Heft 242 November 2010
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Jubiläum

Mainzer Filmfestival FILMZ wird zehn Jahre alt

Plattform für den deutschen Film


Drehbuchlesung

Deutsche Filme sind hip, spannend, kontrovers und alles andere als langweilig - nur leider oftmals unbekannt. Da ist eine Plattform gefragt, ein Festival vielleicht, das unbekannten Filmemachern die Möglichkeit bietet, ihre Werke an die Leute und auf die Leinwand zu bringen. FILMZ ist ein solches Festival: 2001 hatte es Premiere, in diesem Jahr steht folglich der zehnte Geburtstag ins Haus - und der soll gebührend gefeiert werden.

Was bei der Gründung des Kulturevents galt, gehört auch heute noch zur Maxime des ehrenamtlich tätigen Vereins: Alles dreht sich um die deutsche Filmlandschaft; sei es nun im Bereich Kurz-, Spiel- oder Dokumentarfilm. Und noch etwas ist den Machern des Festivals wichtig: »FILMZ ist nichts Elitäres; vielmehr soll den Zuschauern die Gelegenheit geboten werden mit den Filmemachern in einen Dialog zu treten. Gewissermaßen Kino zum Anfassen eben«, erklärt Daniel Nedelka von FILMZ. Praktisch bedeutet das, dass das Festival nicht ausschließlich Filme ausstrahlt, sondern auch Podiumsdiskussionen und sogenannte Drehbuch-Pitchings und Poetry Slams ins Programm aufgenommen hat. Und wie es sich für ein Geburtstagskind gehört, darf eine richtige Party dabei natürlich auch nicht fehlen: Diese startet am 16. November mit dem Mainzer DJ »Psycho Jones« im »Schon schön«.

Banner Filmz Der offizielle Startschuss zum diesjährigen Festival fällt allerdings erst am 23. November, einen kleinen cineastischen Vorgeschmack gibt es jedoch bereits am 17. November. Fatih Akins mehrfach ausgezeichneter Film »Gegen die Wand« wird im Residenz/Prinzess ausgestrahlt und beendet die seit Juli diesen Jahres laufende Serie »FILMZ des Monats«: Hinarbeitend auf das zehnjährige Jubiläum im November wurde bei dieser Aktion bisher jeden Monat ein Klassiker des deutschen Films gezeigt. Die Idee dahinter: Einen Countdown durch die Jahrzehnte deutscher Filmgeschichte zu gestalten.

Ein Best-Of des Festivals darf zum zehnjährigen Geburtstag natürlich auch nicht fehlen: Am 24. November werden im Mainzer Cinestar die elf besten Kurzfilme aus der Geschichte des Festivals gezeigt und im Capitol wird der Gewinnerfilm aus dem Jahre 2004 erneut ausgestrahlt. Aber keine Angst: Das zehnjährige Jubiläum von FILMZ soll keinesfalls ein verklärender Blick in die Vergangenheit sein. Viele Neuerungen sind hinzu gekommen. Am auffälligsten scheinen zwei neue Wettbewerbe zu sein: im Bereich Dokumentarfilm und im Bereich mittellanger Film. Beide sind mit einem Preisgeld dotiert; gerade beim Schwerpunkt Dokumentarfilm werden einige Filmemacher aus der Region vertreten sein.

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Im Wettbewerb um das »Mainzer Rad«: Den Münchner Regisseur Christoph Hochhäusler zog es zum Dreh seines Films »Unter dir die Stadt« ins Frankfurter Bankenviertel.

Doch wie bereits angedeutet, spielt sich das Festival nicht nur auf der Leinwand ab, sondern verlegt den Vorführungsort auch gerne in Kneipen. Das Lomo am Ballplatz verwandelt sich beispielsweise sowohl in eine Wettbewerbsarena, als auch in eine Theaterbühne. Drehbuch-Pitching nennt sich das Event, das am 28. November Filmbegeisterte in die Buchkneipe locken soll. Das Wort Pitching wird normalerweise im Agenturjargon benutzt und meint den Wettbewerb zwischen mehreren Agenturen um einen Kunden - meistens überzeugt derjenige mit den kreativsten Ideen und dem besten Konzept. Das gilt auch für das Drehbuch-Pitching: Fünf Autoren treten gegeneinander an und tragen ihre noch unverfilmten Drehbücher vor - das Publikum kürt am Ende einen Sieger. Hohen Unterhaltungswert verspricht außerdem eine Poetry Slam Veranstaltung am 25. November im KUZ: Kurzfilme sollen in diesem Fall der Inspiration dienen und den Wortakrobaten Stoff für ihre Geschichten liefern.

Langeweile ist scheinbar während der Mainzer Filmwoche nicht angesagt. Zum krönenden Abschluss gibt's dann noch ein bisschen Glanz und Glamour, schließlich soll der Oscar des Rhein Main Gebiets, das sogenannte »Mainzer Rad« verliehen werden. Wer die Trophäe am Ende in Händen halten wird steht noch in den Sternen; mit Sicherheit wird es ein würdiger Vertreter des deutschen Films sein.


Katrin Henrich

Infos: www.filmz-mainz.de