Heft 239 August 2010
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Nullfünfer - Neue Saison Neues Stadion

Die neue Saison bringt auch ein neues Stadion

Abschied vom Bruchweg


Nullfünfer beim Trainingslauf

Die Tage am Bruchweg sind gezählt. Wahrscheinlich werden die letzten Heimspiele der nächsten Saison schon im neuen Stadion stattfinden. Gegen Eintracht Frankfurt vielleicht, die sich neben dem Aufsteiger FC St.Pauli als letzter Gegner der 05er präsentieren wird. Noch aber ist das Stadion nicht fertig, könnte ein harter Winter den Planern einen Strich durch die Rechnung machen. Dennoch sind die Stadionbauer optimistisch, die neue Coface Arena Anfang April den 05ern zur Nutzung übergeben zu können. Der Abschied vom Bruchweg spiegelt sich auch auf den aktuellen Dauerkarten, die vier Fotomotive aus dem alten Stadion zeigen. »Da wir wissen, dass viele Fans ihre Dauerkarten über viele Jahre sammeln, wollten wir die Dauerkarten zum Abschied vom alten Bruchwegstadion mit den Bildern aufwerten«, heißt es bei den 05-Offiziellen, die kaum abwarten können, in die neue Coface-Arena umzuziehen. Mit seinen gut 20.000 Plätzen platzte das Bruchweg-Stadion in den letzten Jahren immer wieder aus den Nähten, so dass man sich in Mainz entschloss, hinter der Universität eine neue Sportanlage zu bauen. Rot, markant und unverwechselbar wird sie sich schon bald präsentieren. Als neuer Anziehungspunkt der Stadt, der den Geist traditioneller Stadien mit der Funktionalität moderner Sportarenen verbindet. Rund 34.000 Zuschauern, vielleicht auch ein paar mehr, wird die Coface Arena künftig Platz bieten. Mindestens 13.700 Plätze sind den Stehplatzfans vorbehalten, die atmosphärisch dicht und eng am Spielfeldrand stehen sollen. Die vier freistehenden Einrangtribünen, die das Spielfeld rahmen, sind britischen Vorbildern nachempfunden. »Optisch laufen diese nach oben mit zunehmender Stufenzahl in die Breite und erzeugen so echtes Kurvenfeeling«, heißt es auf der neuen Stadion-Webseite coface-arena.de. »Das Stadiondach ist ein besonderer Blickfang, es spannt sich über alle Tribünen und zeichnet durch transparente Elemente in den Ecken und im vorderen Bereich ein besonderes Lichtspiel. Der Verein mit dem besonderen Charakter erhält sein maßgeschneidertes Stadion.« Die Webseite ist für alle gedacht, die bei der Geburt des neuen Stadions dabei sein wollen. Fünf Webcams verfolgen den Baufortschritt, der im groben so gut wie abgeschlossen ist. Inzwischen haben die Arbeiten am letzten Obergeschoss begonnen, beginnen die Stadionbauer mit den ersten Inneneinrichtungen. Modernste Technik wird das Stadion aufweisen, ökologisch und ökonomisch effizient. So werden auf den Stadiondächern 136 Tonnen schwere Fotovoltaik-Anlagen montiert, deren Energie in das Mainzer Stromnetz eingespeist wird, wahrscheinlich schon vor dem ersten großen Fußballspiel. Neu ist auch eine Wärmerückgewinnungsanlage und eine gesteuerte Spülung in den Toilettenanlagen, die Wasser sparen soll. Gut angelaufen ist inzwischen auch die Vermarktung der 2.100 Business-Seats und der knapp 30 Logen, die Geschäftsleuten einen individuellen Fußballabend oder -nachmittag in der Coface Arena garantieren sollen. Während das Stadion rasch wächst, müssen sich die Dauerkartenbesitzer noch ein wenig gedulden. Frühestens im Herbst, heißt es bei den 05-Verantwortlichen, könne man über den Kartenerwerb informieren. Fest steht nur, dass alle jetzigen Dauerkartenbesitzer auch für die neue Arena ein Vorkaufsrecht erhalten. Und für 10.000 weitere wächst die Hoffnung, sich künftig in den Reigen der Dauerkartenbesitzer einreihen zu können...

Mit Optimismus ins neue Bundesliga-Jahr

Harouna Babangida
Neuzugang Harouna Babangida beim Slalom in Flachau

Mit dem VfB Stuttgart kommt gleich zum Saisonauftakt einer der stärksten Bundesliga-Vereine ins Bruchweg-Stadion. Am letzten August-Wochenende geht es dann nach Wolfsburg, die in der Vorsaison zwar deutlich schwächelten, mit neuem Trainer aber diesmal ganz oben mitspielen wollen. Im Derby gegen den Aufsteiger Kaiserslautern gilt es dann weiter zu punkten, stehen gegen Bremen und München doch anschließend zwei schwere Auswärtsspiele an. »Das gefällt mir. Und zum Oktoberfest waren wir noch nie in München«, kommentierte 05-Manager Christian Heidel den neuen Spielplan, der den 05ern das erste und letzte Spiel als Heimspiel garantiert. »Über die Qualität unserer Gegner müssen wir nicht spekulieren. In der Bundesliga gibt es nur starke Gegner.« »Die Reihenfolge, wann wir gegen wen spielen, ist mir grundsätzlich egal«, sagt Trainer Thomas Tuchel. »Wir nehmen es, wie es kommt. Wir nehmen keinen Gegner auf die leichte Schulter, aber wir bewerten auch keinen als unmöglich zu schlagen.« Optimistisch geht Tuchel mit seiner Mannschaft in die neue Spielrunde. Der Kern der Mannschaft blieb bestehen, allen voran Torwart Heinz Müller, der auch diese Saison die große Stütze der Mannschaft sein könnte, vorausgesetzt sein Kreuzband heilt schnell. Nikolce Noveski, Radoslav Zabavnik, Bo Svensson und Niko Bungert stehen weiterhin für eine stabile Abwehrarbeit. Elkin Soto und Miroslav Karhan gelten als unermüdliche Rackerer im Mittelfeld, die Eugen Polanski, Florian Heller und Jan Simak unterstützen. Und im Sturm setzt Tuchel auch in der neuen Saison auf das bewährte Trio Aristide Bancé, Adam Szalai und André Schürrle, von dem man eine weitere Leistungssteigerung erwartet. Selbst die beiden 19-jährigen Dragan Georgiev und Petar Silskovic, sowie Neuzugang Harouna Babangida machen mächtig Dampf. Viele der Spieler sind Allrounder, können ihre Position auch einmal wechseln, was dem Trainer die Aufstellung erleichtert. Entscheidende Frage wird sein, was die Aufstiegseuphorie der Vorsaison mental ersetzt. Gerade in den ersten Spielen hatten die 05er ja den Grundstein für ihr am Ende gutes Abschneiden gelegt. Ohne Abstiegssorgen konnte man so auch in den letzten Begegnungen mit herrlichem Offensiv-Fußball punkten und Deutschlands Fußball-Nation klar machen, dass in Mainz kein Rumpelfußball gespielt wird. Schnelle Konter und Standards sind es, welche die Gegner inzwischen fürchten. Zwei neue Mainzer Markenzeichen, die auch in der neuen Saison ihre Früchte tragen dürften. Auch die Fans können sich für die neue Saison jetzt rüsten. Für ihr perfektes Outfit hat der selbst ernannte Karnevalsverein ein neues T-Shirt aufgelegt. »Helau Deutschland, Meenzer on Tour 2010/11« ist dort auf der Brust zu lesen, auf der Rückseite alle Spielpaarungen der neuen Saison unter dem Motto »Mainz 05 on Tour«. Erhältlich ist das T-Shirt allerdings nur über die Auktionsplattform www.mainz05-auktion.de. Solange Vorrat reicht, versteht sich!


Spectator