Heft 229 Oktober 2009
TSV SCHOTT Mainz «Die Wölfe«


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Sport

Mainzer Eishockey-Wölfe

Erfolgs-Rudel auf Beutezug


Markus Schiffer, Mittelstürmer
und Pressesprecher der Mainzer
Wölfe, beim Bully (Anspiel)
Markus Schiffer, Mittelstürmer und Pressesprecher der Mainzer Wölfe, beim Bully (Anspiel)

Eishockey im Rhein-Main-Gebiet Da dürften den meisten Fans dieser temporeichen Sportart wohl zuallererst einmal die Frankfurt Lions fallen. Dabei kann man sich den Gang über den Main eigentlich getrost sparen. Denn mit den Mainzer Wölfen gibt es auch in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt ambitionierte Kufencracks zu bewundern. Und bissige obendrein, wie der Aufstieg vergangene Saison beweist. Damit jagen die Eislöwen ab sofort in der Hessenliga ihrer (Punkte-)Beute hinterher. Warum aber Hessen und nicht Rheinland-Pfalz? »Das hat gleich zwei Gründe«, erklärt Markus Schiffer, Mittelstürmer und Pressesprecher der Wölfe in Personalunion. »Zum Einen ist das spielerische Niveau in der Hessenliga höher, als in der vergleichbaren Regionalliga hier bei uns. Und zum Anderen sind die Entfernungen zu den Auswärtsspielen kürzer.« Was komisch klingt, wird beim Blick auf die Landkarte ruckzuck klar. Während die Gegner jetzt RSC Darmstadt, EV Wiesbaden oder Eintracht Frankfurt heißen, hätte die rheinland-pfälzische Variante Schiffer und Co bis nach Bitburg, Zweibrücken und sogar Luxemburg geführt. Eine Kostenfrage und eine organisatorische, schließlich sind alle Spieler reine Amateure, damit voll berufstätig und Freizeit dementsprechend wertvoll, vor allem wenn man Familie hat.

WOLF SEIN HEISST ZÄHNE ZEIGEN


Milan Nosek
Milan Nosek

Familiär geht es aber auch im Wolfsrudel selbst zu. Vor allem, wenn es darum geht, Probleme zu lösen. Bestes und aktuellstes Beispiel ist der Kampf ums sportliche Revier, sprich die Mainzer Eishalle. Deren Zukunft hing lange Zeit in der Schwebe, weil die Stadt sich mit dem neuerlichen Verpachten mehr als schwer tat. Vor allem die Frage nach den nötigen Renovierungsarbeiten entpuppte sich dabei als Hemmschuh. Den zog sich zu guter Letzt mit Milan Nosek (Foto) der erste Vorsitzende der Löwen an, im Wissen, dass ihn sein Rudel nicht hängen lassen würde: »Einige Arbeiten werden wir in Eigenregie übernehmen«, erklärt Markus Schiffer das etwas andere Prinzip Teamgeist. »Dabei profitieren wir von den verschiedenen Berufen unserer Spieler«. Über 700 kostenlose Arbeitsstunden kamen so bislang zusammen Tendenz steigend.

TIERFREUNDE AUS GLAS


Aber natürlich geht es auch bei den Mainzer Löwen nicht gänzlich ohne Unterstützung. Das fängt beim Ausrüster an, der die nicht ganz billige Ausstattung der Spieler zu einem großen Teil sponsort (ein komplettes Outfit vom Helm bis zum Schläger kostet locker 1500 €) und hört beim TSV SCHOTT Mainz auf. Der größte Mainzer Breitensportverein mit über 3.000 Mitgliedern hat das Eis-Rudel vor einigen Jahren quasi adoptiert. »Ein Meilenstein in unserer Entwicklung «, erklärt der spielende Pressesprecher. »Zuvor waren wir eigentlich nicht mehr, als ein reiner Hobbyklub. Ambitioniert, ohne Frage, aber eben mit begrenzten Mitteln«. Davon kann längst nicht mehr die Rede sein. Zuerst nur der Wintersportabteilung angegliedert, ist das Löwenrudel mittlerweile so stark angewachsen, dass es zu einem eigenständigen Vereinsteil geworden ist.

JUBILÄUM MIT HINDERNISSEN


Dieser Vereinsteil feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges, eigenständiges Gründungsjubiläum. Das passende Geschenk haben sich Schiffer und Co mit dem Aufstieg selbst gemacht, auch wenn es durch die Hallenmisere leider einige Kratzer abbekommen hat. Keine sportlichen, denn im Sommer hätten die Löwen sowieso nicht auf´s Eis gekonnt. Aber abseits der Eisfläche besteht deshalb dringender Nachholbedarf: »Da wir lange Zeit nicht wussten, ob es überhaupt weitergeht, hinken wir in Sachen Neuzugänge oder Sponsorensuche natürlich hinterher «, erklärt Markus Schiffer das organisatorische Manko. Mehr denn je ist deshalb das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mainzer Wölfe gefragt: Bestehende Netzwerke anzapfen, um das Rudel zu verstärken. Berufliche Kontakte nutzen, um die Klubkasse zu füllen. Nur in Sachen sportliche Zukunft sind die Mainzer Kufencracks auf Hilfe angewiesen. »Wir suchen dringend Nachwuchsspieler «, betont Schiffer im Wissen, dass Eigeninitiative in diesem ganz speziellen Fall wohl ein bisschen zu lang dauern würde.


Mario Bast

INFOS:
Der (vorläufige) Heimspielplan der Vorrunde: TSV SCHOTT Mainz «Die Wölfe« 25.10.09 gegen EG DIEZ LIMBURG 08.11.09 gegen EINTRACHT FRANKFURT 22.11.09 gegen RT BAD NAUHEIM 01.12.09 gegen EV WIESBADEN «Icetigers« 13.12.09 gegen RSC DARMSTADT Spielbeginn ist 18:15 Uhr Außerdem findet eine große Saisoneröffnungsparty im Zusammenhang mit der Eröffnungsparty der Eishalle statt entweder am 10. oder am 17. Oktober. Genauer Termin und weitere Infos:
Kontakt:
www.tsv-schott-woelfe.de