Heft 222 März 2009
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Kommunalwahl

Nur meckern funktioniert nicht

Andreas Hofreuter mischt sich ein


Hofreuter
Andreas Hofreuter lebt die Devise: Wenn sich alle nur ein bisschen engagieren und nicht alles widerspruchslos hinnehmen, geht es uns allen viel besser. Der Inhaber des Mainzer Lichtstudios »nosotros« engagiert sich - unter anderem - in der Kommunalpolitik und kandidiert auf der CDU-Liste für den Mommenheimer Gemeinderat.

In der Mommenheimer Kommunalpolitik engagiert er sich seit sechs Jahren, wenn es um die Preise der hiesigen Energieversorger geht, wird er zum Rebell und sein Geld verdient er als selbständiger Unternehmer: Andreas Hofreuter hat gut zu tun.

»Ich maule gerne, aber ich mache auch was«, ist eine Antwort auf die Frage nach der Motivation für sein vielseitiges Schaffen. Aufregen kann sich der 49-Jährige, er vertieft sich in die Themen, sucht nach Lösungen. Die er auch findet. Und umsetzt.

Auf Platz 9 der Mommenheimer CDU-Liste kandidiert der Elektroinstallationsmeister. Derzeit haben die Christdemokraten acht Sitze im einundzwanzigköpfigen Gemeinderat (einschließlich der Ortsbürgermeisterin), die Chancen, dass Hofreuter gewählt wird, stehen nicht schlecht. »Ich möchte mein Umfeld mit gestalten«, lautet eine weitere Begründung für seine Kandidatur. Dass Engagement nötig und möglich ist, weiß Hofreuter aus langjähriger Erfahrung: Den Mommenheimer Gewerbeverein hat er mitbegründet, im Kindergarten mit an der Außengestaltung geschafft, als Mainzer Facheinzelhändler ist er Quartierssprecher und Mitglied in der Werbegemeinschaft …

Energiepreise – wer blickt da noch durch?


Anspornend für die politische Arbeit wirken außerdem seine Erfahrungen und Erkenntnisse als »Gas-Rebell«: Unten mobilisieren, um oben Druck zu machen, lautet die Devise. »Viele sind komplett überfordert, wenn sie die Preisgestaltung der Energielieferanten nachvollziehen wollen. Geht es dann um die AGB’s (Allgemeine Geschäftsbedingungen, Anm.d. Red.), ist es ganz aus, das verstehen selbst manche Gerichte nicht mehr.«

Auslöser für sein »Gas-Rebellentum« war die Jahresabrechnung 2007/08: »Die Motivation für mein Handeln ist immer egoistisch«, stellt Hofreuter klar, »und diese Abrechnung war so hoch, da war weiterer Konsum, zum Beispiel Essen zu gehen, gar nicht mehr möglich.« Es begannen die »Selbstinformationen« – und damit Ärgernisse, die nicht nur im Umfeld der Energiekosten auftreten. »Viele Infos kommen als Werbung daher, werden daher oft gar nicht als wichtige Kundeninformation wahrgenommen und der allergrößte Anteil der Infos kommt aus dem Internet – was machen Menschen, die mit diesem Medium nicht umgehen können oder wollen?«

Zum Thema Preisvergleich hat Hofreuter reichlich Wissen angehäuft: »Eine der Berechnungsgrundlage für die Gasabrechnung ist der Brennwert des Heizkessels – ob der tatsächlich genutzt wird, fragt niemand. Ich habe unsere Brennerleistung von einem Installateur um die Hälfte reduzieren lassen, bekomme trotzdem warm und spare seither das Geld, das ich in den Jahren zuvor völlig sinnlos an den Energieversorger gezahlt habe.« Nachfragen, nachhaken, nicht locker lassen und, wo möglich, Experten einbinden: Der Energiereferent der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz erwies sich als kompetenter Partner. »Ich habe in Mommenheim die Gemein­dehalle kostenfrei von der Verwaltung bekommen und die war fast voll, als wir gemeinsam über Preisgestaltung und Anbieterwechsel informiert haben.« Als »Gas-Rebell« etabliert hat Hofreuter nun die Stromanbieter im Visier: »Es kann doch nicht sein, dass diese Konzerne so viele Gewinne abziehen!?« Also das gleiche Spiel von vorne, allerdings mit dem gesammelten (Gas-) Wissen im Rücken.

Mitmachen und -gestalten


Menschen wach rütteln, motivieren, dann werden sie auch aktiv, besonders wenn es um ihre eigenen Interessen geht – die auch in der Gemeindepolitik ihren Niederschlag finden. »Ohne ehrenamtliches Engagement würde vieles schon gar nicht mehr funktionieren, aber das kann die Verwaltung nicht gänzlich ihrer Verantwortung entheben, die werden schließlich von uns allen bezahlt.« Was nützt ein, von Eltern bezahltes, Spielgerät, wenn es verrottet? Auch deshalb die Kandidatur für den Gemeinderat. Konkrete Vorschläge für die Arbeit hat Hofreuter genügend und versteht nicht, warum zu den öffentlichen Gemeinderatssitzungen so wenige Bürger kommen: »Da werden die Pläne für die neue Ortsdurchfahrt diskutiert, das betrifft alle Anlieger – und nur wenige interessieren sich dafür.« Hofreuter setzt seine Haltung dagegen: »Wenn mich was stört, versuche ich es zu ändern.«

Widerspruch und Einspruch sind aus Hofreuters Sicht nicht nur als Gas-Rebell für den eigenen Geldbeutel nützlich und helfen anderen ebenfalls beim Sparen. Im demokratischen Miteinander sind sie selbstverständliche Mittel zum Wohle des Gemeinwesens.


SoS