchschnittlich 1.500 Menschen besuchen von 11 bis 18 Uhr die Veranstaltung. Gerhardt, die seit fünf Jahren auch Vorsitzende des Seniorenbeirats ist, freut sich über die Entwicklung: »Dieses Traditionsfest verbindet Generationen miteinander und gibt jedem die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen. In Mainz muss niemand allein sein.«

KH