Heft 234 März 2010
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Unternehmen

Umwelt entlasten und Kosten senken

ÖKOPROFIT Mainz


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Foto: Amt für Statistik und Stadtentwicklung

Die Umwelt entlasten und dabei Geld sparen, dieses Ziel ist mit dem ÖKOlogischen PROjekt Für Integrierte UmweltTechnik, kurz ÖKOPROFIT, realisierbar. Ansatz des Projektes ist, Unternehmen unterschiedlicher Größe und aus verschiedenen Branchen aufzuzeigen, wie sich mit praxisnahen Maßnahmen Energie, Wasser und Abfälle sowie Abgase reduzieren lassen und zugleich Betriebsabläufe rationeller und kostensparend gestaltet werden können.

Dr. Sabine Gresch (Foto) vom Amt für Stadtentwicklung, Statistik und Wahlen leitet das Projekt, das bereits im Jahr 2000 initiiert wurde. »Mit der Auftaktveranstaltung im November 2009 haben wir die neue und zugleich sechste Run­de von ÖKOPROFIT gestartet. Die teilnehmenden elf Betriebe werden über ein Jahr lang systematisch zum Aufbau einer innerbetrieblichen Umweltvorsorge hingeführt. In gemeinsamen Workshops mit Referenten erfahren sie außerdem, was sie konkret tun können«, sagt die Geografin, die Betriebe mit mindestens zehn Mitarbeitern aus sämtlichen Branchen akquiriert hat.

Diese sind: die Architektenkammer Rheinland-Pfalz, das CongressCentrum Mainz mit der Rheingoldhalle, das Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz, das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung Rheinland-Pfalz, RIGA Mainz, der Schott Musik Verlag, die Sparda Bank Mainz, die Spedition Hillebrand, die WEPA Papierfabrik, die Firma Liersch und das ZDF, das zum zweiten Mal dabei ist.

Sensibilisieren, motivieren, verändern

Zu Beginn des Projektes erstellt jede Firma mit Hilfe eines eigenen Umweltteams, das für ÖKOPROFIT zuständig ist, eine Bestandsanalyse. Hierbei werden Betriebsdaten und -kosten erfasst sowie Mitarbeiter zu Verbesserungsvorschlägen im Bereich Abfallentsorgung und Energieeinsparung befragt.

Bei der WEPA beispielsweise, die am Standort Mainz Toilettenpapier, Küchentücher und Feuchtprodukte ausschließlich aus Altpapier produziert, entstehen große Mengen an Abfällen und Papierschlämmen. Anja Rohr, Ansprechpartnerin für ÖKOPROFIT im Betrieb, weist auf den hohen Verbrauch an Wasser und Chemikalien hin, um Papier herzustellen und das Abwasser zu reinigen. Die Nutzung von Strom, Gas und Wärme für diese Vorgänge verursachen außerdem hohe Kosten. Da das Unternehmen zur energieintensiven Branche gehört, erläutert Rohr weiter: »Nicht nur im Produktionsbereich geht es um Veränderungen, sondern auch unsere 217 Mitarbeiter sollen für verschiedene Möglichkeiten der Energieeinsparung sensibilisiert und motiviert werden.«

Dieser Aspekt ist für das Dienst­leistungsunternehmen Riga mit seinen 70 Beschäftigten ebenfalls relevant. Allerdings spielt die Reduzierung von Abgasen und Lärmemissionen, die aufgrund des großen Fuhrparks an Autokränen, Zugmaschinen und Lastwagen entstehen, eine größere Rolle. Hinzu kommt der hohe Wasserbrauch am hauseigenen Waschplatz. Der Leiter des Umweltteams bei Riga, Detlef Mirbach, hält darüber hinaus eine Optimierung der Beschaffungsprozesse von Materialien und deren Mehrfachnutzung für wichtig, um Kosten einzusparen. Für Silke Niesel, die für die Architektenkammer ÖKOPOFIT betreut, steht vor allem die Einbeziehung der Mitarbeiter im Büro im Mittelpunkt, um Kosten und Energie einzusparen. Dazu gehören die Verringerung des Papierverbrauchs, der im hohen Maße beim Drucken und Kopieren entsteht, und das Überprüfen des Verhaltens beim Heizen sowie der Stromnutzung.

Individuelles Umweltprogramm

Alle Statuserhebungen der Unternehmen bilden die Grundlage für die anschließende zweite Phase des Projektes, die Umsetzung der Maßnahmen. Begleitet wird diese von individuellen Beratungen der einzelnen Betriebe vor Ort durch die Firma Arqum, einer Gesellschaft für Arbeitssicherheits-, Qualitäts- und Umweltmanagement. Dabei werden spezifische Verbesserungen und Ansätze zur Umweltentlastung, Kostensenkung und Rechtssicherheit entwickelt. Zusammen mit den Informationen aus den Workshops entsteht ein individuelles Umweltprogramm.

ÖKOPROFIT wird von der Stadt Mainz und den teilnehmenden Betrieben finanziert. Die Eigenleistung der Betriebe ist abhängig von der Betriebsgröße. Kooperationspartner sind die Industrie- und Handelskammer Rheinhessen, die Handwerkskammer für Rheinhessen, Entsorgungsbetrieb Mainz, Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Bereich Gewerbeaufsicht, und das Umweltamt der Landeshauptstadt Mainz. Seit Bestehen von ÖKOPROFIT haben 60 Unternehmen und Institutionen aus Mainz ihren Energie- und Wasserverbrauch, ihr Abfallaufkommen, ihren Einkauf und ihre rechtliche Situation unter die Lupe nehmen lassen und dabei beeindruckende Ergebnisse erzielt: 10.000 Tonnen Kohlendioxid, 121 Millionen Liter Wasser und 560 Tonnen Restmüll konnten diese Firmen jährlich einsparen – und dies mit einem Profit von fast drei Millionen Euro. Das im österreichischen Graz entwickelte Projekt ist ein Teil der Lokalen AGENDA 21, einem Handlungsprogramm für nachhaltige Entwicklung in den Kommunen unter Einbeziehung der Wirtschaft.


SoS