Heft 219 dezember 2008
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Straße

Die Korbgasse:

im Wandel der Zeit


Korbgasse

In den vergangenen Jahren hat die Korbgasse ja vor allem als potentielle Designermeile Schlagzeilen gemacht. Die ersten Ansätze, was aus der Gasse mal werden könnte, können die Mainzer seit kurzem bewundern. Mit den nagelneuen (und umstrittenen) Markthäusern sind auch die ersten neuen Läden in die Korbgasse eingezogen. Und noch mehr sollen folgen. Auch, wenn man es sich bis vor kurzem nur schwer vorstellen konnte: das kleine Verbindungsgässchen zwischen Rebstockplatz und Schusterstraße gilt in Investorenkreisen als Perle. So hieß es beispielsweise in einer Presseerklärung der CDU im Juli dieses Jahres, mit dem Neubau der Markthäuser tue sich auch für das »Hinterhofdasein der Korbgasse« endlich neue Hoffnung auf. »Der Standort ist zu wertvoll für das Nischendasein, das er augenblicklich noch führt.« Und wahrlich: ein Blick auf die lange Geschichte der Korbgasse zeigt, dass ein »Nischendasein« ihr wirklich nicht gerecht wird beherbergte sie doch eine der Wirkungsstätten Guten-bergs in der Stadt. Zudem noch die einzig bis heute erhaltene! Ihren Namen verdankt die Korbgasse nämlich dem »Hof zum Korb«. Dieses Haus steht genau an der Ecke Korbgasse/Korbgässchen.

Korbgasse Erstmals erwähnt wurde das Gebäude »Zum Korbe« 1344. Warum das Haus so genannt wurde, lässt sich nicht mehr endgültig klären. Möglicherweise bestand es tatsächlich ursprünglich aus Flechtwerk, eben wie ein Korb. Im 15. Jahrhundert jedenfalls gehörte der »Hof zum Korb« Peter Schöffer, dem Mitarbeiter Gutenbergs. Zusammen mit dem »Hof zum Humbrecht« in der Schusterstraße beherbergte der »Hof zum Korb« die Druckerwerkstatt der beiden. Später erlebte das Haus noch ein feuchtfröhliches Zwischenspiel als Brauhaus »Schöfferhof« und wurde mit den Jahren immer baufälliger. 1974 dann wurde das Gebäude wieder komplett aufgebaut. Mit dieser Historie im Hintergrund ist eins wohl sicher.

Auch wenn in der Korbgasse noch so viel saniert, abgerissen oder umgebaut wird, um für Designerläden Platz zu machen: der »Hof zum Korb« dürfte Bestandsschutz genießen und der Korbgasse als ihr Namensgeber auf ewig erhalten bleiben.


Ilona Hartmann