Heft 227 August 2009
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Domgeschichte(n)

Gemeinschaftswerk der deutschsprachigen Dombauhütten:

20 Tonnen Dom auf einem Leichter


Knüpfel
Es wächst, das Dom-Modell: Die beiden Knüpfel, die vor den Plänen stehen, sind neben Presslufthammer und Eisen im Einsatz der Steinmetze, um den Dom zu Willigis Zeiten im 1:20-Modell aus Kalkstein nachzubauen.

Mit 20 Tonnen ist es zwar weit entfernt vom tatsächlichen Gewicht seines Originals, aber in seinem Aussehen entspricht es dem Dom wie er vor 1000 Jahren von Bischof Willigis erbaut wurde. Am letzten August-Wochenende präsentieren die Dombauhütten aus Mainz, Xanten, Köln, Freiburg und Basel ihr Gemeinschaftswerk, das Modell der Dom-Anlage zu Zeiten Willigis. Die Idee geht auf Domdekan Heinz Heckwolf zurück, das Treffen der deutschsprachigen Dombauhütten vom 28. bis 30. August in Mainz ist die ideale Gelegenheit für die öffentliche Präsentation. Das 1:200 große Vorbild für dieses neue steinerne, 1:20 große Modell steht im Dommuseum. Im Januar waren die Arbeitspläne fertig und mit den Steinmetz-Kollegen der beteiligten Dombauhütten geklärt, wer welche Domteile erstellt. Den Löwenanteil des Kalkstein- Modells übernehmen die Mainzer, die Kosten werden von zahlreichen Sponsoren und Spendern geschultert. Mittlerweile sind fast alle Werkstücke aus allen Dombauhütten im Mainzer Zollhafen eingetroffen. Dort haben die Stadtwerke Mainz AG Platz zur Verfügung gestellt, da - mit die Einzelteile zum Modell zusammen gesetzt werden können. Das ehemalige Hafengelände ist ideal sowohl für die Anlieferung wie für den Abtransport: die 20 Tonnen Dom werden auf einem Leichter am 28. August zum Fischtor transportiert, wo sie zumindest an diesem Wochenende bestaunt werden können. Wie es dann mit dem Willigis- Dom-Modell weiter geht ist nicht klar: die Dombauhütte und auch die Mainzer Gästeführer wünschen sich einen repräsentativen Standort mitten in der Stadt die Grünfläche am Fischtor würde sich gut eignen, weiß Dombauhütten- Steinmetz Jörg Walter, weil so eine direkte Blickbeziehung zum heutigen Dom gute Vergleichsmöglichkeiten ergibt. Die Gästeführer sehen hier die Chance, die Entwicklung der Bischofskirche anschaulich erläutern zu können. Ob sich Bistum und Stadt Mainz mit dieser Idee anfreunden können, dürfte nicht zuletzt eine Kostenfrage sein.


SoS

Infos: Der Fischtorplatz ist am
28. und 29. August auch Schauplatz
des Handwerkermarkts:
www.hwk.de
www.bistummainz.de