Heft 228 September 2009
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EDV-Ecke

Unterwegs im Netz

ABER NIE OHNE!


ulli kretschmer

Es gibt Viren, die durchaus mit »Schweinen«, allerdings auf zwei Beinen, in Verbindung gebracht werden können, deren Folgen sind zumeist stark verschnupfte und mit chronischen Ausfällen belastete Computer. Ullrich Kretschmer, selbstständiger EDV-Fachmann, kennt diese Viren-Attacken und erklärt mögliche Verhütungs-Mechanismen. »Ich staunte nicht schlecht, als Ende der 80er an meinem geliehenen IBM 8088 mit grün-schwarzem Monitor plötzlich die Buchstaben vom Bildschirm purzelten. Ich hatte zwar schon von Computerviren gehört, aber jetzt war es tatsächlich auch geschehen: Ein Virus hatte den Computer befallen! Der Rechner war infiziert mit dem Blackjack Virus alias Cascade. text Eine Folge von ungeschütztem Datenverkehr über Disketten. Zum Glück waren die Virenschreiber von damals noch mit Humor ausgestattet und von dem Wunsch beseelt, mit Ihrem »Baby« berühmt zu werden.« Heute geht es mehr darum, Geld und fremde Identitäten zu ergaunern. Trojanische Pferde öffnen nach der Infektion des PCs von »innen« die Tür des PCs zum Internet und geben dem Internetgangster die Kontrolle. Dann werden zum Beispiel die Tastatureingaben aufgezeichnet und schon wissen die Gauner Zugangsdaten für E-Mail und Online-Banking. Die infizierten PCs werden aber auch zu sogenannten Botnetzen zusammengeschaltet: tausende von PCs werden, ohne Wissen ihrer Besitzer, für Angriffe auf Webserver genutzt und um SPAM zu versenden. Die Virenschreiber verschleiern auf diese Art die wahre Herkunft ihres schändlichen Tuns.

Was tun?


text Eine Zeitlang war man noch recht sicher vor Viren wenn man die Schmuddelecken des Internets vermied und nicht gleich jeden EMail- Anhang öffnete. Heutzutage werde jedoch Webserver gleich reihenweise gehackt, um die Schädlinge arglosen Internet- Surfern auf diese Weise unterzuschieben. Die Eindringlinge nutzen Fehler in Betriebssystemen, Internet-Brow - sern und anderen Anwendungen aus, um den PC zu infizieren. Es gilt also nicht nur, den Virenscanner mit neuen Updates zu versorgen, sondern auch das Betriebssystem und alle sonstigen Programme auf dem neuesten Stand zu halten. Die »Automatischen Updates« für das Betriebssystem lassen sich in der Systemsteuerung einstellen. Mit der kostenlosen Software von Bernd Ott »Software-Uptodate« (www.software-uptodate.de) lässt sich recht einfach überprüfen, für welche Software es neuere Versionen gibt. Ein gewisses Risiko, dass der PC infiziert wird, bleibt trotz aller Bemühungen. Bis alle text Virenscanner einen neuen Virus erkennen, und Softwarehersteller ihre Sicherheitslücken schließen, braucht es leider immer eine gewisse Zeit - die Sie durchaus nutzen können:

  • Sichern Sie ihre wichtigen Daten regelmäßig!
  • Wechseln Sie beim Homebanking auf die Variante HBCI mit Chipkarten und entsprechen- dem Lesegerät der Sicherheitsklasse 2 oder höher. Die Verbindung vom Chipkartenleser direkt zu Ihrer Bank ist verschlüsselt, geht zwar durch den PC, die Informationen sind jedoch verschlüsselt und können von den Internet-Banditen nicht verwendet werden. Fragen Sie bei Ihrer Bank danach.
  • Verwenden Sie starke Passwörter mit mehr als 8 Zeichen die wild gemischt aus Zahlen, großen und kleinen Buchstaben und wenn erlaubt auch Sonderzeichen. Am besten keine Wörter oder Wortkombinationen, die probieren die Gangster mit sogenannten Wörterbuchattakken einfach durch.


SoS

Infos:

http://de.wikipedia.org/wiki/Computervirus

Für Privatpersonen kostenlose Virenscanner:
www.free-av.de
www.avast.at

Einzelne verdächtige Datei mit mehreren Virenscannern prüfen:
www.virustotal.com

Computer auf dem aktuellen Stand halten:
www.software-uptodate.de