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Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
Heft 232 Januar 2010
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Musik

»Air« mit neuem Album

Frankophiler Electro-Pop


Air

Ab 20 Uhr wird am 1. Februar das Electro-Pop-Duo »Air« die Phönix­halle beschallen. Das verheißt einen Abend der musikalischen Super­lative. Die Franzosen Jean-Benoît Dunkel (Gesang, Keyboards) und Nicolas Godin (Gitarre, Gesang) haben nach »Pocket Symphony« von 2007 mit »Love 2« ihr neues Album eingespielt und sind auf Deutsch­landtournee.

Was man von den nostalgischen Dandys und Ästheten schmusiger Synthie-Klangkunst nicht gewohnt ist: Sie klingen jetzt rauer und impulsiver. Die Meister des Retrokults haben einen Schlagzeuger an ihrer Seite und schreiben richtige Songs mit Melodien und Texten zum Mit­singen. Da ist einiges zu erwarten, denn textlich haben »Air«, die 2005 vom französischen Kultusministe­rium mit dem »Orden der Künste und der Literatur« ausgezeichnet worden sind, ebenfalls etwas zu sagen: »So Light is her Footfall« wurde von Oscar Wilde inspiriert, während für die erste Single-Auskopplung »Sing, Sang, Sung« Englisch­unter­richt die Vorlage bildete.

Bei »Air« ist schon der Name Programm. In ihren melancholischen Klang-Collagen, die nach eigener Aussage als »Assoziative Soundscapes« bezeichnet werden dürfen, liegen Liebe, Fantasie und Traum in der Luft. »Air« stehe für Amour. Ihre Sehnsucht nach Gefühl, nach Liebe und nach der großen Kunst spiegelt sich auch auf »Love 2« in der für »Air« typischen Einfach­heit der Kompositionen.

1998 machten sie mit ihrem romantisch verklärten Ambient-Long Player »Moon Safari« einen kometenhaften Aufstieg in die verträumten Gefilde des elektronischen Universums. Das Debütalbum ging binnen eines Jahres eine Million Mal über den Ladentisch. Mit Tracks wie »Sexy Boy« oder »Kelly Watch The Stars« wurde das Duo weltbekannt.

Inspiriert wurden »Air« schon bei ihrem viel beachteten Start-up von großen Vorbildern wie Debussy und Ravel oder Serge Gainsbourg und Jack Arel. Sie verließen sich dabei auf antiquarisches Gerät: einen alten Korg MS-20, einen Moog, Voco­der aus der Disco-Ära, antike Elek­trogitarren und elektromechanische Pianos von Fender und Wurlitzer. So gelang es ihnen einen unverwechselbar poppigen easy-listening-Sound zu produzieren, dem sie bis heute treu geblieben sind.

Für »Air« ist ihre Musik Zuflucht vor dem Leben. Und braucht nicht auch das Mainzer Publikum Raum für Erholung und Entspannung von den Plagen des Alltags?

Infos: 1. Februar, 20 Uhr, Phönix-Halle Mainz, Eintritt: 35 Euro
Tickets unter www.frankfurter-hof-mainz.de und bei allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Henning Berg