Heft 221 Februar 2009
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Mein Lieblingsbuch

Nicht nur für Christen und Fußballer:

Auf dem Jakobsweg


Marco Rose

Eine »richtige Leseratte« sei er nicht, behauptet Nullfünf-Profi Marco Rose von sich selbst. Deshalb sei »Auf dem Jakobsweg« von Paulo Coelho auch nicht sein absolutes Lieblingsbuch – aber: »Es war das letzte Buch, das ich gelesen habe, es ist absolut spannend und als gläubiger Mensch ist es interessant zu erfahren, wie andere Christen ihren Glauben leben und erleben.«

Coelho ist Mitglied einer katholischen Bruderschaft in Brasilien und soll zum Meister seines Ordens ernannt werden. Darauf hat er jahrelang hingearbeitet und musste zahlreiche Prüfungen bestehen. Doch sein Meister hält in nicht für würdig und entzieht ihm das mit der Weihe verbundene Schwert. Egoismus ist es, was der Meister ihm vorwirft. Das Schwert diene allen Menschen und um die Weihe zu bestehen, hätte er es ablehnen müssen. Nun soll er das Schwert auf dem Jakobsweg wiederfinden. Nicht wissend wann und wo er das Schwert finden wird, macht er sich mit seinem Führer Petrus auf den Weg.

Jakobsweg Auf seiner zunächst unter emotionalem Protest gestarteten Reise vergisst er nach und nach den Termindruck und die Aufgaben, die zu Hause in Brasilien auf ihn warten. Er findet immer mehr zu sich selbst, wird gelassener und nimmt seine Umwelt intensiver wahr. Er lernt sowohl körperlich als auch geistig seine Grenzen weit nach oben zu verschieben. Zeitweise nehmen seine Erlebnisse mystische Formen an. Als Coelho feststellt, dass ihm die Bewältigung des Jakobsweges wichtiger ist als das Schwert, getreu dem Motto »der Weg ist das Ziel«, spürt er, das dies der entscheidende Denkansatz ist, die Anforderungen seines Meisters zu erfüllen. Am Ende erhält er das Schwert. Aber für Coelho ist die Erkenntnis viel wichtiger, wieder an Wunder und Unmögliches zu glauben, dass der Mensch im Alltag vollbringen kann.

Paulo Coelho »Auf dem Jakobsweg« 1991, Diogenes Verlag,
ISBN: 3257231156, Seiten: 266, Taschen­buch


SoS