Heft 245 Februar 2011
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Denkmal

Sie geben alles -

und kommen doch nie an


Denkmal

Sie sehen so aus, als würden sie gerade das letzte aus sich herausholen: die drei Läufer vor dem Eingang zur Schwimmhalle auf dem Gelände der Mainzer Uni. "Finish" heißt die Skulptur, zu deutsch "Endspurt". Das Kunstwerk entstand 1966 im Rahmen eines Wettbewerbs. Dabei sollten die eingereichten Entwürfe zeigen, wie ein Sportler sich auf dem Weg ins Ziel verausgabt.

Und tatsächlich wirken die Figuren völlig außer Atem, als würden sie noch einmal ihre letzten Kraftreserven abrufen, um den Zieleinlauf zu schaffen. Geschaffen hat sie der Bildhauer Gustav Nonnenmacher (geb. 1914). Nonnenmacher hat sich vor allem in seiner Wahlheimat Worms mit mehreren Kunstwerken verewigt.

So wurde bereits vor 60 Jahren auf dem Pfeddersheimer Friedhof sein Mahnmal für die Opfer aller Kriege eingeweiht. 1983 entstand dann sein Winzerbrunnen, der als Mittelpunkt der Fußgängerzone Kämmererstraße gilt. Am bekanntesten aber ist wohl das "Schicksalsrad", das sich seit 1986 auf dem Wormser Obermarkt dreht. Wie das Schicksalsrad sind auch die Läufer im Sportbereich der Mainzer Uni aus Bronze gestaltet.

Nonnenmacher selbst sagte über seine Plastik, er habe damit zum Ausdruck bringen wollen, was alle Leistungssportler anstrebten: Selbstverwirklichung. Diesen Moment habe er am besten in der Kombination von drei Läufern darstellen können, die miteinander konkurrieren. Verbissen wetteifern sie darum, wer erster werden wird - und seit mittlerweile 44 Jahren gibt es in ihrem Wettstreit keinen Sieger.

Ilona Hartmann