Heft 238 Juli 2010
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Wahnsinn

Lena Meyer-Landrut ? ? ?

Sagen Sie mal ...


Wahnsinn

... wussten Sie schon, dass wir Deutschen mal als »Volk der Dichter und Denker« galten? Nicht zu Unrecht, denkt man z.B. an Thomas Mann oder Anette von Droste-Hülshoff. An Emmy Noether und Albert Einstein. Oder - quasi vor der eigenen Haustür - an Hildegard von Bingen und Anna Seghers.

Was ist davon übrig geblieben? Böse gesagt: »Gar nichts!« Heute reicht es schon, eine völlig talentfreie Rotzgöre zu einem zur Freak-Show mutierten Ex-Sanges-Wettbewerb zu schicken und das ganze Land steht Kopf. Ja, ich meine Lena Meyer-Landrut (alias Lena Meyer-Landluft - SWR3) oder - wie ich sie nenne - Lena Meyer-Notdurft (nach ihrer »lustigen Pubs-Beichte« in der Zeitung mit den vier großen Buchstaben).

Auch wenn die Abiturientin aus Hannover den Eurovision Song Contest gewonnen hat: Singen kann sie nicht wirklich, oder?! Und was ihren Tanzstil angeht, da habe ja wohl nicht nur ich an den wild zuckenden Joe Cocker gedacht. Von ihrem völlig sinnfreien Geschwätz ( »Ich danke euch allen ganz 100.000, 480 Millionen Mal wie ein kleines Hundebaby. I heart you, dass ihr mich gepusht habt. Es war voll crazy!«) mal ganz zu schweigen.

Aber all das wäre ja vielleicht noch zu ertragen gewesen. Einfach abgelegt unter TTS (täglicher TV-Schwachsinn), Marke DSDS für's UP (Unterschichtenpublikum). Fertig! Doch dann kam Runde zwei. Zuerst Kommentare, wie der von ARD-Programmdirektor Volker Herres (»Ich bin bekennender Lenastheniker«).

Danach Forderungen, die 19-Jährige samt ihres »künstlerischen« Ziehvaters Stefan Raab mit dem Bundesverdienstkreuz auszuzeichnen (ok, die Idee stammt u.a. von Junge-Union-Chef Philipp Mißfelder, der schon des Öfteren durch »verbale Ergüsse« aufgefallen ist, was es aber auch nicht leichter macht, diesen geistigen Sondermüll zu ertragen).

Die Krönung aber war im Radio zu hören. Drei Tage später, als Reaktion auf den Rücktritt von Ex-Bundespräsident Horst Köhler. Das, so ein aufgebrachter Bürger am Hörertelefon, sei eine Unverschämtheit. Damit hätte Köhler doch noch mindestens eine Woche warten können. So habe er Lena die Schau gestohlen und uns Deutschen die Möglichkeit, für ein paar Tage einmal alle Sorgen zu vergessen und einfach nur zu feiern. Lenas gestammelter Singsang als Trostpflaster für Euro-Krise, Afghanistan-Tote und Öl-Katastrophe? Na dann: Gute Nacht, Deutschland.

In diesem Sinne - bis zum nächsten Mal.
Ihr Rasta Mobi