Heft 243 Dezember 2010
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Singen

Mainzer Madrigalchor

Weltliche Texte amouröser Art


Sommerkonzert des Mainzer Madrigalchor im Bachhof, Mz-Hechtsheim, vorne: Chorleiter Hans Meyer
Sommerkonzert des Mainzer Madrigalchor im Bachhof, Mz-Hechtsheim, vorne: Chorleiter Hans Meyer

Grundsätzlich steht das rein vokale Musizieren im Vordergrund, deshalb singen sie a cappella, aber ab und an lassen sie sich auch instrumental begleiten. Die Stücke stammen aus der Renaissance- und Barockzeit oder dem zwanzigsten Jahrhundert - immer mit Schwerpunkt auf dem Madrigal. Seit bereits 32 Jahren besteht der Mainzer Madrigal Chor. Die Leidenschaft seiner 20 Sängerinnen und Sänger im Alter zwischen 25 und 60 Jahren ist die Darbietung des »mehrstimmigen Vokalstücks«, so die Erklärung des Madrigal, das in Italien ab Mitte des 16. Jahrhunderts entstand und ursprünglich eine sehr freie Gedichtform war, die als Textgrundlage für Kompositionen diente. »Wir singen weltliche Texte, hauptsächlich amouröser Art, von Komponisten wie Claudio Monteverdi, Orlando di Lasso und gelegentlich auch geistliche von Giovanni da Palestrina und Antonin Dvorak«, beschreibt Chorleiter Hans Meyer das Gesangsprogramm.

Der künstlerische Anspruch liegt beim Madrigal allerdings nicht nur im Singen. In Italienisch, Spanisch, Englisch und Französisch sind viele Texte verfasst, deren Worte gemäß ihrer historischen Entstehungszeit eine Herausforderung an die Aussprache der Sänger stellen. Damit auch die Zuhörer, die nicht immer dieser Sprachen mächtig sind, die Inhalte der Lieder verstehen, baut der Chor zwischen den Gesangsteilen bei Konzerten sogar szenische Darstellungen zu Erklärungszwecken ein. Darüber hinaus erstellt der Madrigalchor nicht wie sonst üblich ein Chorrepertoire, sondern für jedes Jahr ein neues Programm mit 15 bis 20 Titeln unter einem bestimmten Thema. Für 2010 hieß dies Stadt, Land und Fluss.

»Wir wählen Stücke mit geografischen Besonderheiten, die wir dann entsprechend textlich und stimmlich hervorheben«, erklärt Chormitbegründer Hans Meyer. Mit diesen thematischen Konzerten stellten sie der Öffentlichkeit zum Teil völlig unbekannte Werke in unterhaltsamer Art und Weise vor. Meyer, der seine musikalische Ausbildung am Peter-Cornelius-Konservatorium sowie an den Universitäten in Mainz und Frankfurt erhielt, war in mehreren Quintetten als Bass aktiv. Um das musikalische Engagement des Madrigalchors, der sich im Übrigen ausschließlich über die Mitgliederbeiträge und Konzerteinnahmen finanziert, zukünftig zu erweitern, heißt der Chorleiter neue Sängerinnen und Sänger aller Stimmlagen jederzeit herzlich willkommen: »Lediglich gute Notenkenntnisse und ein wenig Chorerfahrung sollten die Damen und Herren mitbringen, und natürlich Freude an der Vielfalt des Madrigal.«


KH

Infos:
Hans Meyer, Telefon: 06733 947719,
Eva Maria Herbst, Tel. 06131 509335,

,
www.mainzer-madrigalchor.de (hier finden sich auch Hörproben)