Heft 229 Oktober 2009
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Kino-Kultur

Filmtheater Capitol & Palatin

Filmkultur und mehr


Jochen Seehuber, Tassilo Sack,
Eduard Zeiler
Die neuen Betreiber wollen frischen Wind in die Mainzer Programmkinos bringen (v.l.n.r.): Jochen Seehuber, Tassilo Sack, Eduard Zeiler

Sie zeigen ungewöhnliche Filme, sind zugleich Forum für Lesungen, Konzerte und Kunstprojekte und heben sich schon wegen ihrer eigenwilligen Ausstattung deutlich von den Multiplexkinos ab. Mit den im April neu eröffneten Programmkinos Capitol und Palatin, ehemals City-Kino, bleiben Mainz nicht nur die Stätten alternativer Kino-Kultur erhalten, sondern darüber hinaus bieten die drei neuen Betreiber ein innovatives Rahmenprogramm an. Für ihr vielfältiges Konzept arbeiten Eduard Zeiler, Jochen Seehuber und Tassilo Sack eng mit den Filmwissenschaftlern der Johannes Gutenberg- Universität und den Medien- Designern der Fachhochschule zusammen. »Aufgrund dieser Verbindungen haben wir die Möglichkeit, prominente wie internationale Personen aus dem Filmgeschäft und der Kunstszene einzuladen oder Projekte unterschiedlicher Künstler vorzustellen«, sagt Filmstudent Zeiler, der die Veranstaltungen organisiert. Der 29- Jährige und seine für den Filmeinkauf zuständigen Partner, die Mediendesign- Absolventen Seehuber und Sack, werden von Horst Hermann, einem Filmvorführer, der bereits früher in den Kinos arbeitete, und zwei Aushilfen unterstützt. Täglich drei Abend- und zwei Tages-Vorstellungen am Wochenende für Kinder bieten die Kinos. Im Programm stammen die meisten der wöchentlich vier Filme aus dem deutschen und europäischen Raum, aber auch der ein oder andere Blockbuster findet sich darunter. Was zählt für die jungen Betreiber, ist die Qualität der Filme und ihre Vorführung, und aus diesem Grunde werden in Capitol und Palatin so oft wie möglich Originalversionen mit oder ohne Untertiteln gezeigt. »Es ist einfach zu schade, manche Filme, wie die vom US-amerikanischen Regisseur Quentin Tarantino, nicht in der Originalfassung zu zeigen«, erklärt der 29-jähirge Tassilo Sack, »und wir stellen fest, dass die Nachfrage wächst. Außerdem möchten wir mit unserem neuen, alternativen Konzept, Kino und Veranstaltungen miteinander zu verbinden, eine Lücke im Mainzer Kulturangebot schließen.« In den letzten Jahren sei auf dem Gebiet in der Stadt nicht viel Neues passiert. Außerdem hätte sich, nach Ansicht der drei Jungunternehmer, der ehemalige Kinobetreiber um die beiden Filmtheater, die er zehn Jahren leitete, nicht mehr ausreichend gekümmert. Kino Palatin Als dieser sich Mitte Februar dieses Jahres aus dem Kinogeschäft zurückzog, drohten dem ältesten Mainzer Kino »Capitol«, das bereits 1933 eröffnete, und dem ehemaligen »Scala«-Kino, dem heutigen Palatin, das Aus. »Als wir hörten, dass die Filmtheater geschlossen werden sollen, haben wir die Gelegenheit wahrgenommen, sie zu übernehmen. Das Programmkino muss weiterhin in Mainz bestehen bleiben, und wir haben den Ansporn es besser zu machen als unser Vorgänger «, äußert sich der 29-jährige Seehuber zuversichtlich. Im Oktober erwartet die Besucher von Palatin und Capitol neben jeder Menge Independent-Filmen ein vielseitiges Veranstaltungsangebot wie die acht Musiker von »The Art of Fusion« mit ihrem avantgardistischen Welt-Musik-Projekt und die »Indievisuals«, eine Gruppe junger Filmemacher aus Mainz und Umgebung, die ihr neuestes Machwerk zeigen. Mehr Informationen zu Kinoprogramm und Veranstaltungen: www.programmkinos-mainz.de

Mehr Informationen zu Kinoprogramm und Veranstaltungen: www.programmkinos-mainz.de