Heft 218 November 2008
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Wahnsinn

Der alltägliche Wahnsinn

Sagen Sie mal ...

Wahnsinn

… wissen Sie eigentlich, was sich in diesem Monat zum 19. Mal jährt? Na klar wissen Sie das: der Mauerfall und die damit verbundene Wiedervereinigung, also der Beitritt der damaligen DDR zur Bundesrepublik. So zumindest steht’s im Onlinelexikon Wikipedia und wohl auch in den meisten Lehrbüchern. Aber mal ganz ehrlich. Haben Sie längst nicht auch das Gefühl, es ist komplett andersrum? Also, dass die Bundesrepublik Teil der DDR geworden ist? Indizien dafür gibt es jedenfalls zur Genüge. Beispiel Fußball. Obwohl es sportlich gesehen vor der Wiedervereinigung nicht einmal zum kleinen (Ost-)Bruder gereicht hat, gilt die Nachwuchsförderung »von drüben« mittlerweile als vorbildlich. Ohne die Zonen-Methoden wären unsere Kicker heute nur noch drittklassig, heißt es oftmals. Von anderen Sportarten ganz zu schweigen. Oder schauen wir mal Richtung Filmindustrie. »Das Leben der anderen«, »Sonnenallee« oder »Good bye, Lenin«, um nur drei zu nennen. Kein Stoff scheint für Regisseure und Drehbuchschreiber hierzulande mehr herzugeben, als ein Blick über die nicht mehr vorhandene Mauer. Am besten aber kann man die These Ost-schluckt-West wohl an der Politik belegen. Damit soll jetzt nicht darauf angespielt werden, dass unsere Kanzlerin einst FDJ-Mitglied war (oder Ex-SPD-Chef Platzeck in der NVA gedient hat). Schauen wir lieber auf das, was unsere Kollegen aus Berlin (Ost oder West, ganz egal), so alles auf Lager hatten und haben. Die Aufweichung des Bankgeheimnis und der sogenannte große Lauschangriff – hat das nicht ein Bespitzelungs-Geschmäckle á la Stasi? Oder die so genannte Fraktionsdisziplin. Ein paar Parteikollegen beschließen das, was die anderen absegnen »dürfen«. Wie einst in der Volkskammer (und gerade ganz aktuell im roten Lager in Wiesbaden). Noch einer? Stichwort Ausreiseverbot. Wer in den Tagen explodierender Spritpreise genau zugehört hat, konnte gleich mehrere Politstimmen hören, die den sogenannten Tanktourismus per Gesetz verbieten wollten. »Honecker, ick hör Dir trapsen!« Wem das nicht genügt, der sollte mal einen Blick in die Zukunft der gesamtdeutschen DDR werfen. Nur noch ein paar Drehungen mehr an der Steuerschraube und die meisten Menschen, die in diesen blühenden Landschaften leben, können sich nur noch eine Automarke leisten. Einen Trabbi.


In diesem Sinne –
Bis zum nächsten Mal.
Ihr Rasta Mobi