Heft 225 Juni 2009
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Häuslebauer

Der Umbau zum Ökohaus ist abgeschlossen (Letzter Teil unserer Serie)

Leben im neuen, umweltgerechten Eigenheim


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Neues Wohn-Esszimmer: Heller freundlicher Dielenboden, dreifach verglaste Holzfenster und das Lüftungssystem sorgen für ein natürliches Wohnklima.

Altes Wohn-Esszimmer: Die Styropor-Deckenplatten und der alte PVC-Boden machten die Wohnräume im Erdgeschoss ungemütlich, zugig und kalt.

»Es ist ein ganz besonderes Lebens- und Wohngefühl, das wir in unserem Haus seit unserem Einzug Ende März genießen«, beschreibt Christoph Albuschkat die ersten Wochen im neuen Öko-Haus. Über sieben Jahre hatte er mit seiner Frau Birgit Schößwender und den beiden Kindern in einer Drei-Zimmer-Wohnung gelebt, bevor sie sich vor mehr als einem Jahr entschieden hatten, ihren Traum vom eigenen umweltgerechten Heim zu realisieren. Nach dem Kauf eines Holz-Hauses aus den 50er Jahren im Stadtteil Mombach begann die fast zehnmonatige Umbauphase, bei der fast ausschließlich ökologische Materialien verwendet und eine thermische Solaranlage sowie eine Lüftungsanlage installiert wurden. Kurz vor dem geplanten Einzug stellte sich jedoch bei einem Test, der die Luftdichtheit eines Hauses misst, heraus, dass der Holzaufbau vom Keller zum Erdgeschoss undicht ist. Um zu verhindern, dass kalte Luft in den Wohn- und Esszimmerbereich strömt und Wärme verloren geht, mussten die 60 Quadratmeter alter Dielenboden entfernt werden, obwohl geplant war, ihn zu erhalten. Anstelle dessen wurde der Boden mit einer Dampfbremsfolie abgedichtet und darauf erst der Dielenboden aus Lärchenholz verlegt. Nach einer zusätzlichen Dämmung mit Recyclingzellulose, erhielt der neue Boden eine Beschichtung mit einer Leinöl-Wachsemulsion ohne Erdölanteile eines von vielen Produkten, die der Öko-Baufachhandel Ökotec in Mainz-Kastel anbietet. »Diese Sanierungsmaßnahme und die Ausgaben waren natürlich nicht eingeplant. Aber es war uns wichtig, dieses Problem noch vor dem Einzug zu beheben, um langfristig Energie und Kosten zu sparen«, erklärt Christoph Albuschkat die unvorhergesehenen Ereignisse.

Rechnung mit Unbekannten



neues bad altes bad
Badezimmer: Die Spuren der 50er Jahre wurden durch modernes Design ersetzt.

Insgesamt beschreibt er die Bauzeit trotzdem als zufrieden stellend, es habe kaum Probleme gegeben, die umweltgerechten Materialien und Bauelemente zu beziehen. Rückblickend würde die Familie Albuschkat-Schößwender dennoch einiges anders machen. »Wir hätten die Firmen, die die Arbeiten ausgeführt haben, etwas sorgfältiger auswählen sollen. Wir haben zwar ausschließlich Fachbetriebe beauftragt, mussten aber feststellen, dass es für die Verarbeitung von ökologischen Materialien spezieller Kenntnisse und Erfahrungen bedarf, über die nicht jeder Handwerker verfügt«, resümiert der Bildungsreferent beim Weltladen-Dachverband. Außerdem sei es sinnvoll, finanzielle Reserven einzuplanen, denn das Projekt ist, wie häufig auch andere Bauvorhaben, deutlich teurer geworden als die Familie kalkuliert hatte. Finanzielle Engpässe und Kompromisse beim Ausbau waren teilweise die Folge, aber: »Wir haben gerne so viel Geld, Zeit und Arbeit in diesen Umbau investiert, denn zu wissen, dass wir im ganzen Haus nur Materialien verwendet haben, in denen keine schädlichen Chemikalien enthalten sind, ist ein gutes Gefühl. Wir leben in natürlichen und gesunden Räumen. Mit unserer Entscheidung für dieses Öko-Haus leisten wir außerdem einen Beitrag, die Umwelt nachhaltig zu schonen. Dieser Gedanke ist und bleibt uns wichtig.«


NH



neues kinderzimmer altes kinderzimmer
Neues Kinderzimmer mit viel Holz und umweltgerechte Materialien im Gegenteil zum alten Raum, aus dem die Glasfaserwolle entfernt wurde.