Heft 247 April 2011
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Osterspaziergang

Faszination Geocaching

Auf Schatzsuche - Mit GPS


Geocaching
Knobeln und ein bisschen Kopfrechnen sind ­gefragt - mit dem richtigen Ergebnis kommen die Geocacher zur nächsten Koordinate.

»Muggel« - wer »Harry Potter« Ro­mane gelesen hat, der weiss, dass damit Menschen gemeint sind, die keine Ahnung haben von der anderen Welt der Zauberer und Fabelwesen.

Und die wissen auch nicht, dass es noch eine Welt gibt: die der Schnitzeljäger und Entdecker, kurz der stetig wachsenden Gemeinde der sogenannten Geo­cacher. Diese sind dem Zauber der Natur, der Schatzsuche und dem Rätsellösen erlegen und leben seitdem in beständiger Angst, dass ein Muggel, also ein Unwissender, ihre überall verstreut liegenden Schätze findet und achtlos zerstört. Oder noch schlimmer, einfach an einer anderen Stelle platziert und so für den Geocacher unauffindbar macht.

Geocaching: Die moderne Form der Schnitzeljagd, die es wie kaum eine andere Freizeitbeschäftigung erwachsenen Menschen erlaubt, sich ganz der Jagd nach dem Schatz zu verschreiben, der meist in Form einer eingebuddelten Plastikdose auf die Schatzsucher wartet. Was hat es mit dem Geocaching auf sich? DER MAINZER hat sich auf Spurensuche begeben und eine spannende Alternative zum Osterspaziergang gefunden.

Geocaching
So oder so ähnlich sehen die Hinweise aus, die man auf dem Weg zum eigentlichen Cache findet. Oft verbirgt sich hierin ein Rätsel, mit dessen Hilfe man zur nächsten Station gelangt.
Mit Hilfe eines GPS Geräts wandert man beim Geocaching von einer Koordinate zur nächsten und findet am Ende den Cache, den Schatz. Das kann alles Mögliche sein; auf jeden Fall findet man hier immer ein Logbuch, in das man sich eintragen und Kommentare hinzufügen kann. Meist befinden sich auch kleinere Gegenstände in dem gehobenen Schatz: Man sich gerne eine kleine Erinnerung an den bestandenen ­Cache herausnehmen; allerdings muss man auch einen Gegenstand zurücklegen. Der Schatz wird dann wieder vergraben - schließlich wollen auch noch andere Geo­cacher fündig werden.

Abgesehen vom GPS Gerät gehört zur guten Vorbereitung ein Internetbesuch: Hier findet man die einzelnen Cacherouten, mit einer genauen Beschreibung der Schwie­rigkeitsstufen, der empfohlenen Ausrüstung und natürlich dem Startpunkt der Schnitzeljagd in Form von Koordinaten. Sucht man gezielt nach Mainz und Umgebung, liefert der Suchbegriff »Mainz« eine lange Liste an Ergebnissen. Einige Caches liegen mitten in der Stadt, rund um den Dom und das Theater führen die Cacherouten die Schatzsucher auf eine historische Entdeckungsreise durch die Landeshauptstadt. Doch wer lieber in Wald und Flur unterwegs sein möchte, wird rund um Mainz ebenfalls fündig. Zu empfehlen wäre beispielsweise ein ­Cache entlang des Mains in der Nähe von Bischofsheim. Ungefähr zwei Stunden sollte man hierfür einplanen, festes Schuhwerk anziehen und sich nicht scheuen, auch einmal auf einen Baum zu klettern. Außerdem sollte man Spaß am Knobeln haben, immerhin warten einige Rätsel auf die Schatzsucher.

Geocaching
Wasserwaage selbst gemacht: Schlauch und Trichter waren unter einem Baum versteckt. Den Liter Wasser musste man mitbringen. Solche Hinweise findet man im Vorfeld bei den Beschreibungen der Cacheroute.
Eine wirkliche Abenteuerwanderung versprechen die Nacht­caches. Wie der Name vermuten lässt, sind sie nach Einbruch der Dunkelheit für Geocacher interessant, da einige Stationen erst im Dunkeln sichtbar werden. Zur Ausrüstung gehört in diesem Fall natürlich eine Taschenlampe, andernfalls würde man die Wegweiser, die oftmals als reißzweckgroße Reflektoren zum Beispiel an Bäumen festgemacht sind, übersehen. In manchen Fällen ist zusätzlich eine UV-Lampe nützlich - darauf wird dann bereits in der Beschreibung des jeweiligen Caches hingewiesen. Spätestens, wenn unter dem blauen Licht dieser Lampe Buchstaben und Hinweise sichtbar werden, die man im normalen Licht nicht sehen kann, fühlt man sich wie in einem Abenteuer­roman.

Caches sind also eine spannende und abwechslungsreiche Art, einen Spaziergang durch die Natur zu machen. Zum Testen dieser Freizeitbeschäftigung sollte man sich erst einmal erfahrenen Cachern anschließen. In Web-­Foren kann man nach Gleich­gesinnten Ausschau halten.

Katrin Henrich


Infos:
www.opencaching.de
www.geocaching.com
www.geocaching.de