Heft 234 März 2010
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Nachklapp

Olympia hautnah miterlebt:

Athleten ein Gefühl von »zuhause« geben


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Dabei sein ist alles das dachte ich mir vor ungefähr fünf Monaten und bewarb mich kurzerhand um eine Stelle bei der Winterolympiade in Vancouver. Wie sich herausstellte erfolgreich, und so stand ich für zwei Wochen hinter den verschiedensten Essenstheken im olympischen Dorf in Whistler und versorgte Athleten, Trainer und andere Hungergeplagte mit Köstlichkeiten aller Art. Meine Disziplinen: Essen ausgeben, dafür sorgen, dass immer genug Vorrat vorhanden ist, den Tresen und die Auslagen sauber halten und »den Athleten das Gefühl geben, zu Hause zu sein.« In wie weit das in einem riesigen Zelt mit lauter Belüftungsanlage möglich sein soll, sei dahin gestellt. Gute Stimmung zu verbreiten fiel allerdings recht leicht: Die Kollegen aus aller Herren Länder, von Äthiopien über Kolumbien und Chile bis hin zu Japan und China waren ausnahmslos nett und aufgeschlossen und darüber hinaus eine unverzichtbare Quelle, um Ausdrücke wie »Guten Tag« und »Guten Appetit« in den verschiedensten Sprachen zu lernen. Das wiederum führte zu dem ein oder anderen angeregten Plausch mit Athleten oder Trainern; immer gut zu erkennen an den Trainingsjacken, auf deren Rückseite der Schriftzug Aufschluss über die jeweilige Herkunft gab.

Schwimmendes Alcatraz

Besonders spannend natürlich: Die Begegnungen mit dem deutschen Team und besonders groß die Überraschung auf deren Seite, wenn auf eine englische Frage eine deutsche Antwort folgte. Närrischer Zufall: Ausgerechnet am Rosenmontag hatte ich das Vergnügen mit einem Athleten aus Düsseldorf zu sprechen. Fernab dem fröhlichen Treiben zu Hause, waren alle etwaigen Fastnachts-Städterivalitäten schnell vergessen und es wurde ein doch etwas wehmütiges Helau und Alaaf ausgetauscht.

Außerhalb des Essenszeltes war es dagegen schwierig, das wirkliche olympische Leben im Dorf zu beobachten. Verständlicherweise war dem Essenspersonal der Zugang zu den Wohnbereichen der Athleten untersagt; ein Spaziergang durchs Dorf war hingegen möglich und offenbarte eine eigene kleine Stadt. Souvenirläden, Internetcafé s und ein eigenes Postamt sorgten für den Kontakt zur Außenwelt. Dominiert wurde das Bild, ganz im Zeichen der Olympiade, von Flaggen der Teilnehmerländer. Leider kamen diese Spaziergänge zwischen den einzelnen Schichten zu kurz, denn alle Arbeitskräfte wurden mittels Shuttlebussen zur Unterkunft bzw. Arbeitsstelle gekarrt. Der Fahrplan war entsprechend auf die Schichten abgestimmt. Wollte man noch einen Moment im Dorf verweilen, hieß es eine Stunde auf den nächsten Bus warten; nach durchschnittlich 8,5 bis 9 Stunden stehen und rennen fiel die Entscheidung meistens auf den Nachhauseweg mit dem Bus.

Das Ziel der Busse: Ein Kreuzfahrtschiff in Squamish, einer kleinen Stadt, 45 Minuten vom olympischen Dorf in Whistler entfernt. Hier war ich zusammen mit ungefähr 1000 anderen Arbeitskräften und freiwilligen Helfern untergebracht und musste schnell feststellen, dass die Bezeichnung »schwimmendes Alcatraz« sehr viel zutreffender war: Man konnte einfach nichts machen. Aus Sicherheitsgründen durfte man das Schiff lediglich mit einem Bus verlassen, der allerdings nur an einer Haltestelle in der Stadt hielt. Wollte man hingegen in einen anderen Teil der Stadt, war man auf den guten Willen der Fahrer angewiesen, die einen irgendwo aussteigen ließen. Zurück laufen war aber nicht man kam nur mit einem Bus auf das Gelände des Schiffes! Ergo fanden solche Ausflüge eher selten statt.

Unterhaltung am laufenden Band

Um sich über die olympischen Ergebnisse des Tages zu informieren hieß es abends: Surfen im Internet. Denn: trotz der Tatsache, dass ich im Zentrum des Geschehens arbeitete, bekam ich so gut wie nichts von den sportlichen Events mit. Während der Arbeit konnte ich meine Pausen zwar nutzen und mich, dank Dauerübertragung auf zwei Bildschirmen in der Cafeteria, auf den neuesten Stand der Dinge bringen. Allerdings war die Berichterstattung sehr Kanada-lastig und Sportarten wie Biathlon oder Skispringen wurden eher stiefmütterlich behandelt. Einfache Lösung der Misere: die freien Tage bei einem der zahlreichen Wettkämpfe verbringen; bei Kartenpreisen von durchschnittlich 30 $ (umgerechnet ca. 20 €) eine recht erschwingliche Sache. Bei dieser Gelegenheit hatte ich außerdem die Möglichkeit, die Atmosphäre in Whistler auf mich wirken zu lassen. Vom Olympiafieber gepackt schien die überschaubare Bergstadt fast ein bisschen klein für die vielen Menschen. Da musste ich schon mal einen Kaffee zum Mitnehmen bestellen, weil im Café selbst einfach kein Stuhl mehr frei war. Zum Glück war draußen einiges geboten, so dass die winterlichen Temperaturen schnell vergessen waren. Live-Konzerte auf zwei verschiedenen Bühnen dienten von mittags bis nachts der Unterhaltung, Straßenkünstler boten ihre Kunststücke dar und Trommlergruppen zogen durch die Straßen. Die Olympiade hautnah mitzuerleben war also tatsächlich ein Fest, spannend, unterhaltsam, anstrengend und vor allen Dingen wirklich interessant.

VERLOSUNG ZDF-Olympia-Maskottchen

ZDF Biber Maskottchen

Was wäre eine Olympiade ohne Maskottchen? Das ZDF schickte zu den Olympischen Winterspielen in Vancouver einen Biber ins Rennen um die Publikumsgunst. Auf dem Bildschirm turnte er immer mal wieder durch die Moderationen oder in eigenen Trailern - mal als Skilangläufer, als Eisschnellläufer, als Eishockeyspieler, als Skiflieger, Biathlet oder Eishockeyspieler durchs Geschehen. Außerdem erhielten alle Stargäste, also vorwiegend die Olympioniken, die in Vancouver ins gläserne ZDF-Studio kamen, den Biber in einer Plüsch-Variante als Erinnerungsgeschenk an die Spiele und den Fernsehauftritt im ZDF. Dem MAINZER ist es gelungen drei von den Plüsch-Bibern, die es nicht zu kaufen gibt, vom ZDF zu ergattern: Wir verlosen sie an unsere Leser. Schicken Sie eine E-Mail an:


Betreff: ZDF-Biber
Postanschrift nicht vergessen!
Einsendeschluss: 15.März 2010. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

KH