Heft 237 Juni 2010
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Mainzer Culinarium

Mainzer Culinarium:

Das etwas andere Volksfest-Flair


Mainzer Culinarium am Mainzer Johhnisfest

Volksfeste haben ihren eigenen Charme. Dazu gehört eine gute Bratwurst. Aber nur Bratwurst und Co? Regionale Speisen in guter Qualität - das war schon immer das Credo des Mainzer Culinariums. Auch während der Johannisnacht. Es mag ungewöhnlich sein, wenn sich etablierte und anerkannte Gastronomen auf einem Volksfest präsentieren. Meist werden die typischen Volksfest-Speisen von »fahrenden« Händlern angeboten, weshalb man in ganz Deutschland nahezu das Gleiche vorgesetzt bekommt.

Das Mainzer Culinarium versteht sich ganz anders: Frische Zutaten, hochwertige Lebensmittel, vor den Augen der Gäste zubereitet - das gibt es ganz selten. Ein kleiner Auszug aus der Speisenkarte für die Mainzer Johannisnacht 2010: Fein geschnittener Kalbsrücken, rosa gebraten, auf einer cremigen Thunfischsoße mit Kapernfrüchten aus Pantelleria, Sizilien. Gefüllte Barberie-Entenkeule auf in Trüffelbutter sautierten Schwarz­wurzeln mit Berberitzen-Sauce und Kartoffel-Broccoli-Timbal. Kross gebratenes Zanderfilet auf Ragout von Bohnenkernen und Kartoffeln auf milder Chilijus. Leberwurstknödel auf Rahmwirsing mit Gewürzsauce. Süßes Türmchen vom Ziegenquark mit Brombeeren und Lavendel-Honig.

Abgerundet werden die Speisen durch den Genuss entsprechender Spitzenweine - schließlich ist die Johannisnacht das größte Fest der Deutschen Weinhauptstadt Mainz, dem Mitglied in der weltweiten Vereinigung der Great Wine Capital. Beste Qualitäten zu Volksfestpreisen yyy Schon vor 100 Jahren war der Rheinhessen-Riesling aus Nierstein der Wein in Europa, der an den Königshöfen geschätzt wurde, teurer bezahlt als der berühmte Bordeaux. Nach einer Orientierungsphase, ausgelöst durch das gleichmacherische »neue« Weingesetz von 1971, das die Qualität des Weines nach dem Mostgewicht definierte und nicht nach Qualitätslagen, wie in anderen europäischen Ländern, steigt der Rheinhessenwein immer mehr in Qualität und Anerkennung auf. Die positive Entwicklung für Weintrinker: Noch können wir in Rheinhessen Weinqualitäten genießen, die anderswo auf dieser Welt ein Vielfaches kosten.

Die Angebotspreise der Gastronomen und Winzer orientieren sich am Volksfest und sind nicht kostendeckend. Zur Kostendeckung tragen die Sponsoren bei, die diesen Auftritt der Spitzen-Gastronomen und -Winzer erst ermöglichen: Zum Wohle der Stadt, der Region und der Besucher.

yyy Weinfreunde sollten wissen, dass sich bei den meisten Winzern ein Drei-Klassen-System herauskristallisiert hat - das bezieht sich sowohl auf die Qualität als auch auf die Preise. Nach dem Vorbild aus Burgund hat sich der VDP und davon abgeleitet die Winzer ein Qualitätssystem geschaffen: Der Gutswein bezeichnet einen guten, ordentlichen und sauberen Grundwein, der oft in Literflaschen, aber auch in Dreiviertel-Liter-Flaschen angeboten wird, pro Flasche in der Regel bis zu 5 Euro.

Die nächste Stufe ist der Terroir-geprägte Ortswein, der die mittlere Qualitätsstufe mit sehr guten Weinen darstellt, hier können die Preise an die 10 Euro heranreichen. Darüber kommt als höchste Qualitätskategorie, der Lagenwein, (VDP= großes Gewächs), die S-Klasse, in der Preisklasse nach oben offen, in der Regel zwischen 10 und 30 Euro pro Flasche. Leider werden in der üblichen Gastronomie oft nur Weine aus der Gutswein-Klasse angeboten.


WHO/SoS

INFOS:
Die Mitglieder des Mainzer Culinariums präsentieren sich während der Johannisnacht vom 25. - 28. Juni in einer Pavillon-Meile am Rheinufer zwischen Fischtor und Holztor. Porzellanteller, Besteck und ansrepchende Weingläser sind selbstverständlich. An allen Johannisfest-Tagen wird ein passendes Bühnenprogramm geboten. Bedauerlicherweise entfällt dieses Jahr aber der Auftritt des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz, da die Wasserbühne nicht zur Verfügung steht.