Heft 237 Juni 2010
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EDV-Ecke

Ist ihr WLAN sicher?


Der BGH hat ein Urteil zur Haftung bei nicht abgesichertem WLAN gefällt. (BGH (Az. I ZR 121/08). EDV-Experte Ullrich Kretschmer fasst die Konsequenzen für private WLAN-Betreiber zusammen. Im genannten Fall war der WLAN sogar mit der Methode WPA verschlüsselt, allerdings mit den Standardeinstellungen des Herstellers. Da diese aber weit und breit bekannt waren, sah das Gericht dies nicht als ausreichende Absicherung an. Der BGH stellt fest, dass auch privaten Anschlussinhabern eine Pflicht obliege, »zu prüfen, ob ihr WLAN-Anschluss durch angemessene Sicherungsmaßnahmen vor der Gefahr geschützt ist, von unberechtigten Dritten zur Begehung von Urheberrechtsverletzungen missbraucht zu werden.« Privaten Betreibern eines WLAN-Netzes könne jedoch nicht zugemutet werden, ihre Netzwerksicherheit fortlaufend dem neuesten Stand der Technik anzupassen und dafür entsprechende finanzielle Mittel aufzuwenden. Ihre Prüfpflicht beziehe sich daher auf die Einhaltung der zum Zeitpunkt der Installation des Routers für den privaten Bereich marktüblichen Sicherungen. Dabei kann folgendes Problem auftreten: Ihr Router hat zwar die aktuelle Verschlüsselung (zurzeit WPA2) aber Ihr Laptop ist etwas älteren Datums und kann nur WPA. Dann haben Sie wahrscheinlich ein Sicherheitsproblem. Es empfiehlt sich also, auch das ältere Gerät aufzurüsten. Außerdem ist es sicherer, die vom Produzenten voreingestellten Werte beim Router NICHT zu verwenden und vor allem das Zugangspasswort zu ändern! Falls Ihr Dackel Waldi heißt, empfiehlt es sich, Waldi nicht als Passwort zu verwenden. Besser, weil schwieriger zu knacken sind kryptische gemischte Zahlen-Zeichen-Buchstabensalate. Dazu eignet sich beispielsweise eine Software wie Keepass: Die erstellt Ihnen nicht nur sichere Kennworte sondern speichert diese auch für Sie sicher ab. Das hat den Vorteil, dass Sie sich nur noch ein Passwort merken müssen. Und die Software passt gut auf einen USB-Stick und kann von dort aus gestartet werden. Dem BGH-Urteil zufolge, kann, wer sein WLAN nicht ausreichend verschlüsselt, zwar auf Unterlassung abgemahnt werden (die auf 100 Euro begrenzt wurde), aber bei Urheberrechtsverletzungen Dritter, die aufgrund der unzureichenden Absicherung entstehen können, muss kein Schadensersatz geleistet werden, für die nicht von ihm begangene Tat. Bei nachgewiesenem Vorsatz sähe das vermutlich anders aus. Lassen Sie sich Ihr WLAN von einem Fachmann einrichten. Das ist insgesamt billiger und mit viel weniger Ärger verbunden! Der Fachmann kennt die aktuellsten Sicherheitsmechanismen und weiß diese richtig einzustellen. Und Sie haben einen Nachweis über ihre Bemühungen um ein sicheres WLAN.


SoS