Heft 225 Juni 2009
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Museumsnacht

Bekannte und neue Gesichter und noch mehr Neulinge

Rekord bei der fünften Auflage


Amor

Spurensuche bei den Römern, Kunstschätze aus Italien und musikalische Höhepunkte – das und mehr erwartet die Besucher bei der 5. Mainzer Museumsnacht am 6. Juni. Eine Rekordanmeldung von 42 Museen, Galerien und Institutionen verzeichnet das Kulturdezernat. Neben den vier großen Museen, wie das Gutenberg-Museum, das Naturhistorisches Museum, das Römisch-Germanische Zentralmuseum und das Landesmuseum, sind auch wieder viele Galerien und junge Kulturinitiativen wie das Pengland oder das Performance Art Depot dabei. Außerdem sind unter den Teilnehmern auch einige neue Gesichter.
So das Bischöfliche Dom- und Diözesanmuseum. Besucher können sich die Anfang April eröffnete Sonderausstellung zum 100. Geburtstag von HAP Grieshaber ansehen. Das bevorzugte Medium des deutschen Malers und Grafikers war der großformatige, abstrahierende Holzschnitt. Neben der Dauerausstellung kann auch die Domschatzkammer besucht werden. Über Jahrhunderte hinweg galt der Mainzer Domschatz als einer der kostbarsten des Abend­landes. Die erhaltenen Inventare entstanden zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert. Die Fun­de aus den bei der Restaurierung des Doms entdeckten erzbischöflichen Gräbern, machen heute einen wesentlichen Teil des Gesamt­be­standes des Domschatzes aus.
Garnisonsmuseum Mit einem »göttlichen« Programm wartet das Landesmuse­um Mainz auf. Anlässlich der aktuellen Sonderausstellung über italienische Malerei des Barock, steht die Museumsnacht hier unter dem Titel »Götter, Helden, Heilige«. Italienische Gemälde des 16. bis 18. Jahrhunderts sind in deutschen Museen eher selten. Statt für den freien Markt arbeiteten die Künstler südlich der Alpen nur für bestimmte, meist fürstliche Auftraggeber. Doch der Kunsthändler Georg Martin von Metzler kaufte einige der begehrten Exponate. Er setzte die Stadt Mainz zum Erben seiner Kunstschätze ein und so
besitzt das Landesmuseum Mainz einen beachtlichen Teil an italienischer Malerei des Barock. Viele Ge­mälde wurden anlässlich der Ausstellung restauriert. Untermalt wird die Museumsnacht mit Führungen und szenischen Darbietungen. Auch für Kinder und Jugendliche sind kreative Aktionen geplant. Ab 21 Uhr gibt es einen Schautanz mit anschließender Schnupperstunde zum »Tango Argentino«. Die Tangonacht startet ab 22 Uhr mit Live-Musik. Dabei verwandelt sich die Glas-Arkade des Museums in den »Palacio de Cristal«.
Kreuzgang-obergeschoss Wer etwas über die Garnisonsgeschichte der Stadt Mainz erfahren möchte, der sollte sich in den historischen Gewölbekellern der Zitadelle umsehen. Das Mainzer Garnisonsmuseum ist mit seinem neuen Standort zum ersten Mal mit von der Partie. Die umfangreiche Sammlung umfasst Fotos, Uniformen, Dokumente und Reservistika rund um die Garnisonsgeschichte der Stadt Mainz von 1850 bis heute. Alle Gegenstände erwarb der Förderkreis Mainzer Garnisonsmuseum e.V. Darunter ist auch ein Modell der Mainzer Festung.
Die Landesbaustoffsammlung/Landesdenkmalpflege im Erthaler Hof ist ebenfalls Neuling bei der Mainzer Museumsnacht. Interessierte können die große Materialsammlung im Keller besichtigen. Darunter sind historische Bau­teile zu sehen, zum Beispiel al­le Dachziegelarten in Rheinland-Pfalz, die zurück bis in die Römerzeit reichen. Zu bestaunen sind auch historische Fenster, die ältesten sind über 500 Jahre alt. Außerdem gibt es eine Sonderausstellung zum Thema Bauforschung und einen Bücherflohmarkt. Der barocke Festsaal in dem ehemaligen Adelspalais kann ebenfalls besucht werden.
Landesbaustoffsammlung Infos: Die Museumsnacht startet um 18 Uhr. Die offizielle Eröffnung findet im Frankfurter Hof um 19 Uhr statt, dort gibt es auch eine Abschlussparty. Alle Teilnehmer haben bis 1 Uhr geöffnet. Das »Schick und Schön« organisiert im DGB-Haus eine weitere Abschlussparty. Unter dem Titel »Kunst meets Club« legt Roger Willemsen Jazz-Platten auf.
Die Eintrittsbändchen für die gesamte Museumsnacht sind für
8 €, ermäßigt 4 € bei den beteiligten Veranstaltern und der Touristikzentrale erhältlich. Sie berechtigen neben dem Einlass in alle beteiligten Institutionen auch zu Fahrten im gesamten RNN Gebiet und dem Tarifgebiet 65 des RMV. Dazu sind Sonderbusse und -Züge eingerichtet, die die Besucher auch zu später Stunde wieder nach Hause bringen.

www.museumsnacht.mainz.de


Helena Winter