Heft 239 August 2010
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Unternehmen - Ökoprofit Mainz

Umwelt entlasten und Kosten senken:

Zwischenbilanz von ÖKOPROFIT Mainz


Riga-Fuhrpark
Wassersparen mit neuen Düsen und Druckminderer am betriebseigenen Waschplatz für den Riga-Fuhrpark

Ressourcen einsparen, die Umwelt entlasten und Kosten senken. Elf Mainzer Unternehmen haben im Juni ihre Maßnahmen als Teilnehmer des Umweltberatungsprogramms ÖKOPROFIT präsentiert. Dr. Sabine Gresch leitet das einjährige »ÖKOlogische PROjekt Für Integrierte UmweltTechnik«, das im November 2009 startete und zieht Zwischenbilanz: »Das Engagement aller Firmen ist sehr groß. Einige Maßnahmen sind bereits umgesetzt worden. Insbesondere die Workshops und der damit verbundene Erfahrungsaustausch helfen den Betrieben bei der Planung und Umsetzung ihrer Vorhaben. Ich bin sicher, dass noch weitere innovative Ideen und Aktionen bis Projektende entstehen werden.« Auch der Hygienepapierhersteller WEPA, das Dienstleistungsunternehmen Riga und die Architektenkammer Rheinland-Pfalz, über die DER MAINZER in der März-Ausgabe berichtete, haben bereits erste Maßnahmen durchgeführt. So baute WEPA innerhalb von zwei Wochen eine Cleaneranlage komplett um, die Störstoffe wie Glas und Steinchen aus dem Altpapier entfernt und es für die Weiterverarbeitung säubert. Neueste Technologien sorgen nun für ein effizienteres Reinigungsverfahren und die Anzahl der Prozesse in der Maschine konnten von sieben auf drei reduziert.

Stromverbrauch reduzieren

Anlage des Hygienepapierherstellers WEPA
Mit ÖKOPROFIT konnte Hygienepapierhersteller WEPA Energieverbrauch und Kosten senken

Anja Rohr, Ansprechpartnerin für ÖKOPROFIT beim Unternehmen, erklärt den Nutzen aus der Maßnahme, in die 250.000 Euro investiert wurde: »Wir benötigen jetzt weniger Motoren, um die Anlage zu betreiben. Dadurch hat sich ihr Stromverbrauch um mehr als die Hälfte verringert.« Die Folge ist eine deutliche Entlastung der Umwelt, da rund 1,8 Millionen Kilowatt pro Stunde (kWh) weniger Strom verbraucht und 1,1 Millionen Kilogramm weniger Kohlendioxid (CO2) produziert werden. »Allein in diesem Sektor haben sich unsere Kosten um jährlich 144.000 Euro reduziert«, erläutert Ingenieurin Rohr und ergänzt: »Nicht nur im Produktionsbereich sind Neuerungen im ökologischen und ökonomischen Sinne geplant. In allen Büros wird unser Abfalltrennsystem verbessert. Außerdem haben wir in den Duschen, die täglich von ungefähr 100 Mitarbeitern genutzt werden, Spar-Duschköpfe installiert. Aus den alten liefen 20 Liter Wasser pro Minute, jetzt sind es nur acht. Jährlich sparen wir somit 1000 Kubikmeter Wasser ein.« Verantwortungsvollen Umgang mit Wasser zeigt auch Riga, am betriebseigenen Waschplatz für seinen Fuhrpark aus Autokränen, Zugmaschinen und Lastwagen erhielten die Reinigungsvorrichtungen neue Düsen und Druckminderer. Anlässlich eines ÖKOPROFIT-Workshops wurden alle Fahrer in umweltgerechten Fahren unterwiesen, zu dem kontrolliertes Schalten und optimale Routenplanung gehören. »Am Jahresende wird sich zeigen, wie rentabel diese Veränderungen sind«, sagt der Leiter des Firmen-Umweltteams Detlef Mirbach. »Hingegen liegen uns jetzt schon genaue Angaben zur unserer größten abgeschlossenen Maßnahme vor.« Im Verwaltungsgebäude wurden die Heizung gegen eine Lüftungsanlage ausgetauscht, energieeffiziente Heizkörpermodule und Splitgeräte eingebaut, mit denen Mitarbeiter individuell die Kühlung in den Büros einstellen können. Zusätzlich schützen neue Außenjalousien gegen die Sonneneinstrahlung. »Das bedeutet eine jährliche Reduktion von 16.000 kWh Strom, 59.000 kWh Erdgas und 25.200 Kilogramm CO2«, rechnet Mirbach vor. »Und eine Kostensenkung um 5.000 Euro für Strom und Gas.« Eine andere energetische Sanierungsmaßnahme hat die Architektenkammer Rheinland-Pfalz mit der Umstellung von Gas auf Fernwärme durchgeführt. Mit der neuen Heizanlage für rund 51.000 Euro wurden zudem ein Außentemperaturfühler zur Heizungsregulierung und ein Trinkwarmwasserspeicher eingebaut. »Pro Jahr sparen wir 14.400 Euro, denn wir verringern den Stromverbrauch um 30.000 kWh, die Produktion von CO2 um 30.000 Kilogramm und von Stickoxiden um 57.000 Gramm«, sagt Birgit Maarck, Referentin für Energieeffizienz bei der Kammer und Mitglied in deren Umweltteam. Außerdem sind die Mitarbeiter über Arbeitsblätter und Aushänge aufgerufen worden, den Papierverbrauch beim Drucken und Kopieren gering zu halten. Bis zum Ende von ÖKOPROFIT im November werden die elf Unternehmen weiter von Arqum, einer Gesellschaft für Arbeitssicherheits-, Qualitäts- und Umweltmanagement, begleitet. Der letzte Workshop von insgesamt sieben informiert sie zudem über Möglichkeiten, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und soziales Bewusstsein zu entwickeln, indem sie zum Beispiel beim Einkauf von Produkten auf faire Handels- und Herstellungsbedingungen achten. In einer Abschlussveranstaltung präsentieren alle Firmen vor der ÖKOPROFIT-Kommission ihre gesamten durchgeführten wie zukünftig geplanten Maßnahmen, die in die Bewertung für eine Auszeichnung einfließen. Hinweis: Unternehmen, die Interesse an einer ÖKOPROFIT-Teilnahme 2011 haben, können sich mit Dr. Gresch in Verbindung setzen: Tel. 6131/123730
Sabine.Gresch@ stadt.mainz.de
agenda21@stadt.mainz.de


KH