Heft 234 März 2010
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HDTV

Vor 40 Jahren kam die Farbe

Jetzt kommt die Schärfe ins Fernsehen


Fernsehgucker beim hadetehvauen

ARD und ZDF haben eine neue TV-Zeitrechnung eingeläutet. Für die Öffentlich-Rechtlichen begann mit der Übertragung der Olympischen Winterspiele der Regelbetrieb des hochauflösenden Fernsehens HDTV. Noch wird nicht das gesamte Programm in dieser brillianten Digitalqualität gesendet, sondern meist nur ausgewählte Filme und Dokumentationen. Doch das Angebot soll immer größer werden. Wer die Fußballweltmeisterschaft im hochauflösenden Format »HDTV« und damit in schärferen Bildern als bisher empfangen will, muss allerdings in neue Technik investieren. Zur Beruhigung: Die neuen öffentlich-rechtlichen und auch die privaten HD-Programme ersetzen die herkömmliche Ausstrahlung nicht. Auf absehbare Zeit werden HDTV und herkömmliches Fernsehen parallel übertragen.

Was ist hochauflösendes Fernsehen?


HDTV steht für »High Definition Television» und ist ein völlig neuer Fernsehstandard. Bei dieser hochauflösenden Technik setzen sich die Fernsehbilder aus gut fünfmal mehr einzelnen Bildpunkten (Pixeln) zusammen als beim herkömmlichen Fernsehen.

Was bringt HDTV?


Das Bild ist detailgenauer und damit wesentlich schärfer. Es glänzt durch brilliante Farben und einen exzellenten Kontrast. Zudem liefert HDTV auch einen besseren Ton als das klassische Fernsehen. Mit einem großen Flachbildschirm oder einem Videoprojektor holen Sie das Kino in Ihre eigenen vier Wände.

Wie gut ist die Qualität von HDTV-Angeboten?


Unterschiedlich. Die beste Bildqualität besitzen Sendungen, die hochauflösend produziert wurden. Ältere Filme werden aber oft nur in die hohe Auflösung umgerechnet. Damit sehen sie zwar etwas besser aus, kommen in ihrer Qualität aber nicht an originäre HDTV-Produktionen heran Unterschiede bestehen zwischen den Sendern ausserdem im Format:

  • ZDF- und ARD-HD nutzen den HD Standard 720p, was Vorteile in der Bewegungsdarstellung bringt. Das Format löst bewegte Szenen deutlich feiner auf, was den Schärfeeindruck verbessert. Die Bilder besitzen zwar «nur« 1280 x 720 Bildpunkte, dafür kommen aber 50 Vollbilder pro Sekunde am Fernseher an.
  • Die anderenSender greifen auf 1080i zurück.Mit 1920 x 1080 Pixeln bietet dieses Format eine höhere Detailschärfe,liefert aber nur 50 halbe Bilder pro Sekunde, die der Fernseher zu 25 Vollbildern zusammensetzt.

Alle Displays, die mit dem »HD ready«-Label oder mit dem Logo »HD Ready 1080p« versehen sind, unterstützen beide HDTV-Formate.

Welche Sender strahlen in HDTV aus ?


Es gibt drei Sorten von HDTV-Sendern:

  • Die frei empfangbaren öffentlich-rechtlichen Sender »Das Erste HD«, »ZDF-HD« und »Arte-HD« strahlen ihre HDTV-Angebote unverschlüsselt und kostenlos aus.
  • die gebührenpflichtigen privaten Sender Für den Satelliten-Empfang von RTL-, Vox-, Sat1-, Kabel eins und ProSieben-HD braucht man zertifizierte Receiver, erkennbar am HD+ oder Cl+ Logo und eine Smartcard. Sie ermöglicht für ein Jahr den kostenlosen Empfang. Danach werden 50 Euro Jahresgebühr fällig.
  • die Pay-TV-Programme. Der Bezahlsender Sky (ehemals Premiere) bietet HDTV-Fans ein Paket mit maximal sieben Sendern, zu denen es kein Pendant mit niedriger Bildqualität gibt. Allerdings bekommt man nicht automatisch alle HD-Kanäle. Wer beispielsweise das Grundpaket »Sky Welt« bucht, bekommt für zusätzliche 10 Euro die Sender Discovery HD, National Geographic HD und History HD.

Doch Vorsicht: HD+ schränkt die Freiheiten des Fernsehzuschauers erheblich ein. Das Vorspulen über Werbeblöcke kann verhindert, Aufzeichnungen blockiert oder zeitlich beschränkt werden. Sogar bei zeitversetztem Fernsehen (»Time Shift«) sind diese Einschränkungen möglich. Die Sender können die HD+-Receiver sozusagen fernsteuern.

Wie kommt HD in den Fernseher?


  1. Über Satellit das ist am einfachsten. Man benötigt zum Empfang nur eine HDTV-kompatible Receiverbox. Alle drei HD-Kanäle der öffentlich rechtlichen sind über den Satelliten Astra zu empfangen.
  2. Über das Kabelnetz. Hier kommt es stark auf den jeweiligen Anbieter an. HD funktioniert über Kabel nur dort, wo die Leitungen entsprechend ausgebaut sind. Bei fast allen Kabelnetzbetreibern müssen Sie ein Abonnement für HDTV abschließen.
  3. Über das Internet. Wer es besonders modern mag, kann auch auf Internet-Fernsehen setzen, das über das Telefonkabel in die Wohnung kommt
Aussen vor bleiben alle, die über Antenne Fernsehen gucken. Über DBV-T wird in Deutschland nicht in HD gesendet.

Bauche ich nun einen neuen Fernseher?


Das muß jeder selbst entscheiden. Klassische Röhrenfernseher können HDTV nicht darstellen. HD-fähige Endgeräte gibt es von 400 Euro an aufwärts. Man erkennt sie an dem Aufkleber »HD Ready«. Meist brauchen Sie noch ein zusätzliches Empfangsgerät, (und damit eine zusätzliche Fernbedienung). Diese sogenannte »Set-Top Box« muß ebenfalls das HDTV Logo tragen. Ohne Zusatzgerät nutzen können das hochauflösende Fernsehen bislang nur Besitzer eines Fernsehers mit dem Logo »HD TV« das hat den nötigen Empfänger eingebaut. Ein solches integriertes TV-Gerät (IDTV) müssen Sie dann zuhause an die vorhandene Satellitenschüssel beziehungsweise Kabelbuchse anschließen. Achten Sie darauf, dass die Set-Top-Box beziehungsweise das IDTV-Gerät auch für den zuhause genutzten Empfangsweg tauglich ist. Eine HDTV-Satelliten-Set-Top-Box nutzt an einem Kabelanschluss ebensowenig wie ein Gerät für den Kabelempfang, das an die Satellitenschüssel angeschlossen wird !

Worauf muß man sonst noch achten?


Behalten Sie auch mögliche Folgekosten im Auge. Zubehör wie Wandhalterung und HDMI Kabel sind meist nicht im Lieferumfang enthalten. Äußerst flache Geräte bieten aufgrund des fehlenden Resonanzkörpers eventuell eine schlechtere Klangqualität, die sich meist nur durch teure Heimkinoanlagen wettmachen läßt. Und auch der Energieverbrauch kann sich negativ auf den Geldbeutel auswirken, denn viele Fernseher sind immer noch wahre Stromfresser. Der Mainzer Fachhandel aber hilft Ihnen da garantiert weiter!

Kann ich mit den neuen Geräten denn auch noch klassische Sender sehen ?


Natürlich. Die neuen Geräte können auch niedrig auflösende Bilder empfangen. Verkaufsprognosen für HDTV-Fernseher: Nach Prognosen führender Marktforschungsinstitute soll ihre Zahl bis Ende 2012 auf bis zu 28 Millionen ansteigen. Voraussichtlich 75 Prozent aller TV-Haushalte werden dann ein neues Gerät besitzen. Die gute Nachricht: Neue Übertragungstechniken, die weitere, teure Anschaffungen nach sich ziehen, sind nach Ansicht von Experten in den kommenden Jahren nicht zu erwarten.

Martha Wildeis