Heft 221 Februar 2009
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Denkmal

Auch in Stahl und Bronze

Ein Sinnbild des Teilens


St. Martin

Es ist über 1600 Jahre her, dass der Heilige Sankt Martin (316-397) vor den Toren der Stadt Amien seinen Mantel mit einem Bettler geteilt haben soll. Ob sich dieser Vorfall wirklich so zugetragen hat, sei dahin gestellt. Jedenfalls ist es eine Geschichte, mit der bis heute Kindern die Idee des Teilens und der Armenhilfe näher gebracht wird. Und zweifelsfrei steht auch fest, dass Martin von Tours tatsächlich ein Mann war, dessen Nächstenliebe und Barmherzigkeit vorbildlich waren.

Kein Wunder also, dass Martinus bis heute einer der bekanntesten und beliebtesten Heiligen der katholischen Kirche ist. Und kein Wunder auch, dass das Bistum allein in Mainz vier Schulen nach ihm benannt hat. Eine davon ist die Martinus-Grund- und Hauptschule an der Weißliliengasse. Auf ihrem Vorplatz in der Fürstenbergerhofstraße wurde im November 1997 eine Metallplastik ihres Namenspatrons eingeweiht. Der Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann persönlich segnete damals die Plastik. Anlass waren der 1600. Todestag des Heiligen Martin und der Umbau der Schule in den Jahren zuvor. Mit der Skulptur wurde den neuen Richtlinien des Landes Rheinland-Pfalz zu »Kunst am Bau« Rechnung getragen.

Gestaltet wurde der Martin aus Stahl und Bronze von dem Aachener Künstler Albert Sous gemeinsam mit seinem Sohn Milos. Nicht ganz ernst gemeint könnte man die Figur auch als Recycling-Martin bezeichnen. Sous verwendet für seine Arbeiten nämlich meist nur Abfallprodukte eines seiner Markenzeichen. So ist auch die zwei Tonnen schwere und 3,40 Meter lange Martinsskulptur komplett aus Recycling-Material hergestellt. Trotz der zwei Tonnen Altmetall wirkt die Figur allerdings kein bisschen wuchtig und sie zeigt uns den Heiligen Martin genau so, wie wir ihn am liebsten sehen. Hoch zu Ross, das Schwert gezückt nicht um zuzuschlagen, sondern um zu teilen.


Ilona Hartmann