Heft 225 Juni 2009
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Wissenschaftsallianz

Einladung zur Zeitreise

Expedition Zukunft


Expedition Zukunft

Die Bundesrepublik wird 80, der Mauerfall jährt sich zum 40sten Mal und Mainz 05 kann auf stolze 124 Vereinsjahre zurückblicken soviel ist sicher im Jahr 2029. Doch wie ist es sonst um die Menschheit und unseren Planeten bestellt, in 20, 30 oder gar 50 Jahren? Ein Besuch des Mainzer Hauptbahnhofs kann Aufschluss geben, denn dort macht vom 16.-18. Juni der Ausstellungszug »Expedition Zukunft« Station. 300 Meter misst der Zug und malt in zwölf Wagen zum einen ein Bild unserer Gesellschaft in der Zukunft, zum Anderen widmet er sich Zukunftstechnologien, die schon heute entwickelt werden. Zugegeben, das klingt zunächst nach Science Fiction, Star Wars und Hollywood. Doch keine Angst, ganz so abgefahren ist es nicht. Vielmehr zeigt der Zug, der während seiner siebenmonatigen Reise in 60 deutschen Städten Station macht, Trends auf, die heute schon Einfluss auf das Leben der Menschen haben und spinnt diese weiter. So beschäftigt sich beispielsweise eine Station mit dem Klimawandel und der Energieverknappung, ein anderer Wagen geht auf den demografischen Wandel in unserer Gesellschaft ein. Allen gemeinsam ist das Interaktive: Die Besucher sollen zum Mitmachen animiert werden und der Forschergeist bei Jung und Alt geweckt werden.

Mainz als Wissenschaftsstadt


Expedition Hartmann

Eine Zeitreise in die Zukunft gewissermaßen, an der sich Interessierte aller Generationen beteiligen können. Thematisch könnte es nicht besser passen; schließlich steht Mainz 2009 wissenschaftlich ganz unter dem Motto einer »Zeit Reise«. Statt wie in den vorigen Jahren steht in diesem Jahr nämlich nicht nur eine bestimmte Wissenschaft im Blickpunkt der Öffentlichkeit, sondern ganz allgemein die Forschung als solche. Da dies zugegebenermaßen sehr abstrakt klingt, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung im September letzten Jahres zehn deutsche Städte ausgewählt und zu sogenannten »Treffpunkten der Wissenschaft« erklärt; darunter auch Mainz. Jede einzelne der zehn Städte wurde daraufhin mit einem speziellen Forschungsthema ausgestattet. Mainz als alte Römerstadt und Stadt des Buchdrucks wurde mit der historischen Forschung beauftragt und so dreht sich 2009 epochen- und disziplinenübergreifend alles um das Phänomen »Zeit Reise« im Allgemeinen und um die Forschungsfrage »Wie wird man ein Volk« im Speziellen; passend zum 20ten Jahrestages des Mauerfalls.

Gemeinsam für mehr Forschung


Expedition Thomas

Keine leichte Aufgabe, die sich da den vielen verschiedenen Forschungseinrichtungen in Mainz stellte. Immerhin sollen die einzelnen Wissenschaftsstandorte das Interesse der breiten Öffentlichkeit an der Forschung wecken und zur Interaktion anregen. Unter der Federführung der Johannes Gutenberg-Universität entsann man sich aber der gemeinsamen Stärke und hob kurzerhand die Mainzer Wissenschaftsallianz aus der Taufe. Binnen kürzester Zeit wuchs diese Allianz auf 30 Mitglieder an, neben der Uni sind auch Forschungseinrichtungen wie die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, das Römisch Germanische Zentralmuseum und das Stadtarchiv beteiligt. Doch auch Wirtschaftsunternehmen mit Forschungsabteilungen, wie etwa die Schott AG oder Böhringer Ingelheim sind Teil der Wissenschaftsallianz. In relativ kurzer Zeit wurde von allen Beteiligten ein Jahresprogramm zusammengestellt, das über 150 Veranstaltungen umfasst. So stehen in diesem Jahr sowohl Vorträge und Podiumsdiskussionen rund um die Forschungsfrage an, als auch interaktive Wissenschaft zum Selbst-Ausprobieren. Ein Beispiel ist in diesem Zusammenhang der Schülerwettbewerb, bei dem sich die jungen Forscher zu der Frage, wie man denn nun ein Volk wird, beteiligen konnten. Ergebnisse dieses Wettbewerbs gibt es am 16. Juni um 20 Uhr im Rathaus. Die Reihe Universität im Rathaus steht in diesem Jahr ebenfalls im Zeichen des Wissenschaftsjahres und bietet regelmäßig Vorträge und Diskussionen zum Thema »Weichenstellungen in der Geschichte der Bundesrepublik« an. Und auch die KinderUni begibt sich unter dem Titel »Eine Mauer in Deutschland« auf Zeitreise. Es verspricht also spannend zu werden im Mainzer Treffpunkt der Wissenschaft.


Katrin Henrich

Infos:
www.wissenschaftsallianz-mainz.de
www.staedte-im-wissenschaftsjahr.de
www.expedition-zukunft.org hier können unter dem Stichwort »Mitmachlabor für Schulklassen und Familien« auch Workshops für Schulklassen gebucht werden. Im Mitmachlabor im Wagen 12 der »Expedition Zukunft« kommen die Forscher von morgen auf ihre Kosten. Einfache, aber eindrucksvolle Experimente vermitteln Denk- und Arbeitsweisen von Wissenschaftlern und Ingenieuren. Im Mitmachlabor können Schulklassen und Familien mit Kindern zu den Themen »Cooler Kunststoff ein Werkstoff mit Überraschungseffekt« und »Heiße Zellen Solarenergie für kreative Anwendungen« forschen. Der Eintritt ins Mitmachlabor ist frei.