Heft 245 Februar 2011
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Stadt der Wissenschaft

Schwerer Stoff

unterhaltsam präsentiert


Science Slam in der Bochumer Christuskirche am 20. Dezember 2010 Foto: Jeff Raps
Wissenschaft außerhalb der heiligen Hallen: Science Slam. Zum Beispiel in der Bochumer Christuskirche am 20. Dezember 2010: Dr. Moritz Karbach (Physiker aus Dortmund) slammt über das Thema »Bestehen sie aus Antimaterie?« Foto: Jeff Raps

Ein Jahr lang haben die Mainzer Wissenschaftler Zeit, den Bürgern und der Wirtschaft der Stadt zu zeigen, woran sie arbeiten und warum ihr Werk ein Pluspunkt für Mainz ist. Vorträge, Ausstellungen, Experimentiertage, große und kleine Events sollen das ermöglichen. Eine Veranstaltung ist sicher perfekt dazu geeignet, Fachwissen für die breite Öffentlichkeit verständlich zu machen: der 1. Mainzer Science Slam am 9. Februar im Capitol.

Das Prinzip ist von den, schon seit einiger Zeit stattfindenden, Poetry Slams abgekupfert. Nacheinander betreten die Teilnehmer die Bühne und präsentieren zehn Minuten lang ihre Arbeit. Nur sind das in diesem Fall keine Kurzgeschichten, Gedichte oder ähnlich literarische Ergüsse, sondern eigene Forschungsergebnisse zu Themen wie Spiegelneuronen, Wikipedia-Terrorismus oder Relativitätstheorie. Es kommt immer darauf an, welche Wissenschaftler sich auf die Bühne trauen, meistens sind es zwischen fünf und sechs. Und wie sie ihr Wissen an den Mann bringen. Alles ist erlaubt, von Power-Point-Präsentationen bis hin zum Liebesspiel bei Playmobil-Figuren. Also weder ein langweiliger noch ein langwieriger Abend.

Logo »Ein guter Transporteur für solche schwierigen Themen ist auf jeden Fall Humor«, weiß Gregor Büning, Hauptorganisator der inzwischen deutschlandweit vertretenen Veranstaltung. »Wobei man sich nicht zur Lachnummer machen muss. Das ist jedem freigestellt.« Am Ende entscheidet das Publikum per Applaus-Lautstärke wer der beste Slammer ist. An Zuschauern hat es bei den vielen Veranstaltungen, u.a. in Berlin, Braunschweig, Darmstadt bislang nicht gefehlt. »Vor der Bühne sitzt im Normalfall immer eine breitgefächerte Jury aus Akademikern und Nicht-Akademikern. Deswegen ist es auch so wichtig, dass die Vorträge für jedermann verständlich formuliert sind.«

Für die Mainzer Veranstaltung ist Sven-Daniel Gettys vom Luups Verlag zuständig. Er ist sich sicher, dass der Science Slam genau ins Programm der Wissenschaftsstadt passt. »Weil sich hier Wissenschaft in der Öffentlichkeit allgemeinverständlich darstellt. Und das außerhalb der heiligen Hallen der Universitäten«, erklärt er mit Nachdruck. »Die Nachwuchswissenschaftler vermitteln hier die Relevanz ihrer Forschung, ohne sich in wissenschaftlichem Fachjargon zu verstecken. Die Kunst besteht darin, dass der Zuhörer nicht schon nach zwei Sätzen die Segel streicht.«



Daniela Tratschitt

1. Mainzer Science Slam
9. Februar, 20 Uhr
Eintritt: 4 Euro
Capitol Filmtheater
Hintere Bleiche 6-8, 55116 Mainz
www.emz2.de