Heft 218 November 2008
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Unterwasserrugby

Unterwasserrugby:

Nicht nur Gerangel im Nassen

unterwasserrugby

Fast jeder Mensch weiß, wie das funktioniert mit dem Schwimmen und viele praktizieren das auch regelmäßig. Vielen ist auch - in etwa - ein Begriff, was Rugby, das hauptsächlich »echte Kerle« spielen und dabei nicht gerade zimperlich zur Sache gehen, ist. Aber die Verbindung von beidem, also Wasser und Rugby - wie das funktioniert, ist weniger bekannt. Inoffiziell gibt es diese exotische Sportart schon seit 1964, sie wurde von Ludwig von Bersuda eingeführt. Offiziell und auch international bekannt ist sie erst seit 1973. Viele Mainzer Studenten jedoch wissen schon lange, was es mit dieser Sportart auf sich hat. An der Universität Mainz wird seit Mitte der 80er Jahre Unterwasserrugby gespielt.

Wie funktioniert Unterwasserrugby?

Gespielt wird im Springerbereich des Schwimmbads auf 3,80 Meter Tiefe. Die Mannschaften bestehen aus maximal elf Spielern, wobei sich lediglich sechs Sportler pro Team im Wasser befinden. Die restlichen fünf halten sich am Bekkenrand auf und es wird regelmäßig ausgewechselt, da der Sport extrem anstrengend ist. Beim Anpfiff befindet sich der Ball auf dem Beckenboden in der Spielfeldmitte und beide Mannschaften stürzen sich darauf. Ziel ist das gegnerische Tor - ein Metallkorb von der Größe eines Basketballkorbes, das auf den jeweiligen Seiten auf dem Beckengrund steht. Gespielt wird bei Turnieren jeweils zweimal fünfzehn Minuten. Unterwasserrugby Viele Regeln muss man sich nicht merken, um Unterwasserrugby zu spielen. Die Farbe der Badekleidung ist festgelegt: Grundsätzlich spielt Blau gegen Weiß. Als Foul zählt jede Unsportlichkeit wie Beißen, Kratzen oder Treten. Auch die Ausrüstung, die aus Maske, Schnorchel und Flossen besteht, ist tabu. Wer daran zieht, belohnt den Gegner mit einem Strafwurf. Angreifen darf man zudem nur den Spieler, der im Ballbesitz ist. Sonst ist jedoch alles erlaubt. Dies beinhaltet auch das Umklammern oder Festhalten des Gegenspielers. »Das klingt alles sehr brutal, ist es aber nicht. Am Anfang hat man vielleicht noch ein paar blaue Flecken aber das ist auch schon alles. Oft liegt es daran, dass man taktisch noch nicht so geübt ist aber das ändert sich schnell«, meint Jenni Profitlich. Die 22-jährige Studentin muss es wissen, denn sie spielt seit drei Jahren im Hochschulteam der Universität Mainz Unterwasserrugby. Übrigens: Unterwasserrugby wird gemischt gespielt Männer gegen Frauen. »Das klingt ungerechter als es wirklich ist. Die meisten Männer spielen sehr fair und setzen nicht ihre ganze Kraft ein, wenn sie gegen eine Frau spielen«, so Profitlich, die auch das Geheimnis lüftet, wie sich ein Ball unter Wasser werfen lässt: »Der Ball ist mit einer Salzwasserlösung gefüllt, dadurch ist er etwas schwerer und sinkt. Außerdem werfen wir den Ball nicht. Wir stoßen ihn, ähnlich wie beim Kugelstoßen.« Bei einem offiziellem Turnier gibt es natürlich auch Schiedsrichter. Ein Unparteiischer betrachtet das nasse Gerangel von oben, zwei zusätzliche Schiedsrichter regeln in Tauchermontur das Spiel vom Beckenboden. Das bundesoffene Turnier ist eines der wenigen Hochschulturniere im Unterwasserrugby und wird nächstes Jahr in Mainz ausgetragen.

Was ist der Reiz an Unterwasserrugby?
Unterwasserrugby

Für Jenni Profitlich eine leichte Frage: »Ich liebe es, dass das Spiel dreidimensional ist. Der Gegner kann dich von allen Seiten angreifen. Eine weitere Herausforderung ist die Koordination des Teams. Schließlich kann ich unter Wasser nicht reden und muss mit Gesten kommunizieren.« Wer jetzt meint: »Das will ich probieren«, muss sich über Vorkenntnisse keine Gedanken machen. Einzig schwimmen sollte man können. Von Vorteil ist außerdem, nicht gleich in Panik auszubrechen, wenn unter Wasser die Luft knapper wird. Wer diese zwei Voraussetzungen erfüllt, kann jeden Dienstag mit der Hochschulmannschaft trainieren. Ausrüstung kann am Anfang ausgeliehen werden.


Vanessa Bast

Infos unter:

www.sportausschuss.uni-mainz.de