Heft 237 Juni 2010
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Wahnsinn

Fast schon im Finale?

Sagen Sie mal .


Wahnsinn

. fühlen Sie sich derzeit auch ein wenig kränklich? Schweißausbrüche? Schlaflosigkeit? Und jede Menge (Bier-)Durst? Keine Angst, dann hat Sie lediglich das WM-Fieber gepackt. Sie wissen schon: Jogis Jungs am Kap der guten Hoffnung mit dem Auftrag, die globale Fußballkrone wieder dorthin zu bringen, wo sie hingehört - zu uns nämlich. Und die Chancen dafür stehen gut, sind wir der Konkurrenz doch in fast allen entscheidenden Faktoren weit überlegen. Beispiel der Trainer: Überall auf der Welt berufen die Nationalcoaches die besten Torjäger des Landes in den WM-Kader. Was für ein Blödsinn. Haben die ihr Pulver doch längst verschossen. Deshalb hat unser Jogi auch den dauertreffenden Kuranyi-Kevin zu Hause gelassen und stattdessen u. a. die Herren Klose und Podolski nominiert.

Mit zusammen fünf Toren auf dem Saisonkonto haben die beiden auf jeden Fall noch genügend Pfeile im Köcher. Genial, oder?! Das gilt auch für die Weitsicht des DFB, die Winterpause zu verkürzen. Klar war das für die Fans blöd, im Januar und Februar bei bis zu Minus zehn Grad auf den Tribünen herumzubibbern. Aber das muss man schon mal wegstecken für das ganz große Ziel. Denn in Südafrika ist jetzt Winter.

Und wer hat deshalb nun einen riesen Vorteil? Genau: Jogis Jungs! Dazu kommt das Durchsetzungsvermögen auf allen Ebenen: Das Team, das noch bevor der erste Ball ins Rollen gerät, Zweikampfstärke beim Aushandeln der Prämien bewies. Oder DFB-Präsident Theo Zwanziger, der munter erklärt, gleich zwei Rechtsstreitigkeiten (gegen den Journalisten Jens Weinreich und Ex-Schiedsrichter Manfred Amerell) für sich entschieden zu haben, obwohl Paragrafen und Gesetze etwas anderes beweisen.

Und das als gelernter Jurist - Respekt! Und natürlich das Trainer-Team, geleitet von Nationalmannschaftsmanager (was für ein Titel!!!) Oliver Bierhoff, das ohne einen Cent Gehaltserhöhung weiterarbeiten wollte (sehen wir einmal von den einem schlappen Jahressalär zusätzlich für die Unterschrift ab, eine reine Formalie) und nach dem (vorübergehenden) ,Nein' des Verbands den Catenaccio ausgepackt hat und in Sachen Vertragsverlängerung mauert, was das Zeug hält (bzw. bis die Prämienzahlung verdoppelt wurde).

Bei so viel Glanz und Gloria schon im Vorfeld ist es eigentlich schade, dass kaum ein Fan unser Team vor Ort unterstützen will. Rund 1000 Tickets sind bislang erst pro Vorrundenspiel der Löw-Truppe verkauft worden. An den überteuerten Reise- und Ticketpreisen kann das ja wohl nicht liegen. Oder an der weltweit einzigartig hohen Kriminalität. Aber an was dann? Natürlich, ich Dummerchen, noch ein gutes Omen. Denn wer schaut sich schon die Vorrundenspiele an, wenn er weiß, dass sein Team bereits so gut wie im Finale steht.

In diesem Sinne - bis zum nächsten Mal.
Ihr Rasta Mobi