Heft 248 Mai 2011
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Denkmal

Ein Hammer von einem Mann:

Symbol in Bronze


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Er steht vor dem Sportbereich der Mainzer Universität, als hätte er schon immer dort gestanden: der Hammerwerfer von Otto Kallenbach. Ein Muskelpaket, unerschütterlich, ein Inbegriff an Körperkraft: perfektes Symbol für Leistungssport. Dabei hatte es der Sport an der Mainzer Uni ja nicht immer leicht. Genauer gesagt wurde dieser Fachbereich nach dem Krieg sogar wie ein Stiefkind behandelt. Schuld daran waren die Nazis. Die hatten das Thema Leibesertüchtigung dermaßen überhöht und ideologisch vollgepackt, dass man nach dem Krieg erst mal extrem zurückhaltend mit diesem Thema umging. Während die Uni selbst auf Drängen der französischen Besatzungsmacht schon 1946 neu gegründet und wieder eröffnet wurde, musste der Sportbereich noch fast zehn Jahre auf seine Wiedergeburt warten.

Zwar wurden Sportkurse für die Studenten angeboten. Aber ein regelrechter Lehrbetrieb wurde erst 1955 wieder ins Leben gerufen. Bis dahin kam es immer wieder vor, dass Studenten an andere Unis wechselten, weil sie in Mainz nicht die benötigten »Turn-Fakultas« erwerben konnten. Weitere gute Gründe für eine eigene Sportfakultät lieferten zahlreiche Mainzer Studenten, die bei nationalen und internationalen Meisterschaften in den unterschiedlichsten Disziplinen Auszeichnungen einheimsten. 1953 stimmten Rektor und Senat dann endlich dem Projekt »Leibeserziehung im höheren Lehramt« zu. Als die Gründung des Instituts sich dennoch weiter verzögerte, reichten Studenten schließlich eine Petition beim Kultusministerium ein, um endlich das Sportstudium aufnehmen zu können.

Im April wurde das Mainzer »Institut für Sportwissenschaften« genau 56 Jahre alt. Zahlreiche neue Sportstätten sind seit seiner Gründung dazu gekommen. Im Jahr 1972 wurde dann vor der Turnhalle der Hammerwerfer aufgestellt. Zwei Meter hoch ist die Bronze-Figur und sie scheint zu sagen: wer an mir oder dem Sport im Allgemeinen etwas zu meckern hat, den wische ich weg - mit einem Handstreich!

Ilona Hartmann