Heft 248 Mai 2011
Werbung




Mainzer Köpfe

Lukas Prinz mit der BUND-jugend im Einsatz

»Dieses Engagement lohnt sich«


Prinz

Ruhig, besonnen, die Worte abwägend- Lukas Prinz vermittelt den Eindruck, genau zu wissen, was er will und warum er was macht. In München geboren, in der Nähe vom Stuttgart aufgewachsen, führten ihn FÖJ und Studium 2009 nach Mainz. Umweltthemen sind von klein auf sein Ding. Immer mehr auch die globale Politik. Was, nicht erst seit Fukushima, zusammenpasst.

»Ich hätte auch in Berlin studieren können oder in Tübingen, aber Mainz ist überschaubarer als die Hauptstadt und hat eine Campus-Uni, das sprach mich mehr an.« Dazu kam noch die Idee, bei der BUNDjugend ein FÖJ, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr, absolvieren zu können: »Ich denke, es ist gut, nach dem Abitur einen Dienst an der Gesellschaft zu leisten, sich gleichzeitig orientieren zu können und mit dem normalen Arbeitsleben vertraut zu werden.«

Von Kindesbeinen an interessierte sich der 20-Jährige für »die Umwelt«. Die Eltern waren und sind BUND-Mitglieder, durch die Familienmitgliedschaft war Lukas Prinz sozusagen automatisch drin. Immer nah dran an den Themen der Umweltbewegung, waren es Aktionen von Neonazis, die ihn zum Engagement »in festeren Strukturen« animierten. Mit Freunden von der Schule und vom Jugendhaus besuchte Lukas Prinz 2008 einen Diskussionsabend mit Eva Herrmann in Nürtingen, organisiert von der CDU. »Wir wollten uns über die familienpolitischen Positionen informieren. Als die Veranstaltung vorbei war, wurden wir überfallen von Neonazis, die haben auf uns gewartet, verprügelten uns, die Polizei kam, als alles vorbei war.« Im Jugendhaus wurde der Vorfall diskutiert, Leserbriefe geschrieben - aber: »Wir waren machtlos, die Ermittlungen verliefen im Sande.«

Der damals 17-Jährige wollte mehr erreichen - aber nicht in eine politische Partei eintreten: »Ich stehe der Parteipolitik eher kritisch gegenüber, dort ist die Wählerorientierung vorherrschend, in Wahlkämpfen wird viel versprochen, später wenig davon gehalten. Ich möchte lieber inhaltlich, sachlich und vor allem unabhängig arbeiten.« Die Frage, ob nicht auch Verbände wie der BUND schon aus finanziellen Gründen »abhängig« sind, verneint Lukas Prinz: »Beim BUND ist Unabhängigkeit ein Gebot, es gibt keine Kooperationen nur des Geldes wegen - das ist einer der Gründe, warum ich in diesem Verband noch immer aktiv bin.«

»Es ist ein Ehrenamt, es macht Spaß«


Aktiv, das heißt konkret: Teilnahme an Sitzungen, Mitarbeit in Projekten wie WELTbewusst (siehe Kasten), als Mitglied der kommissarischen Landesjugendvertretung die Interessen der BUNDjugend gegenüber dem Landesvorstand vertreten. Kommissarisch wirkt die Landesjugendvertretung weil ihr die erforderlichen Mitglieder fehlen: »Es mangelt uns, wie wohl allen Umweltverbänden an aktiven und jungen Mitgliedern«, weiß Prinz. Außerdem ist er noch Mitglied im überregionalen Jugendbündnis Zukunftsenergie (www.zukunftsenergie.org), in dem auch andere Jugendumweltverbände und freie Aktive mitarbeiten. Den ehrenamtlichen Arbeitseinsatz, den Zeitaufwand hinterfragt er nicht: »Mir geht es um die Sache. Allerdings setze ich mittlerweile schon Präferenzen, wenn ich meine, Studium oder Privatleben kommen zu kurz.«

Infos Weltbewusst -

Der Stadtrundgang zu Globalisierung & nachhaltigem Konsum in Mainz: 13. & 14. Mai 2011, Ort: Cafe Pause und BUNDjugend Landesgeschäftsstelle (Hindenburgplatz 3, 55118 Mainz) MeenzGlobal bietet Stadtrundgänge für jungen Menschen mit einem globalen Blickwinkel an: vor H & M, McDonalds, Tchibo, dem Handygeschäft, dem Weltladen und an anderen Stationen wird aufgezeigt, wie unser Einkaufsverhalten mit ökologischen und sozialen Missständen in anderen Teilen der Welt zusammenhängt und wie wir alle durch bewussten Konsum positiv Einfluss nehmen können. Mittels interaktiver Methoden werden Kritik und positive Ansätze vermittelt. Im Fokus steht das Bewusstsein für weltweite Zusammenhänge, für Gerechtigkeit und für unsere Verantwortung.

Das MultiplikatorInnenseminar stellt Methoden, Materialien und Hintergrundinformationen vor und macht Euch zu StadtrundgängerInnen für Mainz! Dies ist ein Gemeinschaftsprojekt vom Weltladen Unterwegs mit der BUNDjugend und attac Mainz. Wir freuen uns über neue Leute in unserer Gruppe! Weitere Infos: www.weltbewusst.org

Sachlich, präzise, eloquent beantwortet der 20-Jährige die Fragen, vermittelt eine klare Haltung, ohne Überheblichkeit - »ich habe während des FÖJ die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für den Klimagipfel in Kopenhagen 2009 gemacht«, beantwortet er die Frage, wo er das gelernt habe. Vorträge an Schulen gehörten ebenso dazu wie der Umgang mit den Medien und: »Das Thema war für mich ideal, weil ich meine Interessen für internationale Politik mit denen der Umweltpolitik verbinden konnte.«

Dieses Interesse setzt sich im Studium von Politik- und Wirtschaftswissenschaften fort. Geplant ist ein Auslandssemester, am liebsten in Nordamerika, in Genf oder in Straßburg. Ohne Stipendium wird sich das allerdings nicht verwirklichen lassen. Die Studiumsfinanzierung funktioniert mithilfe von BAföG, Eltern und Großeltern - die beiden jüngeren Schwestern dürften ebenfalls demnächst familiäre Ausbildungsunterstützung brauchen.

Ist der Bachelor geschafft, könnte ein Masterstudiengang folgen oder doch lieber ein Job in einer internationalen NGO; denkbar ist auch der diplomatische Dienst: »Der Nachteil dabei ist, dass Diplomaten eine Beamtenlaufbahn durchlaufen müssen und dabei ständig den Einsatzort wechseln, das widerstrebt mir, ich bin doch sehr heimatverbunden.«

Lukas Prinz hat gelernt, Zeit und Kräfte möglichst effizient einzusetzen, um möglichst viel zu erreichen - mit der Freundin teilt er sich eine Wohnung, also stehen auch noch Haushaltsarbeiten auf dem Programm. Außerdem fährt er seit seinem 13. Lebensjahr Mountainbike - gehören die nicht eher zu den aktiven Naturzerstörern? »Tatsächlich ist es so«, erklärt Lukas Prinz, »dass Wanderer mit ihren Stöcken mehr kaputt machen, als Mountainbiker, wenn sie richtig, also stotternd, allmählich bremsen.« Und auf den Wegen bleiben. Im Winter und im Urlaub steht noch Snowboarden auf dem sportlichen Ausgleichsprogramm und im Alltagsgeschehen Jiu-Jitsu an der Uni. Außerdem: »Soziale Kontakte sind eine meiner Hauptnebenbeschäftigungen.« Lukas Prinz meint damit Freundschaftspflege, die sowohl in der Disko als auch am Rheinufer stattfindet.

SoS




Peter Ulrich

Kreative Kundenorientierung

Juwelier 
Willenberg
Peter Ulrich, Sprecher des Vorstandes der Bausparkasse Mainz und Vorstandsmitglied des Verbandes der privaten Bausparkassen (VdpB)

Als Vorstand hat Peter Ulrich das Gesicht der Bausparkasse Mainz (BKM) entscheidend geprägt. Sensitiv für Strömungen, kreativ in der Strategiefindung und harte Arbeit in der Umsetzung kundenorientierter Lösungen - diese drei Werte stehen für seine über 25-jährige erfolgreiche Vorstandsarbeit. Unter seiner Ägide entwickelte sich das Mainzer Institut zum modernen Finanzdienstleister. Heute bietet das Unternehmen eine breite Palette innovativer Produktlösungen für die Bereiche Bausparen, Finanzierung, Vorsorge, Immobilien und Geldanlage. Mit der Weiterentwicklung des Mainzer Hausprogramms erschloss Peter Ulrich für die BKM einen weiteren strategischen Wettbewerbsvorteil. Heute positionieren die »Mainzer Energiesparhäuser« das Mainzer Institut als einzige Bausparkasse im deutschen Markt, die ihren Kunden Baugeld und Objekt aus einer Hand anbieten kann. Auch in der Zielgruppenansprache geht die BKM unter seiner Führung neue Wege. Seit den achtziger Jahren berät der eigens für türkischsprachige, italienische und portugiesische Kunden gegründete Außendienst Menschen mit Migrationshintergrund in ihrer Landessprache. Die Einbeziehung von Migranten auf Kunden- sowie Mitarbeiterseite bietet Chancengleichheit und unterstützt die berufliche und soziale Integration.

Peter Ulrich ist zudem seit 2006 Vorstandsmitglied des Verbandes der privaten Bausparkassen (VdpB). Im Juni 2009 wurde er erneut bestätigt. Während seines langjährigen Verbandsengagements hat sich Peter Ulrich in besonderem Maße um die Entwicklung eines einheitlichen Aus- und Fortbildungssystems der Bausparkassenberater verdient gemacht. Neben seiner Tätigkeit im Verbandsausschuss für Außendienstfragen engagiert sich Peter Ulrich weiterhin im Europaausschuss des VdpB.