Heft 226 Juli 2009
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Wahnsinn

Der alltägliche Wahnsinn

Sagen Sie mal…


Waaaahnsinn

… sind Sie nicht auch der Meinung, dass das Wort des Jahres bereits fest steht? Ja ich weiß, wir haben erst Juli. Aber, mal ehrlich: Wer oder was soll an der »Wirtschaftskrise« denn eigentlich noch vorbeikommen? Eben!!!

Lustig daran finde ich nur, dass sich dieses vermeintliche Horrorszenario schon bald als gigantische Seifenblase entpuppen wird. Von wegen fiskalische Steinzeit. Was für ein Blödsinn! Wohin man auch schaut, überall sieht man blühende Landschaften. Beispiel Zapfsäule: Während sich die Spritpreise schon wieder den Rekordmarken des Vorjahres annähern, kostet Öl im Vergleich dazu noch immer nur »en Appel und en Ei«. Also macht da wohl doch jemand ordentlich Reibach …

Oder nehmen wir den Bankensektor. Für den ganzen Schlamassel verantwortlich, hüpfen die (Möchtegern-) Finanzexperten zuerst unter den staatlich organisierten (und mit Steuergeldern bezahlten) Rettungsschirm. Dann senken sie die Guthabenzinsen, ohne parallel dazu die Kredite zu verbilligen oder – noch besser – die Darlehen erst gar nicht mehr zu genehmigen (»Sorry, die Krise, Sie verstehen«). Das bringt Kohle. Da könnte man als Manager sogar schon fast auf ne Bonuszahlung verzichten (muss es zum Glück aber nicht)!

Auch eine gute Möglichkeit, um jetzt ordentlich abzusahnen, ist die »Methode Kurzarbeit«. Angemeldet, obwohl die Auftragsbücher voll sind, lohnt sich das gleich doppelt. Vater Staat zahlt einen Teil der Löhne und die Belegschaft rotiert und schafft das eigentliche 40-Stunden-Pensum in drei Tagen. Es geht ja schließlich um die Existenz der Firma. Klasse!

Über all den Krisen-Gewinnlern aber schwebt König Fußball. Da wird momentan mit Geldern um sich geschmissen, als gebe es kein Morgen. Ablösesummen in zweistelliger Millionenhöhe? Millionengehälter bis runter zum Platzwart? Und das netto? Aber bitte, kein Problem, wir haben´s doch. Einfach die Ticketpreise nach oben geschraubt, die Fanartikel etwas teurer gemacht, dazu noch etwas mehr Kohle vom Fernsehen – und schwupps – ist all der Luxus bezahlt. Die Zeche dafür trägt der Fan, also das gemeine Fußvolk.

»Moment mal, das kenn ich doch«, sagen Sie? Stimmt. Ist wie im wahren Leben, wenn die Politik Bockmist baut und wir dann dafür geradestehen müssen. Mit einem Unterschied: Den Millionen-Kickern bei der Arbeit zuzusehen macht wenigstens Spaß. Meistens zumindest.

In diesem Sinne –
Bis zum nächsten Mal.
Ihr Rasta Mobi