Heft 246 März 2011
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Begegnung

Aktive Gemeinwesenarbeit für Familien

Bündelung von Initiativen und Angeboten in Marienborn


Dr. Claudius Moseler, Carola Herbrick und Berith Sommerfeld
Dr. Claudius Moseler, Carola Herbrick und Berith Sommerfeld stellen in Marienborn mit 35 Ehrenamtlichen ein vielseitig vernetztes Familienprogramm auf die Beine (v.l.).

Öffentliche Teestube, zahngesundes Familienfrühstück mit Ernährungsberaterin, Schach-Gruppe, Deutsch- und generationsübergreifende Computerkurse und interreligiöser Dialog. Dies sind nur einige der vielen Veranstaltungen des Centrums der Begegnung, das mitten im Hochhausgebiet von Marienborn liegt. Mit der Aufnahme in das rheinland-pfälzische Landesförderprogramm im Januar 2010 erhielt die Einrichtung für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern sowie für Alleinerziehende den ergänzenden Titel »Haus der Familie«, seitdem hat sich einiges geändert. »Unser Angebot hat sich im Laufe des Jahres stark erweitert«, erklärt ­Berith Sommerfeld vom Leitungsteam und Vorsitzende des evangelischen Kirchenvorstandes in Marienborn. So wurden beispielsweise mit Hilfe des Diakonischen Werkes auch die Migrationsberatung im Centrum integriert und über die katholische Erwachsenenbildung regelmäßige Computerkurse angeboten. »All das, was an Informationen für Familien gebraucht wird, wird jetzt mehr gebündelt. Dabei soll nicht alles an den hiesigen Standort gebunden sein, hierfür hätten wir gar nicht den Platz. Das Haus ist insgesamt größer gemacht worden. Das heißt zum Beispiel, dass Sportangebote über die Marienborner Sportvereine organisiert werden und wir die Informationen streuen, damit die Kinder dort hin gehen können.« Insgesamt werde die Vernetzungsarbeit mit dem Stadtteil, den Vereinen und dem Ortsbeirat vorangetrieben. Dies soll neue Verbindungen zu anderen Quartieren in Marienborn schaffen und bestehende stärken.

Zusammenwachsen

»Zwar nutzen hauptsächlich Kinder aus der Nachbarschaft unser Freizeitangebot, aber auch jene aus dem alten Ortsteil kommen zu uns. Über diesen Weg wachsen die beiden Gebiete zusammen, wie das Medienscoutprojekt zeigt.« Jugendliche aus den beiden Ortsteilen arbeiten darin gemeinsam an Computern, unterstützen sich gegenseitig und tauschen sich fachlich aus. »Man merkt dann sehr, dass die Herkunft, ob nun aus den Hochhäusern oder einem anderen Viertel, keine Rolle spielt. Was zählt sind die Menschen«, so Sommerfeld. Dr. Claudius Moseler, der in der Einrichtungsleitung die katholische Pfarrgemeinde vertritt, betont ebenfalls den Effekt der sozialen und interkulturellen Integration der Projekte und verweist auf den Anteil an Bewohnern mit Migrationshintergrund im Gebiet, der mit 25 Prozent über dem städtischen Durchschnitt liegt. »Positive Resonanz auf unsere Projekte haben wir insbesondere beim interkulturellen Fest letztes Jahr erhalten.« Darüber hinaus wurde aufgrund der Gelder aus dem Förderprogramm die personelle Struktur verbessert. »Endlich konnte eine feste Kraft eingestellt werden, die alles unter einen Hut bringt«, sagt Carola Herbrick und meint damit ihre Funktion als Angebotskoordinatorin. »Das brachte eine Erleichterung für viele Menschen, die bisher ehrenamtlich damit beschäftigt waren, hier alles in irgendeiner Form zu organisieren.« Derzeit unterstützen 35 Ehrenamtliche die Aktivitäten des Hauses, das an fünf Tagen geöffnet hat. Dennoch werden weitere Freiwillige gesucht, da das bestehende Angebot erneut vergrößert werden soll. Dass dieses nicht allein aus den Förderkassen finanziert werden kann, macht Moseler deutlich: »Veranstaltungen wie das Konzert der Hofsänger am 19. März in der Marienborner katholischen Kirche St. Stephan, dessen Erlös komplett dem Centrum zufließt, sind genauso wichtig für uns wie private Spenden.«



Kerstin Halm