Heft 232 Januar 2010
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Indoorsportarten

Für Anfänger und Geübte

Klettern und Bouldern


Keine Seile, keine Ausrüstung: Bouldern im Blockwerk
Keine Seile, keine Ausrüstung: Bouldern im Blockwerk

Selbst in der Winterzeit müssen Kletter- und Boulder-Fans nicht auf die Ausübung ihres Sports verzichten. Eine gute Auswahl an Kletter- und Boulderwänden unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, an denen sich sowohl Anfänger, Top-Kletterer als auch Kinder ausprobieren können, bieten drei Indoorhallen in Mainz. »Klettern ist Ganzkörpertraining und außerdem ein Sport, der für Jung und Alt geeignet ist«, erklärt Heinz Nold, Referent der Kletterkiste in Mombach. Die Mainzer Sektion des Deutschen Alpenvereins, die derzeit 4 300 Mitglieder hat, baute die Halle im Jahr 2006. Bereits von weitem lässt die Holzverkleidung des ungewöhnlichen Gebäudes erahnen, was den Kletterer innen erwartet. Auf 600 Quadratmetern Fläche finden sich 18 Meter Routenlänge, bis zu zehn Meter überhängende Routen und das bei einer Hallenhöhe von 13 Metern. Über 80 Kletterrouten in den Schwierigkeitsgraden drei bis neun können erklommen werden. Für mehr Abwechslung an den Kletterwänden sorgt ein so genanntes Schrauber-Team, das regelmäßige neue Routen an den Wänden legt, aber einige beliebte »Klassiker« unverändert lässt. Darüber hinaus gibt es für Einsteiger einen speziellen Schulungsbereich, eine Kinderkletterwand und zusätzlich bietet die Kletterkiste noch einen separaten kleinen Boulderraum an. Da die wöchentlich ausgeschriebenen Kletterkurse, die ehrenamtlich geleitet werden, schnell ausgebucht sind, empfiehlt der Verein, sich regelmäßig über Termine auf dessen Website zu informieren. Im Sport Treff in Bretzenheim können Kletterbegeisterte ebenfalls ihr Können testen. Auf den 80 Quadratmetern Kletterfläche der beiden neun Meter hohen Struktur- und Senkrechtwände mit den Schwierigkeitsgraden drei bis neun lassen sich einige ausgefallene Routen ersteigen. Hinzu kommt, dass das Sportcenter bereits seit 13 Jahren den Kids-Club anbietet. Montag und Donnerstag, von 17 bis 19 Uhr, können Kinder ab acht Jahre die Wände unter Aufsicht der Trainer Björn Siegel und Birthe Gassmann erstürmen. Die Kletterflächen stehen ebenso Schulklassen wie kleinen Kindergeburtstagsgruppen zur Verfügung.

Kletterwand der Kletterkiste
Das »Schrauber-Team« der Kletterkiste sorgt regelmäßig für Abwechslung bei den Routen und Bouldern. Einige besonders beliebte »Klassiker» blieben aber seit über einem Jahr unverändert

Diejenigen, die sich jedoch mehr für das Bouldern interessieren, finden im Blockwerk abwechslungsreiche Herausforderungen. Bouldern kommt aus dem Englischen und ist von dem Wort Boulder, was Felsblock heißt, abgeleitet. Bei diesem Sport wird völlig ungesichert ohne Seil und Gurt an Felsblöcken, Felswänden oder in Kletterhallen geklettert, jedoch in Absprunghöhe. Anstelle von Seilen und Sicherheitsgurten werden Bouldermatten eingesetzt, um die Verletzungsgefahr bei Stürzen so gering wie möglich zu halten. Während es beim Klettern charakteristisch um Ausdauer und Höhe geht, stehen beim Bouldern technische, akrobatische und kraftintensive Bewegungsabläufe auf kurzen Strecken im Vordergrund. Auf der eigenen Schwierigkeitsskala gemessen, die beim Bouldern nach den Grifffarben bestimmt ist, bietet das Blockwerk auf seinen Wänden Routen bis zum zehnten und damit schwierigsten Grad an. Das Blockwerk, das Ilijana und Ormonde Wilson seit 2007 leiten, bietet neben Anfänger- und Technik-Boulder-Kursen auch solche für Kinder ab zwölf Jahren.


Kerstin Halm