Heft 224 Mai 2009
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Mainzer Köpfe

Die Vizepräsidentinnen der FH Mainz:

Unterwegs auf vielen Baustellen


Foto Prof. Dr. Andrea Beyer
Prof. Dr. Andrea Beyer

»TaTü« ist angesagt in der Mainzer Fachhochschule: Tag der offenen Tür am 9. Mai. Dieses Jahr erstmals im neuen FH-Gebäude, erstmals präsentieren sich alle drei Fachbereiche unter einem Dach und zum ersten Mal lag die organisatorische Federführung in den Händen der neuen Vizepräsidentinnen – die ihre »Baustellen-Arbeit« im Gespräch mit dem MAINZER skizzieren. Es gibt solche und solche Baustellen: der erste Teilabschnitt des FH-Neubaus ist fertig. Seit Fastnacht sind die Lehreinheit Geoinformatik und Vermessung des Fachbereichs Technik sowie der Fachbereich Wirtschaft im neuen Gebäude, ebenso die gesamte FH-Verwaltung, die Hochschulleitung eingeschlossen. Auch die beiden Vizepräsidentinnen haben ihr Büro in der Lucy-Hillebrand-Straße. Wenden sie sich ihrer Arbeit in Forschung und Lehre zu, trennen sich ihre Wege wieder – inhaltlich und räumlich: Prof. Dr. Andrea Beyer geht als Wirtschaftswissenschaftlerin quasi um die Ecke, um in ihren Fachbereich zu kommen. Diplom-Bauingenieurin Prof. Iris-Susan Fäth steigt ins Auto und fährt in den Fachbereich Gestaltung in der Holzhofstraße. Zwei Frauen, die sich das Amt des Vizepräsidenten teilen – ein Novum in der Mainzer FH. Beide finden daran nichts besonderes, stellen aber spontan und einmütig fest, sie seien keine Quoten-Frauen. Der »Hintergedanke« dieser Ämterteilung war, so erklären sie, ein anderer: Alle drei Fachbereiche sollten in der Hochschulleitung vertreten sein. Präsident Muth kommt aus der Technik, Fäth aus der Gestaltung und Beyer ist die Repräsentantin der Wirtschaft. Diese Dreier-Allianz erleichtert die Kommunikation – eine »Baustelle«, der sich die Vizepräsidentinnen mit Inbrunst widmen. »Es ist kaum zu glauben aber seit dem Umzug habe ich viele FH-Mitarbeiter, die ich seit zehn Jahren kenne, zum ersten Mal gesehen«, stellt Andrea Beyer immer noch sichtlich überrascht fest. Statt zum Telefonhörer zu greifen, kann sie nun sogar auf dem Flur die Kollegen Auge in Auge ansprechen. Für Iris-Susan Fäth endet dieser räumliche Abstand erst komplett, wenn der zweite Bauabschnitt mit dem Umzug aller FH-Einheiten abgeschlossen ist.

Foto der FH-Vizepräsidentinnen
Auch mit Spaß bei der Sache: Die FH-Vizepräsidentinnen


Visionen und Humor


Foto Prof. Iris-Susan Fäth
Prof. Iris-Susan Fäth

Als sich Andrea Beyer und Iris-Susan Fäth persönlich kennenlernten, kurz vor Ihrer Vizepräsidentinnen-Wahl, entdeckten sie ganz schnell, dass sie auch prima zusammen lachen können – eine gute Voraussetzung, um gemeinsame Visionen und Ideen umzusetzen. »Ich möchte, dass die FH sich gut positioniert im Wettbewerb der Hochschulen«, sagt Iris-Susan Fäth und Andrea Beyer ergänzt: »Wir wollen die bestehenden Potenziale ausbauen, die Kommunikation im gesamten Haus verbessern.« Konkret: Interdisziplinarität muss gelebt werden. Das bedeutet z.B. gemeinsame Projekte generieren, in und mit allen Fachbereichen intensiver zusammenarbeiten – auch mit Unternehmen, die Mittel für Projekte zur Verfügung stellen. Und mit der Universität: »FH, Uni und Max-Planck-Institut wollen eine gemeinsame Kindertagesstätte einrichten«, nennt Beyer ein Projekt. Studenten besser auf das Berufsleben vorbereiten, die Beziehungen zu den Alumnis, den ehemaligen FH-Studenten ausbauen, sind weitere Ideen der Vizepräsidentinnen. Ihren ersten »TaTü« samt anschließendem FH-Fest in neuer Umgebung haben sie erfolgreich organisiert. In ihrem Amts­alltag beschäftigen sie sich derweil mit Prüfungsverordnungen, der Akkreditierung von neuen Studiengängen, Kapazitätsstudien und ähnlichem. Das sind die »nach innen wirkenden« Aufgaben, die der Geschäftsverteilungsplan den Vizepräsidentinnen zuweist. Dass die Kombination Vizepräsidentinnen-Amt mit Forschungs- und Lehrtätigkeit anstrengend ist, war Beyer und Fäth klar. Beide verbinden das noch mit der Erziehung ihrer Kinder und dem Familienleben. Das alles funktioniert nicht, ohne zu reden, Absprachen zu treffen, und die auch einzuhalten. Direkt auf Menschen zuzugehen, ist für die Professorinnen ganz normal – ob Kollege Professor oder Kollege Sachbearbeiter. Wenn Details nicht klar sind, werden sie besprochen. Ihre »kollegiale Kultur« kommt an, bei den Studierenden sowieso. Dreieinhalb Jahre Amtszeit haben sie noch gemeinsam vor sich – auf der »Baustelle Kommunikation« dürfte dann der »Neubau« bezugsfertig sein.


SoS