Heft 227 August 2009
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EDV-Ecke

Ullrich Kretschmer

Aufgepasst beim Verkehr


Es gibt Zeitgenossen, die kommen in den zweifelhaften Genuss, mit ganz vielen Details aus dem Leben anderer Zeitgenossen versehen zu werden. Ein Kaufvertrag über ein Grundstück von einem Notariat, die Ablehnung einer Bürgschaft seitens eines Finanzierungsberaters, die Aufforderung einer Bank, die fälligen Kreditzinsen zu begleichen, die Mahnung einer Gewerkschaft, die fälligen Beiträge zu zahlen … Solche Institutionen und Berufsgruppen gelten gemeinhin als »seriös«. Wie kommt es dann, dass sie ihre Informationen an die falsche Adresse schicken? Ganz einfach: Sie sparen sich die Kosten für den Postversand und benutzten die Datenautobahn. Gleichzeitig kennen wir das Phänomen der »verschwundenen Emails«: irgendwo im Internet-Orbit kreisen sie rum. Kommen aber nicht da an, wo sie hin sollen.

Was läuft in diesen Fällen falsch?


ktm

Vergeben Email-Anbieter etwa Adressen doppelt? Oder »schlucken « deren Server die Nachrichten? Oder stecken Fehler der Anwender/ Nutzer dahinter? Ullrich Kretschmer, selbstständiger EDV-Fachmann, erklärt was Sache ist. »In den meisten Fällen verschwinden Emails nicht. Am wichtigsten ist als Versender zu überprüfen ob die Email-Adresse wirklich richtig geschrieben wurde: ob Punkte, Bindestriche etc. an der richtigen Stelle sitzen. Da passieren Fehler, die User nicht unbedingt merken müssen. Beispiel: die Endung, also ‚de’, ‚net’, ‚com’ und Konsorten. In Deutschland sollten Besitzer einer Emailadresse mit einer anderen Kennung als .de gesondert darauf hinweisen, denn so husch husch hingehört, macht man im Nachhinein oft ein ‚de’ dran und schon geht die Email an wen anderes. Im besten Fall existiert die Emailadresse zu der man sich verschrieben hat nicht, dann bekommt man per Email eine Fehlermeldung zugestellt, dass diese Emailadresse gar nicht existiert. Es kann aber auch schlechter laufen, unter der Vertipper-Email- Adresse ist tatsächlich jemand zu erreichen, dann bekommt derjenige die Email zugestellt. Gibt ja nette Leute die bemerken das es sich um ein Versehen handelt und benachrichtigen einen darüber, meist landen derartige Emails mit sonstigem Spam im virtuellen Müll. Sorgfalt ist halt auch im Daten- Verkehr entscheidend, um Fehler, Fehlleitungen zu vermeiden. Wer Emails erwartet, muss bei den Absendern nachforschen, wer wichtige Nachrichten verschickt, sollte sich unbedingt eine Eingangsbestätigung zurückschicken lassen, kommt die nicht, muss notfalls per Telefon nachgeforscht werden. Wer dem vorbeugen will, sollte sich eine Email-Adresse aussuchen, die Verwechslungsgefahren ausschließt und nicht so schwer zu buchstabieren ist, dass Verschreiben vorprogrammiert ist.«


SoS