Heft 229 Oktober 2009
Werbung




Auto

IAA lockte wieder Hunderttausende

Die »grüne Woche« in Frankfurt


Elektromotor von Siemens
Foto: djd/Siemens

Wie kaum jemals zuvor stand das Thema Umwelt und Energiesparen im Zentrum der 63. Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt. Mehr als nur um PSZahlen ging es dabei um den Antrieb der Zukunft bei den 781 Ausstellern. Wer setzt sich durch: Die Brennstoffzelle, die über Wasserstoff betrieben wird? Der Hybridantrieb, der Benzin- oder Dieselmotor mit einem Elektromotor verbindet? Oder das Elektroauto? Soviel vorweg: Den Königsweg hat noch kein Hersteller gefunden. Aber Sparen ist auch das Gebot der Stunde bei den zahlreichen Premieren mit konventionellen Triebwerken bei der »Grünen Woche « am Main. »DER MAINZER« stellt einige Neuheiten vor. Frankfurt hatte wirklich alles: Selbst ungewöhnliche Mischformen gab es zu sehen. BMW präsentierte beispielsweise mit dem M1 Vision einen futuristischen Supersportwagen mit Hybridtechnik. Audi enthüllte einen R8 mit Elektroantrieb. Dazu kamen die CO2- Sparmeister: Der VW Polo mit 87 Gramm CO2 pro Kilometer oder der Golf (99 Gramm), der Opel Astra (109 Gramm) und der Ford Focus (99 Gramm).

ALFA ROMEO MIT DEM NEUEN 149


er neue Alfa 149 besticht durch seine Form: viel neugierige Besucher blieben bei den Italienern stehen, um den neuesten Spross der sportlichen Marke zu bewundern. Der 149 soll den 147 beerben und gegen den Golf antreten. Die Länge beträgt 4,35 Meter, gebaut wird er auf der Plattform für das C- und D-Segment. Große tropfenförmige Rückleuchten sorgen für einen sehr eigenständigen Auftritt. Geplant ist er zunächst als Fünftürer, der Name steht noch nicht fest: Bleibt es bei »149« oder heißt er vielleicht »Milano«? Das Motorenspektrum reicht von 120 bis 170 PS. Wichtigstes Technikthema sind die Multiair-Motoren: Statt per Nockenwellen werden die Einlaßventile elektrohydraulisch gesteuert. Das spart rund 25 Prozent Sprit.

AUDI: SPORTLICH IN DIE ELEKTRISCHE ZUKUNFT


Bei der Marke mit den Ringen dominierten dynamische Autos. Eher für den größeren Geldbeutel steht wohl der rassige R8 Spyder mit Stoffverdeck. Der 5.2 FSI präsentiert sich mit einem 525 PS starken V10-Mittelmotor und ist über 300 km/h schnell. Ein starker Auftritt, stark ist aber auch der Preis: 155.000 Euro. Gleichzeitig stand ein R8 Studie mit Elektromotor mit Lithium- Ionen Akkus in der Halle – das deutsche Gegenstück zum Tesla Roadster. Für den Normalbürger ist da eher der A5 Sportback gedacht. Er kombiniert praktische Avant-Tugenden mit dem Fahrgefühl eines Coupes. Die Preise starten bei 36.050 Euro (2.0 TDI mit 170 PS).



Anzeige
Anzeige Maus im Mollers 0910


BMW WILL DEN TREND SETZEN


Wer hat den kleinsten SUV? Nach X5 und X3 wollen die Münchner jetzt mit dem X1 punkten, der auf der IAA erstmals in seiner endgültigen Form zu sehen war. Der »Schrumpfgeländegänger « ist schon ab 27.000 Euro zu haben. Dann hat er zwar nur Hinterrad- statt Allradantrieb, ist aber trotzdem ein klare Kampfansage an den VW Tiguan. Unbestrittener Star bei BMW ist allerdings der neue 5er GT. Er soll eine neue Wagengattung begründen: Das Auto stellt einen Mix aus Stufenhecklimousine, Kombi, SUV und Coupe dar. Vom Start weg im Herbst gibt es drei Motoren: 530d GT (245 PS, 55.200 Euro), 535i GT (306 PS, 55.700 Euro) und das V8 Topmodell (407 PS, 75.300 Euro).

MERCEDES: MIT VOLLDAMPF AUS DER KRISE


Gute Laune war angesagt bei den Mannen aus Untertürkheim: Nach dem erfolgreichen Start der neuen E-Klasse gab es in Frankfurt die Kombi-Version, genannt T-Modell zu sehen. Auf 4,89 Meter Länge bietet es einen XL-Kofferraum von 700 bis 2000 Litern. Die Preise beginnen bei rund 43.000 Euro. Den größten Auflauf erzielte allerdings der Luxustraumwagen SLS AMG. Die Neuauflage des legendären Flügeltürers von 1954 hat einen 6,3 Liter-Achzylinder mit 571 PS, schafft 315 km/h. Aber auch für die Zukunft ist der Stern gerüstet: Das zeigt der Blue Zero E-Cell plus. Wenn der Benziner unterwegs die Batterien nachlädt, schafft das Elektromobil bis zu 600 km Reichweite.

FORD MIT NEUEM C-MAX


Bei den Kölnern war das Vorserienmodell des neuen C-Max zu bestaunen. Er steht auf der neuen Focus-Plattform und kommt in der »Grand«-Version mit zwei Schiebtüren, auf die allerdings bei der Kurzversion verzichtet werden muss. Als Antrieb sind die ebenfalls neuen Ecoboost –Motoren mit 1,6- und 2,0 Litern Hubraum und Turboaufladung zwischen 150 und rund 200 PS vorgesehen. Der »Grand« bietet wahlweise sieben Personen Platz oder kann mehr Gepäck aufnehmen.

WELTPREMIERE BEI FIAT


Nach dem großen Erfolg mit dem 500 feierte auf der IAA der neue Fiat Punto Evo Premiere. Der Evo ist der Nachfolger des Grande Punto und bekommt die neuen Multiair-Benziner und die Multijet- Diesel der Turiner Autoschmiede. Serienmäßig ist die Start-Stopp- Automatik. Das eigens entwickelte neue Navigationssystem Blue&Me weist den Weg. Äußerlich ähnelt der Evo seinem großen Bruder Bravo. Gleichzeitig wird jedoch der Grande Punto in einer »Actual«- Version zum Preis von 9.900 Euro weitergebaut.

OPEL WILL DEN NEUANFANG


Elektro-Auto Opel Ampera
Elektro-Auto Opel Ampera

Für Opel war die IAA ein wichtiger Neuanfang. Das Angebot zum Heimspiel nutzten die Rüsselsheimer deshalb konsequent: Neben dem Elektroauto Ampera gehörte der neue Astra zu den wichtigsten Autos der Messe. Optisch, qualitativ und preislich ist der Astra eine klare Kampfansage an den VW Golf. Sein Cockpit erinnert dabei stark an den Insignia. Neben der modernen Form will er auch mit neuem Format überzeugen. Mehr Länge (4,42 Meter) und Breite (1,86 Meter) sowie ein längerer Radstand (2,69) verbessern auch das Platzangebot. Dazu kommen neue Turbobenziner und auf Wunsch das Flexride-Fahrwerk des Insignia.

PORSCHE: SCHNELLER, STÄRKER, SPARSAMER


Vom Sportfahrer lange erwartet: Der neue 911 Porsche Turbo. Die Leistung des Boxers steigt von 480 auf 500 PS, er soll aber mit 18% weniger Benzin auskommen. 11,4 bis 11,8 Liter auf 100 Kilometer werden angegeben. Wenig bescheiden zeigt sich der Turbo bei der Leistung. Nach 3,4 Sekunden ist Tempo 100 erreicht, die Höchstgeschwindigkeit wird mit 312 km/h angegeben. Auch der Preis hat es in sich: Zwischen 145.000 (Coupe) und 157.000 Euro (Cabrio) muss der geneigte Kunde anlegen.

RAUMFAHRT MIT RENAULT


Auch Renault fährt ganz im Zeichen des Elektroantriebs: Gleich vier Studien standen unter Strom. Gemeinsam mit Allianzpartner Nissan präsentierten die Franzosen verschiedene Modelle auf zwei Plattformen, wie den ZOE Z.E. Concept oder den Fluence Concept. Dazu ein Zweisitzer mit hintereinander liegenden Sitzen, Twizy genannt. Die futuristisch gestalteten Modelle sollen tatsächlich bald die Straßen bevölkern: Für Ende 2010 ist der Verkauf geplant, die Preise nicht über denen vergleichbarer Benziner liegen. Sehr real ist dagegen ist der Renault Fluence, die Stufenheckversion des Megane. Er ist ab 18.000 Euro ab Sommer 2010 zu haben.

SKODA COMBI EIN RENNER


Noch ein heimlicher Star der Messe war der Skoda Suberb Combi. Dabei ist der von der Limousine abgeleitete Wagen von stattlichen 4,84 Metern nochmals um sechs Zentimeter gewachsen. Im rundlichen Heck werden 570 Liter Stauraum geboten. Versenkt man die Sitze, passen beim Tschechen 1.835 Liter rein, ein Wert, von dem BMW und Audi nur träumen können.

DIE NEUE ALLZWECKWAFFE VON VOLKSWAGEN


Mit einem neuen Sparweltmeister zeigte sich VW bei der Messe am Main: Ein TDI-Motor mit 1,6 Litern Hubraum soll in Zukunft bei Golf und Passat für Vortrieb sorgen – bei niedrigen Emissionen und sensationell geringem Durst versteht sich. Die auf der IAA präsentierten Blue Motion Modelle verbrauchen mit dem neuen 106 PS Dieselmotor zwischen 3,8 Liter (Golf) und 4,4 Liter (Passat) auf 100 Kilometer. Der Polo-Kunde muss sich noch bis Anfang 2010 gedulden: Dann folgt die kleinste Blue-Motion Version mit einem völlig neuen 1,2 Liter TDI. Verbrauch: 3,3 Liter auf 100 Kilometer bei einem CO2-Ausstoß von 87 Gramm. Das VW allerdings auch anders kann, dafür steht der VW Golf R mit Allradantrieb. Der Über-Golf ist der Nachfolger des R32 und holt 270 PS aus dem 2-Liter TSFI-Motor. Kostenpunkt: 36.400 Euro.