Heft 218 November 2008
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Geschenkideen

Weihnachtliche Geschenkideen

Wissenswertes rund um den Gabentisch

Bescherung an Weihnachten

Ach, wie war das früher so einfach mit den Weihnachtsgeschenken! Mein Vater ging am 23.12. in die Drogerie unserer Kleinstadt, fragte nach dem Lieblingsparfüm meiner Mutter und kaufte die extra große, weihnachtlich hergerichtete, Geschenkpackung in der sich alles befand was gut roch. Auch die Seife, die »viel zu schade« zum gebrauchen war und jedes Jahr im Kleiderschrank ihren Platz als Duftspender fand. Meine Mutter hatte ein paar Tage vorher schon das entsprechende Rasierwasser-Set für meinen Vater erstanden (sie kannte seine Lieblingsmarke!), das in der Folgezeit komplett aufgebraucht wurde. Auch die gute Seife! So sind eben die Männer! Dazu gab es meist eine Krawatte die sich in Farbe und Muster von der jährlich wachsenden Sammlung kaum abhob.
Ich selbst lies mich von der überschaubaren Auswahl im großen Schaufenster des Spielwarenladens inspirieren, die von der Märklineisenbahn unermüdlich umrundet wurde falls der Zug nicht gerade, heimtückisch wie er war, immer in der unzugänglichsten Ecke der Auslage entgleiste und von der Verkäuferin mit einem extralangen Greifwerkzeug mühsam wieder aufgerichtet werden musste. Begleitet wurde diese Rettungsaktion stets durch begeisterte Zurufe und Gejohle einer schnell wachsenden Kinderschar die sich vor dem Fenster versammelte: »Die
Uschi stellt beim E. die Lok wieder auf!« Der gemeinsame Adventssonntagliche Familienspaziergang führte dann auch immer »zufällig« an diesem Fenster vorbei und ebenso zufällig lies man ein paar Wünsche fallen. Ein Ritual, das alle Seiten vor Enttäuschungen schützte. Dass ich in einem Jahr dann statt der erhofften Märklin-Bahn eine »Trix« bekam lag daran, wie ich Jahre später erfuhr, dass sich mein Vater zusätzlich noch im Geschäft beraten lies.
Heute legt der durchorganisierte Familienvater bereits im Januar einen Zettel an, auf dem er alle im Laufe des Jahres ausgesprochenen Wünsche notiert. Dumm nur, dass diese Aufzeichnungen im entscheidenden Moment nicht auffindbar sind.
Aber wir leben ja in den Zeiten des Internets: Einfach nur »Weihnachtsgeschenke« eingeben - und sich von über 800.000 Eintragungen (täglich steigende Tendenz) erschlagen lassen. Gut das es den Einzelhandel gibt. Also auf zum Einkaufsbummel!
Liegt es an der augenblicklichen Wirtschaftslage, dass Geschenke wieder stärker als Wertanlage gesehen werden? Jungpunkt bringt es auf Letzteren den Punkt: »Mainzer! Kauft Möbel statt Gold!« Eigentlich logisch denn auf Gold sitzt und liegt es sich sehr hart. Ist ja auch toll, was die so alles haben. Die Philosophie des Hauses ist einleuchtend: »Weniger ist mehr. Nach dieser überzeugenden Formel wählen wir unsere Produkte. Charakter, technische Qualität, Zuverlässigkeit und Wertigkeit stehen dabei im Vordergrund. Wir haben uns auf wenige, erstklassige Hersteller konzentriert, da wir auch hier meinen, dass weniger mehr ist. Mit unseren Eigenproduktionen verfü- gen wir über das zusätzliche Potenzial, um unsere Vorstellungen vom zeitgemäßen Wohnen zu gestalten. Langlebiges, in sich schlüssiges Design ist dabei unsere Intention.« Und den entsprechenden Katalog kann man sich im Internet sofort runterladen. (www.jungpunkt.de) Mit Schmuck liegt man in diesen (wie anderen) Zeiten natürlich auch immer richtig. »Kreative Welt der Zuchtperlen« ist ein kleiner aber feiner Laden im Hollagäßchen. Für alle Nichtmainzer: Das gehört, rein postalisch gesehen, zum Kirschgarten. Hier gibt es, wie der Namen schon vermuten lässt, Zuchtperlen in allen Varianten. Und wenn es etwas besonderes sein soll: Frau Qi Zhuang fertigt auf Wunsch auch individuelle Unikate. Beratung und Entwurf sind kostenlos - und eine langfristige Garantie gibt es auch. Auch alter Perlenschmuck wird hier auf Wunsch modernisiert. Das Motto des Hauses: »Kleinigkeiten werden sofort repariert Wunder dauern etwas länger.«
Hochwertiger Schmuck, Trauringe und Unikate finden sich auch in den beiden Geschäften von Juwelier Wermann: »Der Juwelier! Die Kompetenz!«
Die Bartstoppeln der Männer sind ein zeitloses Thema. Wie wäre es denn mit einem neuen Rasierapparat zu Weihnachten? Dann aber bitte vom Spezialisten für den ausführliche Beratung und umfassender Service selbstverständlich sein. »JB« steht für J. Blöchle Rasier- & Elektro-Service. Ein Fachgeschäft für alle großen Marken. (Weitere Informationen: www.rasierer-spezialist.de)
Außergewöhnliche Geschenke gibt es im Indien-Haus, das auch eine Filiale in Mainz hat. Die Produktpalette reicht von Balinesischen Glasuntersetzern (1 €) bis zu sorgsam restaurierten, antiken Toren, die für einen fünfstelligen Betrag zu erhalten sind. In der Adventszeit gibt es täglich einen Artikel zum Sonderpreis und an den Samstagen größere Rabatte auf bestimmte Produktgruppen. Wer mit seinen Einkäufen bis zum 20. Dezember wartet erhält an diesem Tag auf alle Textilien 50% Rabatt. (www.indien-haus.de)

Eine Zitrone für den Vater

A-pro-pos Indien: Hier wird, wie wir auf der Homepage der OEW nachlesen können, Weihnachten etwas anders gefeiert. Als Weihnachtsbaum dient oft ein Mangobaum oder eine Bananenstaude, die mit Weihnachtsschmuck aus Kaschmir geschmückt werden. Auch Lichterketten und bunte Lichter an den Häusern kann man immer häufiger sehen. In manchen Teilen Indiens wird am Weihnachtsmorgen dem »Haushaltsoberhaupt« eine Zitrone als Symbol der »Verehrung"« mit Glücks- und Erfolgswünschen überreicht. Nachts feiert man in der Kirche eine Art Mitternachtsmesse, die manchmal 2-3 Stunden dauert. Die Feiern werden stark durch den Konsum westlicher, speziell amerikanischer Medien beeinflusst. Daher verstärkt sich auch hier jährlich die Präsenz von Santa Claus.

Weihnachtsknigge auf Chinesisch

Werfen wir noch einen Blick in das bevölkerungsreichste Land der Welt: In der Volksrepublik China galt Weihnachten bis ca. 1980 als ein Beleg für die Dekadenz des westlichen Kapitalismus. Inzwischen ist das Fest auch hier besonders in der städtischen Oberschicht »salonfähig« geworden. Über die Hintergründe weis man sehr wenig, daher wurde von staatlicher Seite vor einigen Jahren ein Handbuch für das »richtige« Feiern von Weihnachten herausgegeben. Hier lernt man, wie ein Baum traditionell geschmückt wird, kann Backrezepte für Schokoladenkringel nachlesen und passende Liedertexte auswendig lernen.
Als »philatelistische Sensation« wurde die Ausgabe der ersten Weihnachtskarten mit eingedruckter Briefmarke durch die staatliche Post bewertet: Aus einer Schneelandschaft grüßt ein chinesischer Weihnachtsmann »Shengdan kuaile« »Frohes Fest der Heiligen Geburt«.


(mdl)